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Open Art Sonntags durch Galerien ziehen

Wer ohne Zeitdruck ganz junge oder gut eingeführte Kunst entdecken und kaufen will, schaut sich auf der Open Art in München um. 70 Galeristen legen sich mit besonderen Ausstellungen und verlängerten Öffnungszeiten ins Zeug.
  • Bettina Beckert
22.08.2011 - 14:27 Uhr Kommentieren
Blick ins Atelier von Günther Uecker Quelle: Walter Storms Galerie

Blick ins Atelier von Günther Uecker

(Foto: Walter Storms Galerie)

München „Kunstvoll“ ist der Titel der diesjährigen Open Art in München, dem traditionellen Saisonauftakt von 9. bis 11. September 2011. Mehr als 70 Galerien laden zu einem ausgedehnten Kunstwochenende ein, abgerundet wird das ambitionierte Programm durch Ausstellungen der Institutionen. In der 23. Ausgabe der Open Art setzen die Galerien auf Klassiker der Moderne, bieten aber auch viel Neues.

Ueckers andere Seite

Einer der großen, gut eingeführten Namen ist Adolph Gottlieb, dessen abstrakte Kompositionen die Wände der American Contemporary Art Gallery leuchten lassen. Unter dem Titel „Aufsteigendes Licht“ präsentiert die Galerie Florian Trampler ausgewählte Werke von Raimund Girke. Walter Storms stellt eine neue malerische Bildfolge von Günther Uecker vor –  eine Premiere im XXL-Format. Uecker, dessen Nagelbilder hoch begehrten Ikonen der Zero-Kunst sind, greift in den  3 x 3 m großen Werken auf seinen Formenkanon der letzten 60 Jahre zurück und erinnert an frühe gestische Handlungen.

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    Landschaften oder besser: Farbwelten in meist verhaltenen Tönen sind das zentrale Thema im Oeuvre des Schweizers Michael Biberstein – und das seit mehr als 30 Jahren. Intensiv und emotional evozieren sie bei der Galerie Tanit bei jedem Besucher andere Gefühle. Einer ganz anderen Farbpalette bedient sich der Amerikaner Peter Halley den Thomas Modern ausstellt. Mit fluoreszierender Farbe bringt Halley seine Vorstellungen der Gesellschaft als abstrakte Formgefüge auf die Leinwand. Hier widmet man sich auch den jüngsten Besuchern und veranstaltet eine Kinderführung.

    Eva & Adele: Transformer-Performer

    Eva & Adele: Transformer-Performer "Geometrie".

    (Foto: Galerie Martin Mertens)

    „Points of Interest“ führt der junge, 1979 in München geborene Fotograf Moritz Partenheimer in der Galerie Jordanow vor. Partenheimer sucht Orte bei Nacht auf, die er durch eigene Lichtquellen beleuchtet. So gesehen wird Alltägliches wie ein Kiosk zum hochstilisierten Kunstobjekt. Der 1980 in Edinburgh geborene, in Berlin lebende Andrew Gilbert  offenbart bei der Galerie Andreas Höhne seine obsessive, gezeichnete Bildwelt. Er verwebt dabei fiktive und historische Ereignisse der britischen Kolonialkriege in Afrika mit der europäischen Geschichte.

    Der andere Blick

    Barbara Gross richtet dem chinesischen Künstler Ji Dachun (*1968) die erste Einzelausstellung in Deutschland aus: Er mixt gekonnt Elemente chinesischer Bildtradition mit der westlichen Moderne. Die Galerie von Barbara Ruetz stellt die Sino-Amerikanerin Beili Liu mit Installationen und Wandarbeiten vor. Beili Lius poetische Arbeiten gewinnen Textilien den Aspekt von Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit ab. Das Überführen der festgelegten Gegenwart in eine freiere, spielerische Zukunft ist das Thema von Eva und Adele. Das kahlköpfige Duo tritt als lebende Skulptur auf. Mit Gemälden und Collagen überraschen sie in der Galerie Martin Mertens.

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