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„Salon du Dessin“ Die Pariser Frühjahrsmesse für Zeichnungen macht Kunstspezialisten glücklich

Kunst ist auf Papier erschwinglicher als auf Leinwand. Der „Salon du Dessin“ ermöglicht auch Kennern die Annäherung an bedeutende Künstler und Werke.
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Das bildmäßig ausgearbeitetes Blatt des Malers Amédée Ozenfant findet sich am Stand von Hélène Bailly. Quelle: Visuel Ozenfant - Hélène Bailly Gallery / VG-Bildkunst
„Stillleben mit Krug und Gitarre“

Das bildmäßig ausgearbeitetes Blatt des Malers Amédée Ozenfant findet sich am Stand von Hélène Bailly.

(Foto: Visuel Ozenfant - Hélène Bailly Gallery / VG-Bildkunst)

ParisDie Pariser Messe für Künstlerzeichnungen, der „Salon du Dessin“, ist wie Weihnachten: Sie kommt alle Jahre wieder und macht die Sammler mit ihrem Überraschungsangebot glücklich. Bis zum 1. April kann man am 28. „Salon du Dessin“ Arbeiten auf Papier vom 16. Jahrhundert bis heute bei 39 internationalen Galerien erwerben.

Gleich zur Vernissage, zu der amerikanische Sammler und Museumskuratoren jedes Jahr extra anreisen, griffen Private und Institutionen kräftig zu. Statt der üblichen raschen Transaktionen ab 2 000 Euro konnte Didier Aaron (New York) Blätter zu Preisen zwischen 40.000 bis 90.000 Euro verkaufen und die Galerie Talabardon & Gautier (Paris) sogar weit darüber an die Pariser Fondation Custodia. Man sah generell heitere Aussteller mit einem qualitativ guten Angebot, wobei auch dekorative Altmeisterblätter erfreulicherweise erschwinglich sind.

Unter der 300.000-Euro-Grenze findet man exzellente Blätter von Oskar Kokoschka (Hélène Bailly, Paris), Joseph Czaky und sogar Guillaume Apollinaire (Rosenberg, New York), Emil Nolde und Pablo Picasso (Arnoldi-Livie, München), Lovis Corinth (Moeller, Hamburg), Lionel Feininger, Otto Dix und George Grosz (Reginart, Genf). Martin Moeller konnte mehrere Zeichnungen des lange übersehenen Richard Müller abgeben und zeigt sich zufrieden über den Start.

Die Offerte des 20. Jahrhunderts, die immer mehr Platz auf der Messe einnimmt, verlangt Gemäldepreise: etwa für zwei schwarzgrundige Deckfarbenarbeiten von Wassili Kandinsky (bei Stephen Ongpin, London, bis 860 000 Euro) oder ein Aquarell von Egon Schiele, das die Wiener Händler Wienerroither & Kohlbacher mit kühnen 1,7 Millionen Euro ansetzen.

Die Dynamik, für die der „Salon du Dessin“ in Paris sorgt, etwa durch Ausstellungen und Kolloquien, führte 2007 zur Gründung des zeitgenössischen Pendants, der „Drawing Now“. 71 internationale Galerien zeigen in weißen Kojen im Marais eine heterogene Mischung von mehr oder minder (un)bekannten Künstlern. Caroline Smulders zeigt, unterstützt von Thaddäus Ropac, dessen Pariser Galerie sie aufbaute, Zeichnungen der Bildhauer Richard Deacon, Antony Gormley und Bill Woodrow.

Völlig unterschiedliches Publikum

Bernhard Jordan (Paris) schmunzelt wegen der versteckten Sinnlichkeit der Österreicher Elmar Trenkwalder und Bruno Gironcoli, und die unkonventionelle Pariserin Suzanne Tarasiève breitet eine Serie von 20 erotischen Zeichnungen von Jürgen Klauke aus (80.000 Euro).

Die Besucher der beiden Messen unterscheiden sich grundlegend: Graue und weiße Haare plus elegantes Outfit dominieren beim Salon, wo eine neue Sammlergeneration nur vereinzelt hineinwächst. Dagegen beobachtet man bei „Drawing Now“ 40- bis 60-Jährige, die oft paarweise auftreten.

Beide Messen vergeben Preise an junge Künstler, wobei der in Los Angeles lebende Deutsche Friedrich Kunath (* 1974) für beide Ehrungen nominiert war. Den „Prix Drawing Now“ von 5 000 Euro gewann schließlich die 1982 geborene Französin Lucie Picandet, den mit 15 000 Euro dotierten „Prix de dessin Daniel & Florence Guerlain“ die Irin Claire Morgan.

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