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Sotheby’s in London Der ganze Raffael in einer Kohlezeichnung

Drei kostbare Kunstwerke aus Schloss Chatsworth sollen bei Sotheby's im Dezember bis zu 26 Millionen Pfund einbringen. Es ist die bisher bedeutendste Ankündigung für das neue Auktionshalbjahr.
07.10.2012 - 14:05 Uhr Kommentieren
Raffael: Kopf eines jungen Apostels. (Quelle: Sotheby's) Quelle: Sotheby´s

Raffael: Kopf eines jungen Apostels. (Quelle: Sotheby's)

(Foto: Sotheby´s)

London Der Herzog von Devonshire und das nordenglische Landschloss Chatsworth, Quelle legendärer Handzeichnungsauktionen in den 1980er-Jahren, werden im Dezember bei Sotheby's eine späte Zeichnung von Raffael versteigern lassen. Geschätzt ist der in Kohle ausgeführte Apostelkopf im stattlichen Format 38 mal 28 cm auf zehn bis 15 Millionen Pfund. Aber Expertin Christina Romalli betont: „Schätzungen sind nur eine Idee. Solche Blätter ragen über alles hinaus und kosten, was sie kosten müssen.“ Es ist die bisher bedeutendste Ankündigung für das neue Auktionshalbjahr.

2009 bezahlte der amerikanische Sammler und Finanzunternehmer Leon Black bei Christie's für einen „Musenkopf“ des jungen Raffael einen Rekordpreis von 29 Millionen Pfund, und mancher wird das Chatsworth-Blatt mit dem eindringlichen Apostelgesicht für attraktiver halten. Sammler Black war auch der Käufer von Edvard Munchs Pastell „Der Schrei“, das bei Sotheby's den Rekordpreis von 120 Millionen Dollar brachte.

Zeichnungen aus Chatsworth sind für Altmeisterzeichnungen die beste Provenienz, die man haben kann. Vermutlich war es der zweite Duke, William Cavendish (1673-1729), der die große Gruppe italienischer Zeichnungen zusammentrug, die nun den Grundstock einer Kunstsammlung bildet, die in Großbritannien neben der Royal Collection und der Bridgewater Collection an der Spitze steht. Auch nach dem Verkauf hat der jetzige zwölfte Duke, Peregrine Cavendish, noch 14 Raffael-Blätter - drei davon stehen im Zusammenhang mit Raffaels letztem Gemälde, der „Verklärung Christi“ im Vatikan und sind zurzeit in der Raffael-Ausstellung des Prado zu sehen, auch das im Dezember zu versteigernde Blatt. Der Kopf zeigt den jungen Apostel, der links im Hintergrund im Bild steht.

1984 bot der elfte Duke der britischen Nation 71 Handzeichnungen für neun Millionen Pfund an. Als die Regierung dankend ablehnte, ließ er sie bei Christie's versteigern - für 24 Millionen Pfund. Darunter war ein Parallelblatt zu dem jetzigen Apostel, das sich Barbara Piasecka Johnson, Witwe des Babypuder-Millionärs, für 3,6 Millionen Pfund zuschlagen ließ. Dieses Blatt wurde 1996 bei Christie's für 5,4 Millionen Pfund weiterversteigert.

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