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Architektur Warum die New Yorker jetzt unterirdische Parks bauen

6000 Wolkenkratzer begrenzen den Platz für Grünflächen. Daher geht die Stadt New York nun mit einem Großprojekt in den Untergrund von Manhattan.
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Erste Visionen der New Yorker Lowline, umgesetzt in einer 3D-Animation. Quelle: action press
Erholung im Untergrund

Erste Visionen der New Yorker Lowline, umgesetzt in einer 3D-Animation.

(Foto: action press)

New YorkIn New York stehen einige der größten und bekanntesten Wolkenkratzer der Welt, insgesamt etwa 6000. Doch dort, wo Metropolen immer dichter bebaut und die Häuser immer höher werden, sind Grünflächen meist Mangelware. Dan Barasch will das ändern. Zusammen mit seinem Partner James Ramsey entwarf Barasch deshalb den Plan für den ersten unterirdischen Park, die sogenannte Lowline – in einer verlassenen, über 100 Jahre alten Straßenbahnhaltestelle.

Vor 70 Jahren war die Haltestelle noch als „Williamsburg Bridge Trolley Terminal“ bekannt, von wo aus Bewohner zwischen den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn pendeln konnten. Doch seit 1948 steht das Terminal leer, Bahngleise und hohe Gewölbedecken sind dennoch erhalten geblieben.

Auf einer Fläche fast so groß wie ein Fußballfeld sollen sich ab der geplanten Eröffnung im Jahr 2021 künftig Besucher ganzjährig erholen können. „Als New Yorker in der vierten Generation war ich fasziniert von der Idee, einen neuen Park in einem Viertel zu schaffen, das dringend Grünflächen benötigt“, so Barasch, der früher bei Google im Marketing arbeitete.

Sein Park-Projekt sieht der Mitgründer der Lowline als Gegenentwurf zu einem „normalen“ Park. Denn auch wenn das Wetter zu kalt oder regnerisch für Outdoor-Aktivitäten sei, könnten die New Yorker diesen Ort besuchen – und bei heißem Wetter sei der unterirdische Raum zudem von Natur aus kühler, so Barasch.

Tageslicht gelangt über eine spezielle Solar-Technologie unter die Erde, die in Zusammenarbeit mit Ingenieuren entworfen wurde. Durch diese Technologie kann das natürliche Sonnenlicht über den Straßen der Stadt eingefangen, wie ein Laser anschließend gesammelt und unterirdisch wieder verteilt werden.

Der Testlauf im Jahr 2016 prüfte die Solar-Technologie und das Potenzial eines solchen Parks. Quelle: action press
Lowline Lab

Der Testlauf im Jahr 2016 prüfte die Solar-Technologie und das Potenzial eines solchen Parks.

(Foto: action press)

Das Sonnenlicht liefert die für die Fotosynthese der Pflanzen erforderliche Energie, sagte Barasch. Durch weitere Beleuchtung werde dieses zudem noch ergänzt, entstehen soll ein ganzjährig blühender botanischer Garten. Für eine ausreichende Belüftung sollen unterirdisch installierte Lüftungssysteme sorgen. Die Kosten für das Projekt sollen sich laut Barasch auf insgesamt etwa 84 Millionen Dollar belaufen, die aus Spenden sowie öffentlichen Geldern finanziert werden.

Bereits im September 2012 baute das Lowline-Team einen vollständigen Prototypen der Solar-Technologie in einem verlassenen Lagerhaus. Vier Jahre später testete es dann in seinem sogenannten Lowline Lab, einem öffentlichen, unterirdischen Raum, die Technologie und das Potenzial eines solchen Parks. Mehr als 100.000 Besucher fanden 2016 den Weg in das Lab. Im Sommer 2016 genehmigte auch die Stadt New York das Vorhaben – und gab damit den offiziellen Startschuss für den Bau.

 „Mit der Lowline wollen wir erreichen, dass die Menschen unterirdische Räume in den Städten weltweit anders wahrnehmen“, so Barasch. Außerdem kann dadurch das städtische Leben der Menschen verbessert werden. Der Mitgründer könnte sich vorstellen, dass sein Projekt auch an anderen Standorten entwickelt wird.

Mehr als 100.000 Besucher gewannen im Lowline Lab einen Eindruck davon, was sie ab dem Jahr 2021 erwartet. Quelle: imago/Levine-Roberts
Es grünt und blüht

Mehr als 100.000 Besucher gewannen im Lowline Lab einen Eindruck davon, was sie ab dem Jahr 2021 erwartet.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Wie Grünflächen wieder erfolgreich in die Großstadt eingebaut werden können, zeigt das in New York bereits existierende Gegenstück zur Lowline – die High-Line. In den 30er-Jahren war die Hochbahntrasse im Südwesten Manhattans gebaut worden, damit Güterzüge ihre Ware direkt in die oberen Stockwerke der dort ansässigen Fabriken und Lagerhäuser liefern konnten. Etwa 50 Jahre später gab es jedoch keine Verwendung mehr für das Schienennetz in neun Meter Höhe.
So wurde ein Konzept entworfen, die stillgelegte Hochbahntrasse zum Park umzubauen. Seit der Eröffnung vor zehn Jahren ist der 2,5 Kilometer lange Park mittlerweile zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen New Yorks geworden – und zieht jedes Jahr mehr als sieben Millionen Besucher an.

Die Lowline soll nach Angaben des Park-Teams nicht nur einen neuen öffentlichen Raum schaffen, „sondern auch ein innovatives Beispiel dafür sein, wie Technologie unsere Städte im 21. Jahrhundert verändern kann“. 2021 soll sie offiziell eröffnet werden. Dann ist die Weltmetropole New York um ein weiteres Highlight reicher – wenn auch diesmal unter der Erde.

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