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Hövding-Airbag

Wie effektiv der Hövding-Airbag ist, hängt auch von der Dauer des Sturzes ab.

(Foto: hovding.de)

Airbag, Basecap & Co. Das sind stylishe Alternativen zum klassischen Fahrradhelm

Nicht einmal jeder fünfte deutsche Radfahrer trägt Helm – was fatal enden kann. Viele verzichten aus modischen Gründen. Das muss nicht sein!
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Düsseldorf Im Büro lässt sich morgens leicht erkennen, wer mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist. Neben dem gehetzten Blick und dem leichten Hecheln sind es vor allem die vom Helm plattgedrückten Haare, die den sportlichen Pendler entlarven.

Um keinen Stilbruch zu begehen, verzichten viele daher auf den Kopfschutz: Der Fahrradmarkt boomt, vor allem, weil immer mehr Deutsche auf E-Bikes steigen. Doch 2017 waren der Deutschen Verkehrswacht zufolge nur 13 Prozent der Erwachsenen mit Helm unterwegs. Die meisten Erwachsenen verzichten also oft auf den lebensrettenden Kopfschutz – aus Eitelkeit.

Denn ein Helm drückt Haare platt, zerstört Frisuren, und besonders kleidsam ist er meistens auch nicht. Oder?

Wer gut aussehen möchte, aber im trubeligen Berufsverkehr trotzdem mit gesundem Überlebenstrieb gesegnet ist, dem bieten sich mittlerweile höchst ästhetische Alternativen zum klassischen Helm. Befürworter wünschen sich, dass der Kopfschutz zum Modetrend wird. Mit folgenden Varianten kommen Radfahrer mal mehr, mal weniger stilsicher ins Ziel.

Variante 1: Der Airbag

Zwei schwedische Industriedesign-Studentinnen haben den Helm-Airbag „Hövding“ 2005 erfunden. Er wird um den Hals gelegt, vorne mit einem Reißverschluss befestigt – sieht aus wie ein Schal. Wer mit besonderen Gespür für Design glänzen will, tauscht den schwarzen Stoffüberzug aus.

Im „Ruhezustand“ sieht der Airbag aus wie ein dicker Schal. Quelle: hovding.de
Der Hövding-Airbag

Im „Ruhezustand“ sieht der Airbag aus wie ein dicker Schal.

(Foto: hovding.de)

Nur mit der Militärmusterung „Antwerp“ wirkt man wohl eher martialisch als modeaffin. Wer diese ästhetischen Entscheidungen aber getroffen hat, muss nach dem Anlegen nur noch darauf achten, per Druckknopf das Sicherheitssystem zu aktivieren.

Sobald der Radler dann stürzt oder gerammt wird, öffnet sich die modische Hülle blitzschnell, und eine luftgepolsterte Schutzhülle entspannt sich über seinen Kopf und federt den Aufprall ab. Man sollte allerdings tunlichst darauf achten, ihn nur zum vorgesehenen Zweck zu nutzen – und auch wieder zu entsichern, wenn man vom Rad steigt.

Sonst ergeht es einem wie jenem Radler, der nur kurz etwas im Supermarkt besorgen wollte, stolperte und plötzlich mit aufgeblasenem Kopf-Airbag neben den Einkaufswagen stand.

Laut einer Studie der Stanford University kann der Hövding-Airbag Kopfverletzungen sogar achtmal sicherer verhindern als ein klassischer Helm. Er löst nach Angaben des Unternehmens innerhalb von 0,1 Sekunden nach dem Sturz aus.

Als modische Zugabe schützt der Trockenhauben-Look aber auch die aufwendig zurechtgestylte Frisur – wobei sich die Frage stellt: Wer radelt so langsam, dass hier nicht allein der Fahrtwind alles zerzaust?

Davon abgesehen, ist der größte Nachteil des Helm-Airbags sein Preis: 299 Euro kostet er, das ist das Vielfache eines gewöhnlichen Kopfschutzes. Wer seinen „Hövding“ modisch aufpeppen will, muss für den Überzug weitere 20 bis 60 Euro einplanen. Zudem funktioniert der Airbag nur einmal. Nach einem Sturz muss er an die Firma zurückgeschickt werden – das sogenannte „Crash Replacement“ kostet dann 199,90 Euro.

Variante 2: Der Basecap-Helm

Der Basecap-Kopfschutz der Firma Park & Diamond schont die Frisur zwar auch nicht besser als ein normaler Schaumstoffhelm, dafür besticht er durch seine Lässigkeit. Am Ziel angekommen, kann er einfach gegen die normale Basecap ausgetauscht werden – die Kavaliere der alten Schule in geschlossenen Räumen natürlich trotzdem absetzen sollten.

