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Coronakrise So laden geschlossene Museen zu virtuellen Rundgängen ein

Trotz geschlossener Museen gibt es Möglichkeiten, Kunst im In- und Ausland zu genießen. Die digitalen Angebote großer Museen machen es möglich.
22.03.2020 - 09:16 Uhr Kommentieren
In Zeiten der Coronakrise lassen sich Kunstwerke auch digital bestaunen. Quelle: dpa
Auf Tüchfühlung mit großen Werken

In Zeiten der Coronakrise lassen sich Kunstwerke auch digital bestaunen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Noch ist nicht abzusehen, wie lange die Museen in Deutschland und weltweit wegen der Corononakrise geschlossen bleiben müssen. Doch schon lange nutzen die großen Hallen, Sammlungen und Galerien die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Besuchern auch von zuhause aus einen Kunstgenuss zu bescheren. Ein Überblick über das Angebot großer Museen in Europa.

Der Kunst auf der Spur

Das Städel Museum in Frankfurt am Main ist das digitale Flaggschiff unter den deutschen Museen. Es bietet nicht nur virtuelle Einblicke in seine umfangreiche Sammlung an Gemälden, Skulpturen, Grafiken und Fotografien vom Mittelalter über die Moderne bis in die Gegenwart. Auf der Städel-Website gibt es auch Unterhaltung mit Bildungseffekt.

Da ist etwa der kurzweilige Onlinekurs, der – auch für Laien gut verständlich – 250 Jahre Kunstgeschichte am Beispiel von Städel-Meisterwerken erklärt. Das Städel produziert außerdem regelmäßig sogenannte Digitorials zu seinen Sonderausstellungen. Die sind auch dann interessant, wenn ein Live-Besuch nicht möglich ist. Mit vielen Abbildungen und Hintergrundinformationen lernt man mühelos Künstler wie Vincent van Gogh, Peter Paul Rubens oder Victor Vasarely kennen.

Zur Ausstellung „Making van Gogh“ gibt es außerdem eine spannende Podcast-Serie, die sich im Stil eines Krimi-Hörspiels auf die Spuren eines verschwundenen Gemäldes begibt. Über die Kunstszene nach 1945 berichtet die Serie „Café Deutschland“, in der mehr als 70 bekannte Künstler wie etwa Gerhard Richter, Anselm Kiefer oder Georg Baselitz, aber auch Kritiker und Ausstellungsmacher aus ihren Erinnerungen erzählen.

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Standort erkennen

    Und nicht zuletzt bietet das Städel auch Unterhaltung für den Nachwuchs. „Imagoras. Die Rückkehr der Bilder“ ist ein interaktives Tablet-Spiel für Kinder ab acht Jahren, das im Stil einer Fantasy-Geschichte durch die Welt berühmter Meisterwerke führt. www.staedelmuseum.de

    Auge in Auge mit Göttern und Giganten

    Quelle: AFP
    Pergamon Museum in Berlin
    (Foto: AFP)

    Auf der Website des Berliner Pergamon Museums auf der Museumsinsel können sich Besucher den berühmten Pergamonaltar als 3-D-Animation anschauen. Mit wenigen Mausklicks ist man mittendrin in dem dramatischen Kampf zwischen olympischen Göttern und Giganten, der auf dem Altarfries dargestellt ist. Was sich dort genau abspielte, erklärt die Onlineausstellung „Was geschah in Pergamon?“.

    Daneben lässt sich bei einem virtuellen Rundgang ganz gemütlich durchs Museum schlendern. Ohne den üblichen Besucherrummel können Altertum-Fans in einer digitalen Sammlung mit mehr als 1500 Objekten etwa aus dem alten Ägypten, der Türkei oder dem Iran ganz in Ruhe stöbern. www.sbm.museum.de

    Tauchgang ins Bild

    Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe lässt sich problemlos am heimischen Computer besichtigen. Bei einem Online-Rundgang wandern Besucher mit dem Cursor virtuell durch Ausstellungsräume und können sich dabei auch nah an die Gemälde vornehmlich deutscher, niederländischer und französischer Meister aus acht Jahrhunderten heranzoomen.

    Wer sich die Werke etwa von Künstlern wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Edgar Degas noch genauer anschauen möchte, wird in der digitalen Sammlung der Kunsthalle fündig. Auf ihrer Sammlungs-Seite ermöglicht es die Kunsthalle Besuchern derzeit, aus ungewöhnlicher Perspektive in die Werke des Renaissance-Künstlers Hans Baldung einzutauchen. Baldungs Bilder zeichnen sich durch ihren Detailreichtum aus.

