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Playboy ändert Geschäftsmodell Keiner zahlt für nackte Bunnys

Endlich Zeit, die Interviews zu lesen: Der Playboy, berühmtestes Herrenmagazin der Welt, streicht sein Kernelement – die Nacktfotos. Angebote im Internet lassen die Verkaufszahlen einbrechen. Nun folgt der Wandel.
13.10.2015 - 11:49 Uhr
Der Playboy erfindet sich neu. Quelle: AFP
Ende der Nacktheit

Der Playboy erfindet sich neu.

(Foto: AFP)

Los Angeles Seit Jahrzehnten erfreut das amerikanische „Playboy“-Magazin die Männerwelt mit Hochglanzbildern komplett entblößter Frauenkörper - aber damit soll bald Schluss sein. Wegen der wachsenden Konkurrenz durch das Internet werde die berühmte Zeitschrift ab kommendem Frühjahr komplett neu gestaltet, berichtete die „New York Times“ am Dienstag. Zwar würden Frauen weiter in provokativen Posen gezeigt, jedoch sollen sie nicht mehr völlig nackt abgebildet werden. „Playboy“-Gründer Hugh Hefner (89) habe einem entsprechenden Vorschlag seiner Top-Redakteure zugestimmt, hieß es. „Sauberer und moderner“ laute das Konzept des neuen Stils.

Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, sagte „Playboy“-Chefmanager Scott Flanders. Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der „Playboy“ schon lange gewonnen. „Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen“, so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die „Playboy“-Macher die Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen. Nun soll die Print-Ausgabe folgen. „Der Zwölfjährige in mir ist sehr enttäuscht“, sagte Redakteur Cory Jones, der Hefner die Idee zur Umgestaltung unterbreitet hatte. „Aber es ist die richtige Entscheidung.“

Für die deutsche Ausgabe des Playboy dürfte die Entscheidung überraschend kommen. Noch im Februar hatte sich Florian Boitin, Chefredakteur der hiesigen Ausgabe, sehr positiv bezüglich der Geschäftsaussichten geäußert. Gerade das Geschäft im Internet brumme, hatte er im Interview mit dem Branchendienst Meedia erklärt. Besonders die Social Media Reichweite galt als sichere Bank.

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    Hefner hatte den „Playboy“ 1953 erstmals herausgebracht. Auf der Titelseite posierte damals keine Geringere als Marilyn Monroe, die sich in einer für heutige Verhältnisse eher züchtigen schwarz-weißen Robe ablichten ließ. Später hatten auch Ikonen wie Madonna, Sharon Stone und Naomi Campbell die Hüllen fallen lassen, um im „Playboy“ die Männerfantasien zu beflügeln.

    Aber diese Zeiten seien im neuen Medienzeitalter passé, so die „Playboy“-Macher. Nach Schätzungen der Medienorganisation „Alliance for Audited Media“ ist die Auflage des Magazins von 5,6 Millionen Exemplaren im Jahr 1975 auf heute 800 000 geschrumpft. Dennoch: Das Logo - ein stilisierter Hasenkopf mit Fliege - gehört weiterhin zu den berühmtesten der Welt.

    • dpa
    • alm
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