Carl F. Bucherer-Chef Sascha Moeri „Wir müssen nicht in Quartalszahlen denken wie andere Marken“

Sascha Moeri, Chef der Uhrenmarke Carl F. Bucherer, spricht im Interview über das Jubiläum der Firma und die Aussichten fürs nächste Jahr.
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Seit 2010 ist er Chef der Schweizer Uhrenmanufaktur. Quelle: Herbert Zimmermann / 13 Photo
Sascha Moeri

Seit 2010 ist er Chef der Schweizer Uhrenmanufaktur.

(Foto: Herbert Zimmermann / 13 Photo)

LuzernHerr Moeri, die Luzerner Uhren- und Schmuckgröße Bucherer feiert dieses Jahr ihren 130. Geburtstag. Was hat sich das Unternehmen selbst geschenkt?
Gute Zahlen und noch bessere Aussichten, würde ich sagen. Unter anderem können wir bei Carl F. Bucherer dieses Jahr außerhalb unserer Gruppe die erste Digital-Boutique eröffnen – mit JD.com in China.

Asien und Online – sind das die beiden Terrains, wo sich Carl F. Bucherer am meisten Wachstum verspricht?
Asien steht schon heute für 40 Prozent unserer Uhren-Umsätze, ebenso viel wie Europa. Den Rest teilen sich die USA und andere Länder und Regionen. Asien, besonders „Greater China“ – also Taiwan, Hongkong, China –, ist ein wirklich wichtiger Teil geworden ...

... trotz des Umsatzeinbruchs in der Volksrepublik vor wenigen Jahren?
Das war ja lange keine derart existenzielle Krise wie einst die aufkommende Quarz-Technik, die in den Siebzigerjahren die ganze Schweizer Uhrenindustrie in ihren Grundfesten bedroht hat. China bedeutete allenfalls eine Delle in einem nun wieder kraftvoll wachsenden Gesamtmarkt. Eher empfand ich das als Marktbereinigung, die nicht unbedingt schlecht war.

Wie viele Uhren produziert Ihre Marke Carl F. Bucherer?
2010 waren es noch 6.000 Stück. Dieses Jahr werden es sicher über 25.000. Unsere neue Manufaktur hat Kapazitäten für rund 30.000, die wir nächstes Jahr ausschöpfen könnten. Auch die Zahl unserer Verkaufspunkte wird sich weiter erhöhen – global gesehen bis auf 400 im nächsten Frühjahr.

Ihr Haus ist in dritter Generation in Familienbesitz. Wo hilft das besonders?
Der Spielraum von uns Managern ist ebenso groß wie die Strategie nachhaltig und langfristig. Wir müssen nicht in Wochenberichten und Quartalszahlen denken wie manche andere Marke. Das ist ein Riesenprivileg. Zugleich ist die Dynamik enorm. Entscheidungen können schnell getroffen und dann auch durchgezogen werden.

Was sehen Sie als die Trends des nächsten Jahres?
Da kommt es ganz auf den jeweiligen Markt an. Wichtiger, als jedem Trend hinterherzulaufen, ist, dass man sich als Marke treu bleibt.

Wie schafft man das, wenn die Geschmäcker doch mittlerweile so unterschiedlich sind?
Indem man verschiedenste Modellkollektionen glaubwürdig vertritt. Bei uns sind das fünf völlig unterschiedliche Familien, die in sich aber schlüssig eine Grundidee variieren.

Also mal eher technisch-puristisch, mal mehr Bling-Bling?
Russen oder Chinesen haben tatsächlich einen völlig anderen Geschmack als etwa Deutsche oder auch Amerikaner. Wie immer Sie es nennen – bei uns finden Sie höchste Qualität und Innovationskraft, gepaart mit durchdachtem Design.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°7/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 9. November 2018 am Kiosk erwerben.

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