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The European Fine Art FoundationKunst und Antiquitätenmesse in Maastricht: Krasse Lücken im Sicherheitskonzept

Die Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf in Maastricht fühlt sich als Primus der Branche. Doch ihr Notfallmanagement ist gescheitert. Ein Kommentar.Susanne Schreiber 29.06.2022 - 10:22 Uhr Artikel anhören

Nach dem bewaffneten Überfall harren die evakuierten Besucher auf Wiedereinlass.

Foto: IMAGO/ANP

Maastricht. Am gestrigen Dienstag hat es – wie berichtet – einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Aussteller der Tefaf-Messe gegeben, die von The European Fine Art Foundation veranstaltet wird. Vier Männer konnten mit einer Axt und Handfeuerwaffen bewaffnet, eine Vitrine zertrümmern und ein Juwel erbeuten.

Die gute Nachricht: Zu Schaden kam kein Mensch; zwei Männer sind gefasst, die möglicherweise mit dem Überfall in Verbindung stehen; eine Vitrine ging zu Bruch. Die schlechte: Mit diesem peinlich-gefährlichen Überfall steht das Sicherheitskonzept des MECC, des Maastrichter Kongresszentrums, zur Disposition und die eh schon Corona lädierte Tefaf in schlechtem Licht.

Seit Jahren werden hier ausschließlich Frauen kontrolliert. Sie müssen Taschen öffnen und inspizieren lassen, selbst Geldbörsen werden kontrolliert: beim Ein-und beim Ausgang. Männer aber werden nicht kontrolliert. Sie können, wie wir seit gestern wissen, gefährliche Waffen einschmuggeln.

Auf Flughäfen, in Synagogen und Museen kommen deshalb Metalldetektoren zum Einsatz, um Besucherinnen, Mitarbeiter und Objekte zu schützen. Auch die andere Top-Messe der Welt, die Art Basel, zwängt Besucherinnen und Besucher durch die Schleusen.

Aber nicht nur die Eingangskontrolle hat versagt. Auch die Evakuierung ging viel zu schleppend los. Ich war selbst am anderen Ende der Halle, als ein Alarmsignal losging. Zunächst hielt ich es für einen Fehlalarm, da um mich herum alles ruhig blieb. Doch der Alarm stoppte nicht, und erst als ich aus dem Stand hinaustrat Richtung Fluchtweg, sah ich einen Mann von Sicherheitsdienst, der erst auf meine Frage sagte, dass geräumt werde.

Eine Durchsage war genauso ausgeblieben wie das Ausschwärmen des Sicherheitspersonals. Hätte es sich um einen Bomben- oder Giftgasanschlag gehandelt, wäre kostbare Zeit zur Rettung von Leben verlorengegangen.

Verheerend tiefe Standards in der Sicherheit

Nicht nur die Geschäftsführung des MECC muss sich verantworten, auch das Board der Tefaf. So verheerend tiefe Standards in der Sicherheit passen nicht zu einer Messe, auf der an jedem Stand Millionenwerte zum Verkauf stehen. Gerade eine Messe, die die wichtigste und schönste sein will, muss sicher sein.

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Mittags verschickte die Tefaf eine Pressemitteilung, die den glücklicherweise glimpflich verlaufenen Vorfall meldete. Dass sie ihre Handhabung über den grünen Klee lobt, ist angesichts der krassen Lücken im Sicherheitskonzept die falsche Verteidigung, denn das Gespräch mit dem Versicherer steht noch an.

Mehr: Kunst- und Antiquitätenmesse in Maastricht: Ein Raubüberfall auf die Tefaf drückt die Stimmung

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