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Sammlung Haubrok Streit um Ausstellungen im Gewerbegebiet

Die Ausstellungen der Haubrok Foundation in Berlin sind viel beachtet. Eine Lokalpolitikerin will sie aber rausdrängen.
  • Daghild Bartels
23.08.2018 - 17:55 Uhr Kommentieren
Die Sammlung der Haubroks stößt auch anderorts auf Interesse. Zum Beispiel in Nürnberg. Quelle: Albrecht Fuchs
Axel und Barbara Haubrok

Die Sammlung der Haubroks stößt auch anderorts auf Interesse. Zum Beispiel in Nürnberg.

(Foto: Albrecht Fuchs)

Berlin Berlin ist eine Kunststadt. Geschätzte 10.000 Künstler leben und arbeiten in der Stadt, dem wichtigsten Standort für Kunstproduktion in Europa. Auch gibt es einige öffentlich zugängliche Privatmuseen. Rund zwölf solcher privaten Kunsträume bieten einen einzigartigen Kunstparcours, jede Sammlung ist eine Entdeckung.

Allerdings ist dieser Reichtum gefährdet. Anfang des Jahres schenkte Erika Hoffmann ihre immense Kunstsammlung nicht Berlin, sondern den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Jetzt droht ein weiterer Exodus: Die Aktivitäten der Haubrok Foundation sollen beendet werden.

Kunst, wo einst Dienstwagen parkten

Haubrok kaufte vor sechs Jahren die Fahrbereitschaft der DDR in der Herzbergstraße im Bezirk Lichtenberg, ein riesiges Gelände, auf dem die Dienstwagen des DDR-Ministerrats samt Autowerkstätten und Aufenthaltsräumen für die Fahrer angesiedelt waren. Haubrok renovierte behutsam, behielt für sein Projekt den Namen „Fahrbereitschaft“ bei, vermietete 25 Werkstätten als Ateliers an Künstler, 50 Werkstätten an Gewerbetreibende. In den übrigen Gebäuden organisierte er drei bis vier hochkarätige Ausstellungen pro Jahr mit Werken aus seiner riesigen Sammlung. 90 Prozent des Geländes blieben so der gewerblichen Produktion vorbehalten.

Das ist wichtig, denn plötzlich beschied die Bezirksbaustadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin von Lichtenberg, Birgit Monteiro (SPD), dem Sammler, dass seine Ausstellungstätigkeit illegal sei. Sollte er eine weitere Ausstellung zeigen, drohe eine Strafe von bis zu 500.000 Euro. Denn seine „Fahrbereitschaft“ befinde sich in einem ausgewiesenen Gewerbegebiet, das durch kulturelle Aktivitäten bedroht sei. Stichwort Gentrifizierung.

Obwohl Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Kultursenator Klaus Lederer sich für die Aktivitäten Haubroks einsetzten, blieb die Bezirksbaustadträtin hart. Der Bezirksbürgermeister Michael Grunst berief daraufhin diese Woche einen runden Tisch ein, der die Sache klären sollte. Der Saal war rappelvoll, von Bezirksseite waren die Abteilungen Bau, Wirtschaft und Kultur vertreten, von Senatsseite ebenfalls, außerdem viele Betroffene. Einig waren sich alle, dass künstlerische Produktion als gewerbliche Produktion anzusehen sei. Inzwischen sollen rund 500 Künstler in der Herzbergstraße arbeiten. Sie dürfen dort produzieren, ihre Arbeiten jedoch nicht zeigen. Das wäre eine kulturelle Aktivität, die allenfalls temporär und auf Antrag per Einzelgenehmigung stattfinden darf. Die Mehrheit der Politiker sympathisierte mit Haubrok und schlug ihm diesen Pseudokompromiss vor. Eine temporäre, eine einwöchige, einzeln zu beantragende Ausstellung lehnt Axel Haubrok ab.

Bliebe es dabei, würde er anderswohin ziehen. „Ich habe mehrere Alternativen“, versichert er, auch Museen seien an der Präsentation seiner Sammlung interessiert. Viele Berliner Kunstfreunde hatten sich für die Fahrbereitschaft eingesetzt. Von den Museumsleuten: kein Wort der Unterstützung.

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