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Umsatzzahlen Christie's feiert das beste Jahresergebnis in seiner Geschichte

Christie’s legt seine Zahlen für 2018 vor. Mit einem Gesamtumsatz von sieben Milliarden Dollar gehört das britische Auktionshaus zu den Weltmarktführern.
Update: 09.02.2019 - 15:50 Uhr Kommentieren
„Chop Suey“ aus der Sammlung von Barney Ebsworth erzielte in New York den Weltrekordpreis von 91,9 Millionen Dollar. Quelle: C. Christie’s VG BILD-KUNST
Edward Hopper

„Chop Suey“ aus der Sammlung von Barney Ebsworth erzielte in New York den Weltrekordpreis von 91,9 Millionen Dollar.

(Foto: C. Christie’s VG BILD-KUNST)

DüsseldorfDas Unternehmen Christie’s hat am Donnerstag in London das beste Jahresergebnis seiner Geschichte bekannt gegeben. Rechnerische Grundlage des Rekordergebnisses ist das britische Pfund. Das 1766 von James Christie gegründete Kunstversteigerungshaus konnte 2018 mit Bildern, Skulpturen und Grafik insgesamt 5,3 Milliarden Pfund umsetzen. Umgerechnet in die den Kunstmarkt dominierende Währung sind das 7 Milliarden Dollar. Im Vergleich zu 2017 hat das Haus ein Plus von 6 Prozent erwirtschaftet. Christie's ewiger Mitbewerber Sotheby's, der an der amerikanischen Börse notiert ist, veröffentlicht seine Bilanz erst Ende Februar.

An der Spitze des Weltmarkts

Christie’s und Sotheby’s beherrschen beide den Weltmarkt. Kein anderes Versteigerungshaus setzt so viel um, auch nicht die chinesischen Wettbewerber. Die beiden Rivalen an der Spitze kämpfen Jahr für Jahr um die wertvollsten Einlieferungen für ihre zahlreichen Versteigerungen, um die besten Kontakte zu Top-Sammlern und um Vorteile bei den komplizierten Vertragsabschlüssen, die hinter wertvollen Kunstwerken und ihren von einer dritten Partei garantierten Preisen stehen.

Auf Christie‘s Ausnahmejahr 2017 mit dem 450 Millionen-Bild – der „Salvator Mundi“ soll nur in Teilen von Leonardo da Vinci gemalt worden sein — folgte 2018 ein Nachlass, der an Strahlkraft nicht zu überbieten ist. Die prestigeträchtige Auktion mit Kunst, Möbeln, Erinnerungsstücken und Schmuck von Peggy und David Rockefeller spielte alles in allem stolze 835.111.344 Dollar ein.

Profitable Rockefeller-Auktion

Dirk Boll, Christie’s Präsident für Europa, Russland, Indien und dem Nahen Osten (EMERI), räumt im Gespräch mit dem Handelsblatt ein, „dass die Rockefeller Versteigerung in der Durchführung eine sehr hochwertige und damit teure Auktion war.“ Trotz hoher Erschließungs- und Präsentationskosten war das Großereignis im Mai „profitabel und bahnte darüber hinaus Folgegeschäfte an.“ Das führte dann zu einem starken zweiten Halbjahr.

Unter den verschiedenen Sammlungsverkäufen ragte im November eine Kollektion amerikanischer Moderne heraus, zusammengetragen von dem Reiseunternehmer Barney Ebsworth. Er lieferte u.a. Edward Hoppers stimmungsvolles Restaurant-Interieur „Chop Suey“ ein, das für 91,9 Millionen Dollar einen neuen Eigentümer fand. In die Annalen geht die Ebsworth-Auktion aber ein, weil sie als Christie’s erste Versteigerung in einer Blockchain registriert wird. „Die Vorteile liegen u.a. im Erwerbnachweis. Der Käufer erhält so etwas wie ein öffentliches Grundbuch, das alle Transaktionen festhält“, sagt Boll. Nachteile seien allerdings der ökologische Fußabdruck und die Kosten für den Dienstleister

Das 1969 gemalte Doppelporträt von Henry Geldzahler und seinem Partner Christopher Scott kommt am 6. März 2019 unter den Hammer. Quelle: Christie’s
David Hockney

Das 1969 gemalte Doppelporträt von Henry Geldzahler und seinem Partner Christopher Scott kommt am 6. März 2019 unter den Hammer.

