Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bernard Arnault Der Herr über Dior und Louis Vuitton ist jetzt der zweitreichste Mann der Welt

Nur Jeff Bezos hat mehr Vermögen als der Chef des französischen Konzerns LVMH. Ein Drittel seines Vermögens hat er erst in diesem Jahr angehäuft.
Kommentieren
Das Forbes-Magazin schätzt sein Vermögen auf 105,1 Milliarden Dollar. Quelle: imago/IP3press
Bernard Arnault

Das Forbes-Magazin schätzt sein Vermögen auf 105,1 Milliarden Dollar.

(Foto: imago/IP3press)

Paris Wenn in Paris die Fashion Week läuft, sitzt in der ersten Reihe bei den wichtigsten Modenschauen häufig ein hagerer Mann im dunklen Anzug. Wären da nicht die Fotografen, die ihn neben Weltstars ablichten, würde Bernard Arnault kaum auffallen.

Der 70-Jährige ist Mehrheitseigner des Luxuskonzerns LVMH, zu dem unter anderem die bekannten Modemarken Dior und Louis Vuitton gehören. So unscheinbar sich Arnault auch gibt, der Franzose ist äußerst erfolgreich. Und das hat ihn jetzt zum zweitreichsten Menschen der Welt gemacht.

Das Magazin „Forbes“ schätzt Arnaults Vermögen auf 105,1 Milliarden Dollar (93,7 Milliarden Euro). Ein Drittel seines Vermögens hat er erst in diesem Jahr angehäuft und damit nun Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Vermögen von 103,7 Milliarden Dollar als zweitreichsten Menschen der Welt abgelöst.

Mehr Geld hat nur noch der Amerikaner Jeff Bezos, daran hat auch seine teure Scheidung von Ex-Frau MacKenzie nichts geändert. Der Amazon-Chef bleibt mit einem geschätzten Vermögen von 164,8 Milliarden Dollar auf Platz eins.

Arnault hält knapp 50 Prozent am LVMH-Konzern und besitzt die Mehrheit der Stimmrechte. Die Aktie stieg innerhalb eines Jahres um rund 40 Prozent und war der wichtigste Treiber für Arnaults Vermögen. Das Luxusgeschäft erlebt seit Jahren einen weltweiten Boom, wozu die Nachfrage aus China erheblich beiträgt.

Im Jahr 2018 wuchs LVMH in allen Geschäftsbereichen. Der Umsatz stieg auf 46,8 Milliarden Euro, fast dreimal so viel wie vor zehn Jahren. Der Gewinn betrug 6,4 Milliarden Euro, 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Rund 70 Marken vereint Arnault im Konzern, darunter im Modebereich neben Louis Vuitton und Dior auch Givenchy und Fendi, außerdem exklusive Champagnermarken wie Moët & Chandon sowie Dom Pérignon. Auch im Geschäft mit Luxusuhren, im Weinbau und Schmuck ist Arnault aktiv. Der verstorbene Modeschöpfer Karl Lagerfeld, der für ihn bei Fendi arbeitete, sagte einmal über Arnault: „Er liebt die Trophäen. Das ist ein Spiel für ihn.“

Zuletzt hat Arnault den Londoner Luxushotelkonzern Belmond übernommen. Der neueste Trend der Reichen heißt „Luxury Experience“, die Kunden kaufen weniger Produkte und investieren mehr in Erlebnisse wie Luxusessen und teure Reisen.

Erst Immobilien, dann Mode

Schon früh kam Arnault in Kontakt mit dem Reichtum. Nach seinem Ingenieurstudium in Paris stieg er in das väterliche Immobilienunternehmen ein. Von 1978 bis 1984 war er Chef der Firma, die vor allem Ferienwohnungen an der südfranzösischen Küstenregion Côte d’Azur baute.

Nachdem im Jahr 1981 die französischen Sozialisten unter François Mitterrand an die Regierung kamen, ging Arnault in die Vereinigten Staaten. Dort setzte er weiter auf den Bau von Ferienwohnungen am Meer, etwa in Palm Beach. Doch lange hielt es ihn nicht in den USA: 1984 kehrte Arnault zurück nach Frankreich.

Im folgenden Jahr trat er erstmals als Unternehmer mit seiner Holding Financière Agache auf, zu dessen Tochterfirmen auch das Modeunternehmen von Christian Dior gehörte. Dann begann Arnault ab 1987 zunehmend damit, Anteile an LVMH zu erwerben. Die Holding war zuvor durch den Zusammenschluss von Louis Vuitton und Moët-Hennessy entstanden. In den Jahren danach kaufte Arnault immer weitere Luxusmarken zu, was ihm in französischen Medien den Namen „Raubtier der Luxuswelt“ einbrachte.

Viele Marken, in die er einstieg, hatten ihren Glanz längst verloren, so auch Kofferhersteller Louis Vuitton. Aber unter Arnault wurde die Marke wieder glamourös. So trägt Frankreichs First Lady Brigitte Macron vor allem Kleidung von Louis Vuitton. Arnault hat beste Beziehungen in die Politik, er ist auch ein guter Freund von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

Bei seiner Jagd nach Luxusmarken musste Arnault nur drei größere Niederlagen hinnehmen. Der französische Kering-Konzern kam ihm im Jahr 2001 bei Gucci zuvor und erhielt damit auch Zugriff auf Yves Saint Laurent. Auch bei Taschenhersteller Hèrmes konnte Arnault nicht landen. Das Familienunternehmen lehnte sein Angebot schlicht ab.

Mehr: Die Designerin verkauft einen Anteil ihrer Modefirma an den französischen Luxus-Konzern LVMH. Dennoch behält sie in ihrem Unternehmen das Sagen.

Startseite

Mehr zu: Bernard Arnault - Der Herr über Dior und Louis Vuitton ist jetzt der zweitreichste Mann der Welt

0 Kommentare zu "Bernard Arnault: Der Herr über Dior und Louis Vuitton ist jetzt der zweitreichste Mann der Welt "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote