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Produzent George Martin Der „fünfte Beatle“ ist tot

Er war zu bescheiden, um sich der „fünfte Beatle“ zu nennen. Wie kein anderer förderte George Martin den Wandel der Gruppe hin zu musikalischen und kulturellen Revolutionären. Auch Andere profitierten von seinem Können.
09.03.2016 Update: 09.03.2016 - 11:53 Uhr

Trauer um Sir George Martin - Ein Rückblick

London Der preisgekrönte britische Beatles-Produzent George Martin ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilten Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr und Martins Management am Mittwoch mit. Premierminister David Cameron würdigte den 1996 zum Ritter Geschlagenen als einen Musikgiganten. Der sechsfache Grammy-Preisträger hatte einige der einflussreichsten Beatles-Alben wie „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ oder „Abbey Road“ produziert. Auch arbeitete er mit anderen Musikgrößen zusammen.

„Wir können bestätigen, dass Sir George Martin gestern Abend friedlich in seinem Haus entschlafen ist“, teilte Adam Sharp, der Gründer von Martins Firma CA Management, in einer E-Mail mit.

Martin zeitigte den außerordentlichen Wandel, den die vier Musiker in den 1960er Jahren durchliefen – und er verhalf ihnen dazu, sich zu musikalischen und kulturellen Revolutionären zu entwickeln. Das Gespann John Lennon und Paul McCartney kristallisierte sich als Songschreiber heraus, und die Band experimentierte immer stärker mit dem Sound.

Klassiker wie „Hey Jude“ oder „She loves you“ zeugen davon. Nicht umsonst bedurfte es Monate, bis „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ produziert war - ihre erste LP hatten die Jungs aus Liverpool 1962 noch an einem Tag aufgenommen. Sowohl von den Texten als auch von der Musik her schien von da an alles möglich.

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    Vor den Beatles hatten Produzenten wie Phil Spector oder Berry Gordy die Aufnahmen von Bands kontrolliert, die Arrangements und Musiker ausgewählt und manchmal auch die Songs geschrieben - oder den Erfolg als ihren ausgegeben. All das fand bei den Beatles nicht statt, sie waren ihr eigener Boss mit eigenen Visionen - und Martin half ihnen als Produzent, diese zu verwirklichen.

    „Einmal das Kaugummi-Alter, die frühen Aufnahmen hinter sich gelassen, wollten sie abenteuerlustiger werden, sie sagten „Was kannst Du uns geben?'“, erinnerte sich Martin 2002 in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. „Und ich sagte: 'Ich kann Euch alles geben, was Ihr wollt'“.

    Als die Beatles ihren Siegeszug auf St. Pauli begannen
    Indra
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    Im "Indra" auf der Großen Freiheit stehen die Beatles in der Nacht vom 17. zum 18. August 1960 erstmals in Hamburg auf der Bühne. Dort spielten die Beatles zunächst für 30 D-Mark pro Kopf Abend für Abend. Im Jahr 1962 öffnete schließlich der legendäre "Star-Club" auf der Großen Freiheit seine Tore. Dort gaben die Beatles drei Gastspiele - nun für 500 und am Ende sogar 700 D-Mark pro Beatle und Woche.

    (Foto: dpa)
    Zu fünft
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    1960 bis 61 waren die Beatles zunächst zu fünft: John Lennon (l.), Paul McCartney (2.v.l.), George Harrison (2.v.r.), Stuart Sutcliffe und Pete Best. Im Frühjahr 1961 stieg Sutcliffe, dessen eigentliche Liebe der Malerei galt, aus. Kurz darauf starb er an einem Hirnleiden. Im Jahr 1962 wurde der Schlagzeuger Pete Best durch Ringo Starr (r.) ersetzt. Das Foto stammt aus dem Jahr 1963.

    (Foto: AP)
    Erfolg in Hamburg
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    Als sie am Silvesterabend 1962 ihr letztes "Star-Club"-Konzert gaben, hatten die Beatles Hamburg längst erobert. Mit der ersten Single in den englischen Hitparaden ("Love Me Do") machten sie sich nun daran, ihren weltweiten Siegeszug anzutreten. Und sie brachen sämtliche Rekorde.

    (Foto: dpa)
    Beatles
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    Jede der 28 Singles und 13 Langspielplatten erreicht eine Millionenauflage.

    (Foto: Reuters)
    Eine Milliarde Schallplatten
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    Bis 1973 verkauft die Band mehr als 90 Millionen Schallplatten, bis heute sind es mehr als eine Milliarde. Allein das im Jahr 2000 veröffentliche Album "1" geht weltweit 29 Millionen Mal über die Ladentheken, die erste Million in nur fünf Wochen.

    (Foto: dpa)
    Erfolge in der Hitparade
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    In der ersten Aprilwoche 1964 belegen die Beatles die ersten fünf Plätze der US-Hitparade.

    (Foto: Reuters)
    "Yesterday"
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    Der meist kopierte Song weltweit ist der Beatles-Titel "Yesterday". Schätzungen gehen von mehr als 3000 Coverversionen aus.

    (Foto: AP)

    Beim Klassiker „Strawberry Fields“ etwa riefen die Beatles den Produzenten unzählige Male herbei, um das Lied in verschiedenen Geschwindigkeiten einzuspielen oder verschiedene Aufnahmen nach ihren Vorstellungen miteinander zu verbinden. Er selbst spielte unter anderem Keyboard und gab einmal auf einer Bühne McCartneys „Lovely Rita“ sowie eine schnelle, barock anmutende Version von Lennons „In my Life“ zum Besten.

    Neben den Beatles arbeitete Martin auch mit Größen wie Jeff Beck, Elton John oder Céline Dion und half bei mehrere Soloalben von McCartney mit. In den 1960er Jahren produzierte er darüber hinaus Hits von Cilla Black oder Gerry and the Pacemakers. 1963 stand eine seiner Aufnahmen 37 Wochen in Folge auf Platz eins der britischen Charts.

    • dpa
    • ap
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