Das Start-up „Park and Diamond“ will künftig weitere Helm-Alternativen im Design populärer Kopfbedeckungen anbieten. Quelle: www.park-and-diamond.com
Basecap-Helm von Park and Diamond

Das Start-up „Park and Diamond“ will künftig weitere Helm-Alternativen im Design populärer Kopfbedeckungen anbieten.

(Foto: www.park-and-diamond.com)

Zudem ist die Kappe nach Unternehmensangaben gut durchlüftet. So können Langhaarträger die plattgedrückte Mähne nach der Radtour wenigstens ausschütteln, ohne die Umstehenden mit Schweiß zu besprenkeln.

Wer stürzt und die stylishe Außenhülle kaputt macht, muss nicht gleich den ganzen Helm neu kaufen. Auch hier lässt sich die Verkleidung von der Polykarbonat-Hülle trennen, die Basecap-Überzieher bietet Park & Diamond einzeln an. Das Start-up will in Zukunft Helme im Stil weiterer Kopfbedeckungen, zum Beispiel als Beanie, anbieten.

Nach Angaben der Firma sitzt der Basecap-Schutz fester auf dem Kopf als Schaumstoffhelme. So soll er mehr als dreimal so viele Stöße absorbieren. Mit seinen 159 Euro kostet er bedeutend weniger als der Airbag, ist im Vergleich zum traditionellen Helm aber immer noch recht teuer.

Variante 3: Helm mit Quetschpotenzial

Der letzte Schrei des spanischen Unternehmens Closca lässt sich galant und ruckzuck um mehr als die Hälfte verkleinern. Das empfiehlt sich natürlich nur, solange der Radfahrer das Modell „Fuga“ nicht auf dem Kopf trägt. So passt der Helm bequem in die Ablage unterm Schreibtisch sowie in fast jede Tasche, zumal er je nach Größe nur 250 bis 290 Gramm wiegt.

Die spanische Firma Closca wirbt mit austauschbaren Visieren in fünf verschiedenen Farben für ihren Helm. Quelle: closca.com
Closca-Helm

Die spanische Firma Closca wirbt mit austauschbaren Visieren in fünf verschiedenen Farben für ihren Helm.

(Foto: closca.com)

Aber auch auf dem Kopf macht der Fuga etwas her: Closca wirbt mit austauschbaren Visieren in fünf verschiedenen Farben, die modebewusste Radfahrer ihrem täglichen Look anpassen können. „Näher an der Design- und Modewelt als an der Radfahrtradition“, heißt es in der spanischen Ausgabe des Modemagazins „Esquire“ – wobei die Autoren offenließen, ob sie diese Entwicklung wirklich begrüßen.

Die versteckten Belüftungsschlitze sorgen jedenfalls dafür, dass das Gel bei der Ankunft noch nicht aus den Haaren gelaufen ist. Bei Stürzen kann dann der im Helm verbaute NFC-Funk hilfreich werden, denn über ihn kann der Träger schnell den Notruf wählen.

Der Standardhelm von Closca kostet 120 Euro. Für 25 Euro mehr ist noch die sogenannte „Nordic“-Variante erhältlich, bei der eine Mütze in die Schale eingenäht ist. Das ist gerade im Winter ein spielerisches Accessoire, mit dem Radfahrer ihre Ohren warmhalten können – allerdings, so viel Ehrlichkeit muss sein, ihre Frisur womöglich zusätzlicher Beeinträchtigung aussetzen.

Variante 4: Der Zweitfrisur-Helm

Wer den klassischen Helm schlicht wegen seiner technisch-puristischen Anmutung ablehnt und weniger Ängste wegen verdötschten Haupthaares hat, könnte mit dieser Variante von Igor Mitin auf Tour gehen – damit setzen Radfahrer auf jede Frisur noch eine drauf.

Die Helme des australischen Designers Igor Mitin kommen auch mit roter Gelfrisur mit Koteletten oder Prinz-Eisenherz-Matte als Motiv daher. Quelle: igormitin.com
Helm mit Glatzen-Motiv

Die Helme des australischen Designers Igor Mitin kommen auch mit roter Gelfrisur mit Koteletten oder Prinz-Eisenherz-Matte als Motiv daher.

(Foto: igormitin.com)

Denn die Helme des australischen Designers schmücken das Oberhaupt zum Beispiel mit Glatzenlook und Bartansatz, geben einem eine Gelfrisur mit Koteletten oder kommen als Prinz-Eisenherz-Matte daher. Wer will, kann sich sogar eine Wassermelone auf die Birne schnallen.

Noch können Interessierte die Helme nicht im Internet bestellen, Mitin will daraus aber ein breitenwirksames Angebot machen. Klar ist aber: Die Frisur dürfte genauso leiden wie bei anderen klassischen Helmen – und außerdem lenkt man damit vielleicht noch andere Teilnehmer vom Verkehrsgeschehen ab.

