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Sotheby's Neuerung Bitcoin wird erstmals Zahlungsmittel im Auktionssaal

Am 12. Mai versteigert Sotheby’s ein physisches Werk von Banksy. Es kann mit Ether oder mit Bitcoin gekauft werden. Ein Siegeszug der Kryptowährungen.
07.05.2021 - 07:32 Uhr Kommentieren
Der Bieter kann mit der Kryptowährung Ether oder Bitcoin bezahlen, das Aufgeld jedoch in Dollar entrichten (Ausschnitt). Quelle: Sotheby's
Banksy „Love is in the Air“

Der Bieter kann mit der Kryptowährung Ether oder Bitcoin bezahlen, das Aufgeld jedoch in Dollar entrichten (Ausschnitt).

(Foto: Sotheby's)

Düsseldorf Die lakonischen Street Art-Kommentare von Banksy sind sehr populär. So beliebt, dass auch seine Bilder auf Leinwand im Auktionssaal regelmäßig zur Rekorderlösen führen - und zu medialer Aufmerksamkeit. Für die Galaauktion nächsten Mittwoch in New York kündigt das Auktionshaus Sotheby’s eine Neuerung an, die in die Geschichtsbücher eingehen dürfte.

Erstmals kann nun auch ein physisches Leinwandgemälde von Banksy mit dem Titel „Love is in the Air“ nicht nur mit Dollar, sondern auch mit Bitcoin oder mit Ether ersteigert werden. Das war bei dem Überraschungsrekord Anfang März noch anders.

Bei Christie’s musste das riesige Kryptokunstwerk, das Non Fungible Token „Everydays: The First 5000 Days“ von Beeple, noch in Dollar bezahlen werden. Den Rekordpreis von erstaunlichen 69,3 Millionen Dollar beglich der in Singapur lebende indische Krypto-Unternehmer Vignesh Sundaresan. Dieser ist jüngst mit dem Kauf und Handel von Digitalwährungen zu Reichtum gekommen, unter anderem durch Bitcoin-Automaten.

Bislang waren Banksy-Werke immer gut für Schlagzeilen. So sorgte das zur Hälfte geschredderte Ballon-Mädchen, „Love is in the Bin“, 2018 mit einem Preis von gut einer Million Pfund für hitzige Debatten um ein vom Künstler selbst zerstörtes Kunstwerk und seinen Marketing-Wert.

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    Nach 9,9 Millionen Pfund für die provokante Leinwand „Devolved Parliament“, die Affen statt Menschen als Politiker zeigt, liegt der Höchstpreis aktuell bei 16,8 Millionen Pfund. So viel erlöste Banksy’s „Game Changer“ im März 2021 bei Christie's.

    Banksy, dessen Klarnamen noch nicht aufgedeckt ist, wird weltweit geschätzt für seine beißenden sozialkritischen Kommentare. Für das jetzt zu versteigende Werk „Love is in the Air“ hat er in Graffiti-Manier einen Straßenkämpfer geschaffen, der halb vermummt ausholt, um Explosives oder einen Stein in die gegnerische Linie zu schleudern. Doch statt einer Waffe drückt der Künstler dem randalierenden Demonstranten einen handgemalten Blumenstrauß in die Faust.

    Und schon werden „Schwerter zu Pflugscharen“, schon verliert der Titel „Love is in the Air“ seine bitterböse Ironie und wird zum Hoffnungszeichen. Sotheby’s hat diesen zur Friedfertigkeit mutierten Protest auf 3 bis 5 Millionen Dollar geschätzt. Den Hammerpreis darf der Käufer am 12. Mai in New York erstmals in einer Kryptowährung bezahlen. Darauf weist Sotheby’s diese Woche in einer eigenen Pressemitteilung hin.

    Doch das gleichfalls vom Käufer zu entrichtende Aufgeld muss aber – ganz altmodisch - in Dollar beglichen werden. So sehr Sotheby’s mit der Akzeptanz von Kryptowährungen auch vorgeprescht ist, Buchhaltung und Bilanzen klammern sich gleichwohl noch an bekannte Währungen.

    Um techaffine Kunden, die mit Kryptowährungen bezahlen wollen, den Weg zu ebnen, arbeitet das Auktionshaus mit Coinbase zusammen. Die „easy-to-use platform“ startete erst 2012, Sotheby’s ist schon seit 1744 im Geschäft.

    Wer ist der Verkäufer?

    Sotheby’s pflegt eine ausgesprochen enge Beziehung zum Künstler Banksy. Das ist seit 2018 und dem Coup mit einem in den Rahmen eingebauten Schredder bekannt. Dass der Rahmen besonders dick war, um die Maschine zu verbergen, wollten die Mitarbeiter nicht bemerkt haben. Vielleicht haben sich im Mai 2021 drei Parteien zusammengetan, um als Disruptoren in die Geschichte ihrer jeweiligen Branche einzugehen?

    Die Antwort auf die Handelsblatt-Anfrage, ob der Künstler selbst und eben nicht wie sonst ein Sammler der Einlieferer sei, kam erwartungsgemäß: „Das Bild „Love is in the Air“ kommt nicht von Banksy“. Denn Auktionshäuser dürfen Einlieferer nicht nennen. Zerstreut ist der Eindruck, Banksy könnte der Einlieferer und Verkäufer sein, damit noch nicht ganz. Denn er könnte es ja auch einem Strohmann überlassen haben.

    Mehr: Non Fungible Token: Der neue Treibstoff im Kunstmarkt

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