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Schloss Ahlden Kommodenbau im 18. Jahrhundert

Mit einem wie immer riesigen Angebot eröffnet das norddeutsche Auktionshaus Schloss Ahlden die Herbstsaison. Heraus ragen Möbel aus dem 18. Jahrhundert und dem Empire. Top-Stück ist eine Kommode mit 22 Läden von David Roentgen.
09.09.2014 - 21:54 Uhr Kommentieren
Kommode von David Roentgen aus der September-Offerte von Schloss Ahlden.

Kommode von David Roentgen aus der September-Offerte von Schloss Ahlden.

Ahlden Aus einer Norddeutschen Sammlung stammt einer der Höhepunkte der kommenden Auktion im idyllisch gelegenen Schloss Ahlden. Es ist eine klassizistische Kommode des französischen Meister-Ebenisten David Roentgen, die typischer nicht sein könnte. Das auf Eiche, Kiefer und Nussbaum gearbeitete und mit Mahagoni furnierte Stück versteckt hinter ihren zwei schlichten Türen 22 Schubladen versteckt, die wohl einst eine Sammlung beherbergten. Die feuervergoldeten Bronze- und Messingbeschläge an den Seiten geben ihr eine zurückhaltende höfische Eleganz. Laut Gutachten dürfte die Kommode in den 1780er-Jahren entstanden sein. Jetzt kommt sie mit einer Taxe von 85.000 Euro auf den Markt.

Museale Qualität hat auch ein 138 cm hoher mahagonigerahmter Wandspiegel von David Roentgen, der mit seinen fein ziselierten Feuervergoldungen nahezu perfekt die Kommode ergänzt (Taxe 45.000 Euro).Dagegen erscheinen die weiteren Möbel aus der Zeit des 18. Jahrhunderts moderat eingeschätzt; etwa die von Francois Franc signierte Louis XV-Kommode aus furniertem Rosenholz (Taxe 9.500 Euro). Ein Paar Empire-Tafelaufsätze von Pierre-Philippe Thomire, für die 28.000 Euro erwartet werden, ziehen schon aus der Ferne die Blicke auf sich. Mit ihrer feinen Feuervergoldung lassen sie die rundum laufenden Sphingenfiguren in imperialem Glanz erstrahlen.

Fürstliche Tafeldekoration

Bei den Gemälden fällt eine Hafenszene (Taxe 14.500 Euro) des Freilichtmalers Eugène Boudin auf. Skizzenhaft setzt er sich auf diesem, 1892 gemalten Bild mit dem das Licht reflektierenden Wasser und der atmosphärischen Qualität von Wolken auseinander. Ein heiter-melancholisches „Bacchanal“ von Jan Breughel dem Jüngeren, das der Breughel-Experte Klaus Ertz auf 1630 datiert, wird mit seiner vielfigurigen Szenerie in abendlicher Landschaft vielleicht auch das internationale Käufer-Interesse wecken (Taxe 75.000 Euro). Die größeren Figuren stammen nicht von Breughel , sondern von einem anderen Maler wie damals üblich. Ein weiteres Highlight aus der Bilder-Offerte ist das mit stattlichen 95.000 Euro angesetzte farbenfrohe „Sonnenblumen“-Aquarell von Emil Nolde.

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    Die Sektion Porzellan ist bei Ahlden erneut mit einigen herausragenden Meissen-Objekten bestückt. So wird eine nach ihrem Auftraggeber benannte „Augustus-Rex“-Vase mit einem Holzschnittblumendekor und Purpurfond von 1730 angeboten. August der Starke hatte sie sich als Tafeldekoration bestellt.

    Vorbesichtigung: bis 11. September 2014 täglich 14 bis 18 Uhr

    Auktion: 13./14. und 20. September 2014

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