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Leuchtturm als Symbol für Wegweisung

Sich selbst zu führen, heißt achtsamer mit sich und anderen umzugehen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Spüren statt Show-Off Nina Ruge: „Sei Du der Leuchtturm deines Lebens“

Als TV-Moderatorin verkörpert Nina Ruge das Ideal der Leistungsgesellschaft. In ihrem Buch über Selbstführung geht sie kritisch mit sich ins Gericht.
04.02.2018 - 09:05 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Egal, wo er ist, egal, was er tut: Jeder Mensch ist genötigt sein ganzes Leben mit sich selbst zu verbringen. Ist es da verwunderlich, dass sich Vieles hauptsächlich um einen selbst dreht? Dass wir uns in einer Gesellschaft der Ich-Fixierung befinden, in der jeder permanent versucht, den anderen zu zeigen, wie toll er ist?

Ein Leben geprägt davon, sich beweisen zu müssen, gut zu sein, etwas wert zu sein, dabei das Raunen des möglichen Scheiterns immer im Ohr. Immer der Gedanke: Dieser Mensch da, den man nie loswerden kann, was ist, wenn dieser Mensch nicht okay ist? Wenn er der Welt nicht genügt?

Auch die ehemalige „Leute heute“-Moderatorin Nina Ruge kennt diese Gedanken. Mit ihrem Buch „Sei Du der Leuchtturm deines Lebens“ will sie den Lesern Selbsterkenntnis nahebringen, „um aus ihr heraus die hohe Kunst der Lebensführung zu erlernen.“ Die besteht für Ruge daraus, sich frei zu machen von jener Unfreiheit, in die sich jeder selbst begibt, in einer Welt, die uns den Leistungsdruck vor die Füße wirft und fordert: „Mach was draus.“

Nina Ruge: Sei Du der Leuchtturm deines Lebens
Gütersloher Verlagshaus
Gütersloh 2017
256 Seiten
17,99 Euro
ISBN: 978-3579086293

Die Moderatorin selbst - in unserer Leistungsgesellschaft außerordentlich erfolgreich - ist das Vorbild ihres Buches: „Ich habe mich entschieden, meine innere Welt – und besonders die meiner Emotionen – selbst zu steuern. Ich habe mich entschieden, mich selbst zu führen“, schreibt sie im Vorwort. Ihr Buch reiht sich ein in etliche Erscheinungen zu dem Thema.

Inhaltlich blüht dem Leser ein Rundumschlag durch die verschiedenen Schichten des menschlichen Egotrips: Die Sucht nach Anerkennung, der sich alles unterordnet, und die manchmal für nichts anderes mehr Raum lässt; der Fiesling in uns, der andere Menschen herabwürdigt, um selbst besser dazustehen; der unbedingte Wille, Recht haben zu wollen, auch wenn dadurch Beziehungen zerstört werden; der digitale Snob, der in den Weiten des Internets sein Ego aufplustert; das verlorene große Lebensziel, das den Sinn mit sich genommen hat; das Rationale in uns, das die gefühlvolle, liebevolle und inituive Seite verdrängt.

Und letztlich das zu uns selbst gemeine Ich, das uns immer wieder überzeugt, wir seien eben so, wie wir sind, unser Leben könne nicht anders sein. All das liefert Ruge angereichert mit Zitaten großer Namen wie Seneca, Pablo Picasso oder Mahatma Gandhi, die einen rund 250 Seiten lang in Richtung Selbstbestimmtheit stupsen.

Was kann der Leser aus der Lektüre lernen? Die banale Antwort (die übrigens alles andere als banal umzusetzen ist): Werden wir uns der psychischen Mechanismen, der verschiedenen Facetten unseres Ichs bewusst, können wir unser Leben anders angehen.

Das Negative in uns loszulassen, heißt: besser zu werden, liebevoller gegenüber anderen und sich selbst zu sein, neue Impulse zu haben, neuen Ideen zu begegnen. Und so ein schöneres Leben zu führen - und ein zufriedener Mensch zu sein.

Anders sieht die Antwort aus für diejenigen Leser, die sich schon das ein oder andere Mal mit dem Thema Lebenszufriedenheit beschäftigt haben. Wesentlich neue Erkenntnisse bietet Ruges Buch nicht, vielmehr bereitet die Moderatorin alles schon einmal Dagewesene noch einmal auf und reichert es mit ihren eigenen Lebenserfahrungen an.

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