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Zeichnungen Gut auf dem Markt platziert

Seit Jahren feiert die Zeichnung ein beeindruckendes Comeback am Kunstmarkt. Zentrum des Booms ist Berlin. Das ist die Botschaft einer Ausstellung in der Kieler Stadtgalerie. Sie zeichnet jedoch ein zu einseitiges Bild. Zeichnung findet außerdem nicht nur auf dem Papier statt.
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Amelie von Wulffen:

Amelie von Wulffen: "ohne Titel", 2008, Tusche, Aquarell auf Papier. (Ausschnitt)

(Foto: A. v. Wulffen, Stadtgalerie Kiel)

Berlin Die Zeichnung, lange Zeit ein wenig als bloßes Hilfsmedium angesehen, hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Parallel mit dem Boom der Malerei hat sich die Zeichnung als eigenständige künstlerische Form wieder stärker etabliert. Malerstars wie Neo Rauch, Rainer Fetting oder Cornelia Schleime haben parallel zu ihrer Tätigkeit an der Leinwand auch regelmäßig mit Stift, Tusche oder Aquarellfarben gearbeitet – und dabei eigenständige Werke geschaffen, die nicht nur als Vorstudien oder Ideenskizzen gemeint sind.

Die Wanderausstellung „Berlin zeichnet“, die jetzt in der Stadtgalerie Kiel gastiert und für die der Berliner Kurator Alexander Tolnay rund 110 Arbeiten von 22 internationalen Künstlerinnen und Künstlern versammelt hat, möchte die Vielfalt des Mediums zeigen. Berlin als Hauptstadt der Künstler bildet zwar den Bezugsrahmen der Ausstellung. Aber außer der Tatsache, dass alle vertretenen Künstler ein Atelier an der Spree haben, gibt es in der Ausstellung keinen roten Faden, der zu Berlin in Bezug gesetzt werden könnte. Zu sehen ist Drastisches und Meditatives, Abstraktes und Figuratives, und in der Vielzahl der künstlerischen Ansätze spiegeln sich auch vielfältige zeichnerische Techniken wieder.

Schöne und schlechte Träume

Ins Reich der surrealen, erotischen Träume und Albträume führen die großformatigen Zeichnungen von Ralf Ziervogel. Der Künstler wirft große Gewebe aus Körpern und Körperteilen auf das Blatt, ausgeschüttet wird ein Füllhorn an Sex-, Gewalt- und Folterszenen – Werke eines obszessiven Zeichners.

Diametral entgegengesetzt erscheinen da die Arbeiten von Jorinde Voigt, die in Schrift und Linien mit Tinte und Bleistift Ordnungssysteme ganz eigener Art aufs Papier bringt. Ihr Zeichnungszyklus „Interkontinental“ protokolliert vordergründig Flugbewegungen von Ost nach West und von Nord nach Süd. Dahinter steckt ein komplexes Nachdenken über Territorien, Gebietsansprüche und Grenzen in der heutigen Zeit. Dass die spinnwebartigen Gebilde auch eine höchst ästhetische Dimension besitzen, macht eine Stärke der Arbeiten von Jorinde Voigt aus, für die Zeichnungen das Hauptmedium darstellen.

Schlagzeilen hat die Berliner Malerin Cornelia Schleime vor einigen Jahren mit ihrer Papst-Serie gemacht. In freundlichen, mitunter ironischen Bildern stellte sie wiederholt den polnischstämmigen Papst Johannes Paul II. dar, der durch sein soziales und politisches Engagement der aus der DDR stammenden Künstlerin imponierte. Parallel zu den großformatigen Tafeln fertigte sie auch Aquarelle und Tuschezeichnungen an, die in der Ausstellung zu sehen sind.

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