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Weihnachtsgeschenke Ökonomie verkehrt

Wenig ist so ernüchternd wie ein rentierliches Geschenk. Und niemand ist autistischer als einer, der sich mit so was auch noch selbst beschenkt. Nehmen wir meinen Nachbarn, den Kauz von nebenan. Er hat sich dieses Jahr zu Weihnachten mit einer Spülmaschine beglückt.
  • Birgit Weidt
Alles spricht gegen das Schenken zu Weihnachten.

Alles spricht gegen das Schenken zu Weihnachten.

HB BERLIN.Ein Geschenk-Verpackungsservice des Versandhauses wird ihm pünktlich seine „Überraschung“ ins Haus liefern. „So bekomme ich geschenkt, was ich mir wünsche“, sagt er. Die Verpackung seiner Spülmaschine wird mit goldenen Sternen geschmückt sein.

Und dann macht er eine betriebs- und hauswirtschaftliche Gesamtrechnung auf, in der es im weitesten Sinn um die Amortisation von Geschenken versus ihren volkswirtschaftlichen Verschwendungs-Koeffizienten geht und um einen amerikanischen Professor, den das Leben mit einem hübschen Namen beschenkt hat. Der Mann heißt Joel Waldfogel und unterrichtet in Philadelphia an der Universität von Pennsylvania.

Er hat errechnet, dass allein in den USA 16 Milliarden Dollar Verlust dadurch entstehen, dass die Geschenke die Geber mehr kosten, als sie den Empfängern wert sind.

Wenn das Schenken so risikobehaftet ist – für 16 Milliarden können Sie heutzutage die amerikanische Telefonfirma AT&T kaufen –, warum schenken wir dann überhaupt? An Geburts- und Gedenktagen, zu Kommunion und Konfirmation, zu Weihnachten allzumal?

Sollten wir Waldfogels 16 Milliarden nicht besser als Verlustvortrag versaufen und verjubeln, uns das Schenken nicht lieber schenken?

Dieser Frage ist der Berliner Soziologe Friedrich Rost nachgegangen. Seine Studie heißt: „Schenken heute – lästige Pflicht oder eine Kunst, sich selbst und andere zu erfreuen?“

Bei einer ersten Umfrage im Bekanntenkreis kam zu Tage, dass ein von Rost hoch geschätzter Professor tatsächlich ein „Geschenk-Ein- und Ausgangsbuch“ führt. Akribisch schreibt der Akademiker auf, wem er was, wann und zu welchem Anlass zukommen ließ – und wie die Gegenleistung aussah. Er notiert also unausgesprochen, ob sich der Gabentransfer gelohnt hat.

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