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Über das possierliche Treiben in der fünften Jahreszeit Gefährlich für nicht fluchtfähige Weibchen

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Er war es, der vorgab, der schunkelnden Masse Weisheit zu verabreichen, als er per Gassenhauer verkündete „Ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, Mahatma Ghandi“, was nicht wenige dazu brachte, sich umgehend als mentale Inder zu fühlen. Karneval bewegt im Inneren mancher Menschen eben mehr, als es ein Spulwurm je könnte. Schließlich gilt die Jahreszeit im Westen traditionell als eine der gepflegt geplanten Aufgeregtheit überlassene Lebensphase. Wogegen der Rest der Republik breitflächig über seine entfesselten Mitbürger staunt, die immer wieder grölen: „Da simmer dabei, dat is priiima...“

In dieser Zeit kann man besonders das straff organisierte Karnevalisten-Männchen gut erkennen. Es zeigt sich ab dem 11. November gerne mit einem zwischen Grau und Blau changierenden Oberkleid, das von goldenen Knöpfen in Zweierreihen fest über einer extrem voluminösen Bauchwulst gehalten wird.

Oben ragt ein meist beschnäuztes Köpfchen raus, das stets ein bisschen so aussieht, als schäme sich das Wesen seines Daseins, denn das Köpfchen schimmert allgemein in einer Art Schweinchenrosa und kann in Erregungszuständen auch schon mal ein sattes Puterrot annehmen.

Geschützt wird die ursprünglich blasse Kopfhaut von einer Art hoch aufstehendem Kamm, mit dem die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Revier und zu einer bestimmten Herde markiert wird.

Früh am Morgen kommt man diesen Männchen besser nicht zu nahe, denn dann können sie extrem ungenießbar sein, was damit zu tun hat, dass im Laufe des Tages genau wieder das eintritt, was den Morgen danach zur Qual macht.

Gegen Mittag geht es etwas besser, weil sich das Männchen dann wieder zur Tränke traut. Hernach transpiriert es zusehends, aber dafür bessert sich seine Laune immer mehr und mündet gegen Abend in eine Art Zutraulichkeit, die man am Morgen noch nicht vermutet hätte.

Das liegt offenbar, die Forschung ist sich da noch nicht vollends sicher, an einem Verhaltenskodex, der die Männchen in größeren Gruppen zusammenführt.

Fortan trinken besonders die Vertreter der im Rheinland anzutreffenden Spezies viel dünnflüssig bräunlichen Brei, was dazu führt, dass sie nach kurzer Zeit alles, aber auch wirklich alles witzig finden und dies nach Animation durch Tataa-Tataa-Tataa-Fanfaren durch dreimaliges Wiederholen zweisilbiger Codewörter wie „helau“ oder „alaaf“ auch lauthals kundtun.

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