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Chanel-Kreativdirektor Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist tot

Der deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist gestorben. Mit dem Kreativdirektor von Chanel verliert Paris seinen letzten Modezaren.
19.02.2019 Update: 19.02.2019 - 14:20 Uhr Kommentieren

Paris: Karl Lagerfeld ist tot

Paris Er war Modeschöpfer, Designer, Fotograf, Zeichner, sogar Buchhändler. Am Dienstag ist Karl Lagerfeld in Paris gestorben.

Berühmt wurde der gebürtige Hamburger vor allem als künstlerischer Direktor der französischen Modefirma Chanel. Dort begann er 1983, als das Modehaus am Rande des wirtschaftlichen Ruins stand. Mit schier unerschöpflicher Energie brachte Lagerfeld Chanel wieder an die internationale Spitze.

Bei der Schau zur Frühjahrs- und Sommerkollektion am 22. Januar im Grand Palais hatte er bereits gefehlt, sonst machte Lagerfeld stets am Ende der Show den Anwesenden seine Aufwartung. Er sei erschöpft, hatte Chanel in einem Kommuniqué mitgeteilt.

Bei den Fragen, ob es ein Chanel nach Lagerfeld gebe und wie man sich das vorstellen könne, gab es stets nur die knappe Bemerkung: Für diese Überlegung bestehe kein Anlass.

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    Tatsächlich wirkte Lagerfeld irgendwie unsterblich, schien ohne Übergang vom Reich der Lebenden in das der Legenden gewechselt zu sein. Schon vor Jahren war Lagerfeld zur Ikone geworden, mit seinem zum Pferdeschwanz gebundenen weißen, gepuderten Haaren, der dunklen Sonnenbrille, den hohen weißen Kragen und den Lederhandschuhen, die alle Zeichen des Alterns verbergen sollten.

    Vermutlich im Jahr 1933 geboren – um das genaue Jahr machte er ein Geheimnis – ging der Hamburger schon als Jugendlicher nach Paris. Auf der Schule für Haute Couture traf er Yves Saint-Laurent, freundete sich mit ihm an, war ihm aber später in heftiger persönlicher und beruflicher Rivalität verbunden.

    „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“
    Schneider der Stars und Supermodels
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    Karl Lagerfeld, hier 1979, hat königliche Körper in Traumkreationen gehüllt und Outfits für Pop-Stars wie Madonna und Kylie Minogue entworfen. Nun ist der Modezar gestorben, wie der Modekonzern Chanel am Dienstag mitteilte.

    (Foto: dpa)
    Früher Umzug nach Paris
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    Nach eigenen Angaben kam Lagerfeld 1935 in Hamburg zur Welt. Als Geburtsjahre kursieren aber auch 1933 und 1938. 1953 zieht er mit seiner Mutter nach Paris. Dort erhält er den ersten Preis für einen Mantelentwurf bei einem Design-Wettbewerb. 1954 beginnt Lagerfeld die Schneiderlehre bei Designer Pierre Balmain, später ist er freischaffender Designer und künstlerischer Direktor bei Jean Patou.

    (Foto: AFP)
    Einmaliger Stil
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    Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf: So kannte Lagerfeld (hier 1989) die ganze Welt. Seinen fast schon maskenhaften Stil hat er zu seinem Markenzeichen gemacht.

    (Foto: imago/teutopress)
    Klassische Formen erneuert
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    Seine Mode war elegant, minimalistisch und innovativ. Unvergesslich sind das kleine Chanel-Jäckchen, die tiefen Rücken-Dekolletés, seine Wollmäntel mit Gürtelschließe am Kragen. Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und „Looks“ geschaffen. Er schickte die schönsten Models über die Laufstege, darunter Claudia Schiffer (hier 1989 rechts im Bild).

    (Foto: Sygma/Getty Images)
    Wegweisender Wechsel für Chanel
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    Lagerfeld hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Mode mitbestimmt. Mitte der 50er-Jahre begann er in Paris große Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war.

    (Foto: Corbis Historical/Getty Images)
    Aus dem Dornröschenschlaf gerüttelt
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    Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Auf dem Foto ist er 1996 mit den Models Nadja Auermann (links) und Naomi Campbell (2.v.r) zu sehen.

    (Foto: dpa)
    40 Kilogramm abgenommen
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    Seine unermüdliche Energie war bemerkenswert: Mit Ende 60 speckte er etwa 40 Kilogramm ab, um in die neuesten schlank geschnittenen Kleidungsstücke zu passen. Das Foto zeigt ihn 2006 mit Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH.

    (Foto: AFP)

    Auf ersten Stationen bei Balmain und Jean Patou folgte ein Engagement bei Chloé. Seine definitive Wirkungsstätte fand er mit Chanel. Seine „petite robe noir“ machte ihn weltweit berühmt.

    Das kleine Schwarze ist bis heute ein wirksamer Werbeträger für Parfüm. Der Stadt an der Seine blieb Karl Lagerfeld bis zuletzt treu.

    Als Designer probierte er vieles aus, kooperierte 2004 mit H&M für eine Kollektion, die in kürzester Zeit ausverkauft war, und gründete sein eigenes Haus.

    Er war mehr als ein Mann der Mode, hat dazu beigetragen, das Deutschland-Bild der Franzosen zu verändern: mit seiner Kreativität, seinem perfekten, wenn auch stets durch Hamburger Akzent gefärbten Französisch, seiner Schlagfertigkeit und der Gabe zum treffenden, manchmal vergifteten Bonmot. Die wendete er in aller Konsequenz sogar auf sich selbst an: „Es wird keine Beerdigung geben, eher sterbe ich“, sagte er im vergangenen Jahr.

    Bis zuletzt hat er gearbeitet, den mörderischen Rhythmus von bis zu zehn Kollektionen im Jahr ausgehalten. Aber er interessierte auch Menschen, die sich nicht unbedingt für Mode begeistern, weil er einen wachen und scharfen Verstand hatte, mit dem er gerne die Zeitläufte kommentierte.

    „Ich bin eine wandelnde Marke, ich heiße Logofeld“, sagte er im vergangenen Jahr, als er die wachsende Bedeutung der sozialen Netzwerke und die Beschleunigung in der Modewelt kommentierte, zu der er selbst beigetragen hat.

    „Die sozialen Netzwerke haben nicht viel Humor und sind nicht gerade komplex, während ich mich gerne indirekt oder im dritten Grad äußere“, sagte er und beklagte sich über zu viel „politische Korrektheit“, von der die Leute bald genug haben würden.

    Auch wenn er von sich und seiner Bedeutung überzeugt war, ließ er manchmal eine gewisse Bescheidenheit durchblicken: „Weder eine gute Kosmetik noch die Kleidung machen eine Frau elegant, sie können ihre Eleganz allenfalls unterstreichen.“

    Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Quelle: dpa
    Karl Lagerfeld im November 2018

    Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel.

    (Foto: dpa)

    Lagerfelds Tod ist auch für die französische Hauptstadt ein Einschnitt. Leute, die sich sonst äußerst selten zu Wort melden, nahmen Stellung, wie der reichste Mann Frankreichs, für den Lagerfeld zeitweise gearbeitet hat: „Der Tod dieses teuren Freundes stimmt mich, meine Frau und Kinder zutiefst traurig“, sagte Bernard Arnault. „Wir liebten und bewunderten ihn zutiefst. Die Mode und Kultur verlieren einen großen Inspirator.“

    Mit welchem Bonmot Lagerfeld darauf reagiert hätte, das werden wir leider nie erfahren.

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