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In der Kunstsammlung NRW wird Thomas Struth in einer Einzelausstellung geehrt. Seine Fotografien erzielen Bestpreise. Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren dieser besonderen Fotokunst.

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  • Struth hat die Kamera zur richtigen Zeit auf die Objekte gerichtet, die sein, an den Kunstmarkt angepasstes Verhalten, bebildern. Waren es am Anfang Stadtaufnahmen von westdeutschen Städten, hat er, als alle von der Wiedervereinigung begeistert waren, gleich ein paar Fotos in Ostdeutschland gemacht. War dann schnell in Asien, photographierte noch ein Paar Blümchen, denn die kommen doch immer gut an, und machte Schnappschüsse von Leuten, die ihm den Weg nach Oben erleichterten. Seine Museumsphotos haben alle Kunsthistoriker begeistert und gleichzeitig kritiklos gemacht. Struths 'Arbeit' besteht darin, immer zur richtigen Zeit, die richtigen Freunde zu haben und die richtigen Kunsthändler: die Dinge im und für das System 'richtig' zu machen. Zur rechten Zeit zu heiraten, zur rechten Zeit von Düsseldorf nach New York und dann nach Berlin zu ziehen. Sein angepaßtes Verhalten, mit Abitur und Studium, auf das Eltern stolz sein können und auch den internationalen Kunsthandel nicht stört, wird belohnt. Eine eigene Position, wie wieder in den neuen Industrieaufnahmen deutlich sichtbar, hat Struth nie eingenommen. Wie könnte er auch. Er hat nie sein eigenes Leben gelebt, eigene unverwechselbare Erfahrungen gesucht. Oder eine eigenständige Position eingenommen. Er hat sich angepasst. Seine Fotos machen das sichtbar. Die Motive sind beliebig, auswechselbar, vergleichbar mit Fotos die Werbeagenturen benutzen und haben mit Kunst nichts zu tun. Auch wenn seine Fotos in Kunstmuseen gezeigt werden, ist Struth kein Künstler. Da half auch der revolutionäre Rauschebart nicht, den er sich extra für die Eröffnung in Düsseldorf hatte wachsen lassen. Seine Aufnahmen, wenn auch nicht digital bearbeitet, haben kein Rückgrat. Struth hat keine Haltung. So wird man heute erfolgreich. Vor langer Zeit schrieb Goethe: 'Man muss erst jemand sein, bevor man etwas tun kann'.