(Foto: Christie’s)

Sieht man die Pressemitteilung durch, fallen die Zuwachsraten auf. Der Auktionsumsatz stieg bei Christie’s auf 6,3 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent). Die Privatverkäufe kletterten um 7 Prozent auf 653,3 Millionen Dollar, die Online-Only Sales um 20 Prozent auf 86,6 Millionen Dollar. Auch wenn der Umsatz aus Internetauktionen noch gering ist, erschließt sich Christie’s so systematisch Neukunden. Diese surfen auf Christie’s Internetseite, weil sie etwa Luxusgüter oder preiswerte zeitgenössische Kunst suchen.

Rückgänge verzeichnet die Jahresbilanz für die EMERI-Länder. Bolls Erklärung zielt weniger auf die instabile politische Lage, als vielmehr auf kunstmarktinterne Gründe: „Zum einen möchten einige Kunden ihre Kunstwerke in New York versteigern lassen. Die USA haben nicht für alle, aber für viele Sammelgebiete gerade einen starken Markt. Zum anderen wurden Transaktion europäischer Einlieferungen durch die Abteilung Privatverkäufe getätigt. Und die hat keine räumliche Zuordnung.“

Gerüstet für einen Brexit

Für einen möglichen Brexit sei man in der Kings Street in London gut vorbereitet, meint Manager Boll, der eine entsprechende Strategiegruppe leitet. „Christie‘s sah in 252 Jahren das Kommen und Gehen vieler politischer Rahmenbedingungen. Nur etwa 20 Prozent der Londoner Kunden leben auf dem Kontinent.“ Die Kunsttransporteure, mit denen Christie’s zusammenarbeitet, verzollen digital und müssen deshalb nicht in den erwarteten LKW-Schlangen an der Grenze in Dover stehen wie Just-in-Time-Lieferanten.

Christie’s gehört zum Luxusgüterimperium von François Pinault. Der französische Unternehmer, Kunstsammler und Museumsbetreiber berief im Januar 2017 Guillaume Cerutti als CEO. Zusammen mit den drei Präsidenten für Amerika, Asien und die EMERI-Länder sorgt Cerutti für die strategische Ausrichtung im immer härter werdenden Wettbewerb.

„Wir haben einen Verkäufermarkt, berichtet Dirk Boll. Immer mehr Einlieferer verhandeln auch Teile des Käuferaufgeldes. Auf diesen Wettbewerb hat das von den Verkäufer- und Käuferaufgeldern lebende Auktionshaus am 1. Februar 2019 reagiert und seine drei Kommissionsgruppen angehoben.

25 Prozent werden jedem Käufer fortan berechnet für Kunstwerke bis zu einem Preis von 225.000 Pfund. Für einen Zuschlag zwischen 225.001 und 3 Millionen Pfund berechnet Christie’s 20 Prozent, bei allem, was darüber liegt 13,5 Prozent, nicht mehr 12,5 Prozent.

David Gilmours Gitarren

Der Ausblick auf die kommende Saison fällt in der Pressemitteilung kurz aus. Es gibt einen Hinweis auf die Gitarrensammlung der Pink Floyd-Legende David Gilmour, die im Juni in New York unter den Hammer kommt. In der Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 6. März wird ein geschichtsträchtiges Doppelporträt aufgerufen, das aus der schon erwähnten Sammlung von Barney Ebsworth stammt: Der einflussreiche Kunstkurator Henry Geldzahler und sein Partner Christopher Scott, 1969 porträtiert vom jungen David Hockney.

Der Schätzpreis liegt, nur ein wenig beflügelt vom jüngsten Hockney-Rekord von 90,3 Millionen Dollar bei vergleichsweise moderaten 30 Millionen Pfund. Doch die Ebsworth-Werke können recht teuer werden. War der Sammler doch immer drei Auswahlkriterien gefolgt „Qualität, Qualität, Qualität“.

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