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Sotheby's Feuertaufe für die Abendauktion am Bildschirm

Digitale Technologien verhelfen den Galaauktionen von Sotheby's zu durchschlagendem Erfolg. Teuerstes Los wird mit über 84 Millionen Dollar ein Triptychon von Francis Bacon.
30.06.2020 - 10:14 Uhr Kommentieren
Ein eigens eingerichtetes Studio in London koordiniert die Gebote der über Bildschirme zugeschalteten Mitarbeiter des Auktionshauses aus New York, Hongkong und London. Quelle: Sotheby's; VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Sotheby's

Ein eigens eingerichtetes Studio in London koordiniert die Gebote der über Bildschirme zugeschalteten Mitarbeiter des Auktionshauses aus New York, Hongkong und London.

(Foto: Sotheby's; VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

New York „Wir haben den ersten großen Test für den Kunstmarkt mit Bravour bestanden“, freute sich gestern Abend zu Recht Sotheby’s Auktionator Oliver Barker. Die Ergebnisse für den Impressionismus bis zur zeitgenössischen Kunst nach dem fast fünfstündigen Versteigerungsmarathon, der erst nach 23 Uhr New Yorker Zeit endete, können den Markt beruhigen. 69 Lose spielten überaus starke 363,2 Millionen Dollar ein. Sie lagen am oberen Ende der Erwartungen. Nur vier Werke blieben unverkauft. Acht Rekorde wurden gesetzt.

Nachdem die traditionell im Mai abgehaltenen Galaauktionen aufgrund der Epidemie mehrfach verschoben werden mussten, erfand Sotheby’s ein vollkommen neues, beeindruckend durchgeführtes Hybrid-Format. Oliver Barker, Chairman Europe, leitete die Auktion aus einem eigens eingerichteten Studio in London. Über Bildschirme war er live mit Dutzenden Kollegen in New York, Hongkong  und London verbunden, die Telefonbieter vertraten.

Der riesige Saal an York Avenue, der sonst Hunderte von  angereisten Marktteilnehmern versammelt,  musste leerbleiben. Aber der gewohnt energetisch auftretende Barker verstand auch virtuell Spannung aufzubauen und den langen Abend unterhaltsam zu machen.

Das Toplos des Abends, Francis Bacons Großformat „Triptychon  Inspired by the Oresteia of Aeschylus“ wurde von der norwegischen Hans Rasmus Astrup Foundation mit einer Erwartung von mindestens 60 Millionen Dollar verkauft. Nach einem zehnminütigen Duell zwischen einem vom New Yorker Spezialisten vertretenen Interessenten und einem Online-Bieter, in China, fiel der Hammer erst bei 84.6 Millionen Dollar brutto.

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    Online-Gebote in Millionenhöhe waren keine Seltenheit. Auch Jean-Michel Basquiats Zeichnung „Untitled (Head)“ von 1982 fiel bei 15.2 Millionen Dollar  brutto (Taxe 9/12 Millionen Dollar) gegen vier Mitbewerber an einen Bieter am Computer oder iPhone. Vor fast 20 Jahren war das Werk bei Phillips in New York noch für knapp 400.000 Dollar zu haben gewesen.

    Sammlung der Fernsehpioniere

    Sotheby’s konnte sich vor allem auf drei wichtige Nachlässe stützen. Ginny Williams, die mit ihrem Mann Carl in den 1950er-Jahren zu den Pionieren des Kabelfernsehens zählte, hatte früh und mit sicherem Blick Werke von nun besonders begehrten Vertreterinnen des Abstrakten Expressionismus angeschafft. Allein drei Gemälde Joan Mitchells aus verschiedenen Karrierephasen brachten 22,7 Millionen Dollar ein.

    Elf Werke setzte noch einmal der Nachlass der berühmten kalifornischen Sammler von amerikanischer Kunst, Harry W. und Mary Margaret Anderson frei. Sie wurden sämtlich zu 66.3 Millionen Dollar abgesetzt. Und die anhaltende globale Faszination mit dem Surrealismus wurde vom Nachlass des Unternehmers Isaac Lif aus der Dominikanischen Republik bedient, der erfolgreich zehn Werke weniger bekannter südamerikanischer Maler zu 26,6 Millionen  beisteuerte.

    Aber es gab auch Zeichen von Spekulation: Eine auf höchstens 80.000 Dollar geschätzte, in lebhaften Rottönen gemalte Landschaft des im letzten Jahr im Alter von nur 35 Jahren verstorbenen Kanadiers Matthew Wong sprang auch dank starker asiatischer Beteiligung auf 1,8 Millionen Dollar.

    Mehr: Lempertz: Der Trend geht zum Erlesenen

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