    Die Kunsthalle gewährt einen Blick auf Tierdarstellungen in seinen Radierungen, die oft klein und versteckt und damit kaum zu finden sind. Ein weiteres Onlinekapitel befasst sich mit Baldungs Kunst, die charakteristischen Blicke von Menschen einzufangen. www.kunsthalle-karlsruhe.de

    Zu Besuch bei Botticellis Venus

    Quelle: dpa
    Uffizien in Florenz
    (Foto: dpa)

    Die Uffizien in Florenz sind mit jährlich zwei Millionen Besuchern eines der beliebtesten Kunstmuseen weltweit. Derzeit ist es wegen der Coronakrise geschlossen und für Ausländer ohnehin unerreichbar. Ein virtueller Rundgang durch die Säle des Museums ermöglicht dennoch einen Blick auf berühmte Skulpturen und Gemälde von der Antike bis zum Spätbarock. Zu sehen ist zum Beispiel auch einer der interessantesten Räume der Uffizien mit Werken des italienischen Renaissance-Malers Sandro Botticelli. Dort werden etwa die berühmten Gemälde „Die Geburt der Venus“ und „Der Frühling“ präsentiert.

    Noch näher kommt man den Bildern im digitalen Archiv der Uffizien. Dort gibt es zusätzlich Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken. Dazu bieten die Uffizien englischsprachige Online-Themenrundgänge an, um die Bilder der Sammlung unter die Lupe nehmen. So beschäftigen sich die Bildstrecken zum Beispiel mit der Darstellung von Engeln oder der Geburt Christi in Gemälden großer Meister. www.uffizi.it

    Führungen durch die Tate Modern

    Quelle: AFP
    Tate Modern in London
    (Foto: AFP)

    Auch in den Ausstellungssälen der Londoner Tate Modern herrscht derzeit gähnende Leere. Dafür ist die Website des Museums umso voller mit digitalen Angeboten, die Einblick in eine der weltweit größten Sammlungen moderner Kunst geben. Vor allem Podcast-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Die Seite bietet zum Beispiel kleine Audio-Guides zu Werken der Sammlung, etwa zu Bildern von Pablo Picasso, Claude Monet oder Gerhard Richter.

    Außerdem gibt es Podcasts zu Sonderausstellungen der Tate Modern, etwa zur aktuellen Andy Warhol-Schau. Wenn man die Ausstellung schon nicht besuchen kann, so bietet die Website als Trost zahlreiche Bilder und Hintergrund-Informationen zu Warhol und Pop Art. Ein Film demonstriert zum Beispiel die Arbeitsweise des Künstlers.

    Der Internet-Auftritt der Tate Modern lädt außerdem zum Besuch in virtuellen Räumen ein, die nach unterschiedlichen Kategorien geordnet sind – von einzelnen Künstlern wie Joseph Beuys bis zu Werken, die sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg beschäftigen. www.tate.org.uk

    Trip nach New York

    Quelle: AFP
    Guggenheim Museum in New York
    (Foto: AFP)

    New York gilt derzeit als Corona-Risikogebiet. Doch die Museen sind zumindest virtuell offen. Das Guggenheim Museum lässt sich zum Beispiel mit Hilfe seines Online-Archivs in aller Ruhe besichtigen. Das Archiv ist nach Künstlern, aber auch Medien oder Epochen geordnet vom Impressionismus bis in die Gegenwart. Wählt man zum Beispiel eine der Künstlerinnen oder der Künstler aus wie etwa Paul Cézanne, René Magritte oder Marina Abramovic, dann zeigt die Seite, welche Arbeiten im Museum hängen. Außerdem gibt es Informationen über Leben und Werk. www.guggenheim.org

    Das Metropolitan Museum, ebenfalls in New York, bietet als Ersatz für einen Besuch Online-Tutorials auf seiner Website. Derzeit gibt es Beiträge zu einer Ausstellung über Gerhard Richter sowie über englisches Design. Und auch hier besteht die Möglichkeit, in der riesigen Sammlung zu stöbern, die Kunst aus allen Kontinenten und Epochen umfasst. www.metmuseum.org

    Auf Tuchfühlung mit Vermeers Milchmädchen

    Das Rijksmuseum in Amsterdam lässt Website-Besucher seine berühmte Sammlung niederländischer Meister aus nächster Nähe erkunden. Zu den Werken von Künstlern wie Jan Vermeer, Rembrandt oder Frans Hals gibt es die Erläuterungen aus dem Audioguide. Dabei fällt der Blick auch auf unbeachtete Details, etwa die nicht eben saubere Umgebung in Vermeers berühmtem Gemälde „Magd mit Milchkrug“.

    Wer sich von der Fülle der Kunstwerke erschlagen fühlt, kann die Online-Tour durch die Highlights der Sammlung wählen. Und wenn man schließlich wissen will, wo denn die berühmten Bilder genau hängen, gibt ein virtueller Rundgang durch die Museumssäle Aufschluss.www.rijksmuseum.nl

    Mehr: Warum immer mehr Museen freien Eintritt bieten

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