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Ökonomie Wortmacht gegen Börsenmaß

Der Wirtschaft blickte Günter Grass stets kritisch und skeptisch entgegen. Mit Kritik sparte er nicht – auch nicht an den Medien.
14.04.2015 - 09:02 Uhr
Günter Grass (l.) bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 1976 neben dem damaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt. Quelle: dpa
Den Sozialdemokraten verbunden

Günter Grass (l.) bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 1976 neben dem damaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt.

(Foto: dpa)

Günter Grass und die Wirtschaft, ein schwieriges Verhältnis. Es galt der Generalverdacht eines Menschen links von der Mitte: Zu groß, zu mächtig, zu unmoralisch seien die Konzerne. 1997 hatte der Künstler sogar Banker Hilmar Kopper und Arbeitgeberchef Dieter Hundt als „neue Asoziale“ bezeichnet, Profite seien ihnen wichtiger als Jobs. Ging es gegen Kapitalismus, teilte der Es-Pe-De-Aktivist aus, das war ihm ein Herzensanliegen, dem Moralisten des Geistes. Das erfuhr schon 1965 Altkanzler Ludwig Erhard, als Grass und 24 andere Intellektuelle die Wirtschafts- und Sozialpolitik kritisierten. Der Angegriffene keilte zurück, da höre der Dichter auf und fange „der ganz kleine Pinscher“ an. 30 Jahre später bekannte der Schriftsteller dann, heute müsste Erhard „fast zu den Linken“ gezählt werden.

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