Das E-Bike erobert alle Nischen
Rotwild AMG R.S2 Limited Edition
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Getrieben von einer anhaltend großen Nachfrage nach Pedelecs darf sich die Fahrradindustrie wohl auch 2018 auf ein weiteres Jahr auf hohem Umsatzniveau freuen. Fahrräder bleiben gefragt und begehrt, besonders wenn sie hochwertig sind und elektrisch angetrieben werden...

(Foto: Hersteller)
Stromer ST5
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Vor allem das Angebot an E-Bikes wird massiv wachsen. Bei den Alltags-Bikes sind vor allem elektrisch unterstützte Falt- und Lastenräder in den Fokus der Zweiradhersteller gerückt..

(Foto: Hersteller)
Puristisches Coboc One Brooklyn mit Akku im Rahmenunterzug und mit Riemenantrieb
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Bosch sei Dank, beschert uns das Modelljahr 2018 aber auch bei den besonders beliebten City-, Touren- und Trekking-Bikes eine gewaltige Flut neuer oder zumindest deutlich überarbeiteter Typen. Das Zauberwort heißt Powertube. Marktführer Bosch hat neuerdings einen Akkutypen im Angebot, der sich gut in den Rahmen integrieren lässt...

Winora Sinus ix11
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Anders als bei den sonst am Unter- oder Sattelrohr befestigen Batterieklötzen bleibt der Powertube-Akku unsichtbar. Unter anderem Branchengrößen wie Stevens, Corratec, Simplon, Flyer, Riese & Müller, Haibike oder Kalkhoff setzen bereits auf das neue Batterieformat mit einer Vielzahl sehenswerter, schlanker Modelle. Ein schönes Beispiel für die neue Ästhetik bietet das rund 3.000 Euro teure Sinus iX11 von Winora.

(Foto: Hersteller)
Stevens E-Triton 45
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Der Fahrradhersteller Stevens hat zum Modelljahr 2018 gleich drei Pedelec-Baureihen auf die im Rahmen vollintegrierten Power-Tube-Akkus von Bosch umgestellt. Zentrales Element ist eine Rahmenkonstruktion, bei der das wuchtige Unterrohr den 35 x 8 x 7 Zentimeter 500-Wh-Batterie von Bosch vollständig integriert.

Der Akku ist dank einer abschließbaren Klappe auch herausnehmbar. Entsprechend kann man entweder über eine Buchse direkt am Fahrrad ein Ladegerät anschließen, oder alternativ die Batterie herausnehmen und zum Beispiel zum Laden mit in die Wohnung nehmen...

(Foto: Hersteller)
Stevens E-Lavena PT5
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Dank der kompakten Abmessungen lässt sich ein Akku auch leicht im Rucksack mitnehmen. Wer also längere Touren plant, kann mit einem Zweit-Akku seine Reichweite verdoppeln. Als weitere Besonderheit haben alle neuen Power-Tube-Pedelecs eine kleine Strebe überm Mittelmotor zwischen Unter- und Sitzrohr, die als Tragegriff konzipiert wurde.

Einstiegsmodell ist das rund 3.000 Euro teure Tourenrad E-Lavena, das in drei Rahmenvarianten angeboten wird. Als Antrieb verfügt das Modell über einen 63 Newtonmeter starken Performance-Line-Motor von Bosch. Zur Ausstattung gehören Schutzbleche, Gepäckträger, Shimano-Scheibenbremsen (BR-M315), Suntour-Federgabel, Intuvia-Display, LED-Lichtanlage von B+M und eine Zehngang-Deore-Kettenschaltung.

(Foto: Hersteller)
Ebenfalls auf einen im Rahmen integrierten Akku setzt Continental mit einem völlig neuen 48-Volt-Antrieb
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In der Revolution-Version integriert der Antrieb als weitere Besonderheit gleich noch ein im Mittelmotor Automatikgetriebe.

Vorläufig hat allerdings nur die E-Bike Manufaktur ein halbes Dutzend Modelle mit dem neuen Antriebssystem im Portfolio. Die Preise starten hier bei rund 3.500 Euro. Die spannende Frage ist, ob weitere Fahrradhersteller diesem Beispiel folgen werden und ebenfalls auf die neue Conti-Technik setzen...

(Foto: Hersteller)

Fazit:

Die diversen Kopfschutzvarianten mögen ihre Vorteile haben – und wenn dadurch Helmverweigerer zum Kopfschutz greifen, ist das begrüßenswert. Wer allerdings zuverlässigen Schutz zu erschwinglichen Preisen sucht, sollte zum klassischen Fahrradhelm greifen.

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