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Dress for Success Antwerpen zieht an

Der belgische Designer Dries van Noten inspiriert auch die nächste Generation der Modemacher und Fashion Victims zum Shoppen. Seine Ausstellung „Inspirations“ ist noch in Antwerpen zu sehen.
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Auf einem moosigen Kunstwerk liegen Models für Dries Van Noten. Quelle: dpa
Paris Fashion Week

Auf einem moosigen Kunstwerk liegen Models für Dries Van Noten.

(Foto: dpa)

AntwerpenJulia ist ganz glücklich über den alten Burberry-Trenchcoat, den sie für eine Handvoll Euro im Second-Hand-Shop am Bahnhof in Antwerpen gefunden hat: „Nur der Gürtel fehlt, aber mein Vater hat noch einen Burberry, den er nicht mehr trägt. Von dem nehm' ich den Gürtel.“ Auch ihre Kommilitoninnen haben Beute gemacht, ziehen ein nachtblaues Samtkleid und einen lustigen Sommer-Fummel aus ihren Tüten.

Inspiriert beim Shoppen in Antwerpen, der längst nicht mehr heimlichen europäischen Modestadt, waren die Studentinnen der Düsseldorfer Akademie für Mode und Design von Dries van Notens „Inspirations“. Titel und Konzept der Ausstellung, die schon in Paris Furore machte und jetzt (noch bis 19. Juli) im MoMU, dem Modemuseum der Heimatstadt des bedeutenden Mode-Designers gezeigt wird.

Antwerpen, die nur auf den ersten Blick behäbige Hafenstadt an der Schelde, steht für Avantgarde in der Mode. Und dafür steht seit den 80-er Jahren die informelle Gruppe der „Antwerp Six“: neben van Noten sind das Walter Van Beirendonck, Ann Demoulemeester, Direk van Saene, Dirk Bikkembergs und Marina Yee. Die sind wiederum oft beeinflusst von verschiedenster Colours und Epochen.

Bei van Noten sind es unter anderem Christian Dior und Elsa Schiaparelli. Kunst und Künstler, Blüten und Blätter, Schmetterlinge und Schamanen, Federn und Fetische – alles fließt ein in zeitlos schöne Kreationen, präsentiert in 25 märchenhafte Themen-Vitrinen mit Titeln wie „Punk“ oder „Piano“ nach dem gleichnamigen Film. Van Noten schert sich nicht um die Hierarchie von Künsten, verändert kunstvoll Codes, riskiert Brüche, besetzt Sportmode mit Pailletten, Parkas mit Posamenten, arbeitet Abendroben nach dem Vorbild afrikanischer Arbeitskleidung, ein rotes Kleid nach Motiven Mark Rothkos. Momento Mori Mode: Sein Engel leiht sich Flügel vom Kite-Surfer.

Die im Wortsinn wunderbare Ausstellung macht Appetit: Nicht nur auf die belgische Küche, die so vielfältig ist wie die Mode, von goldgelben Pommes bis zu blattgoldgesprenkelten Pralinés, sondern auch auf eine anschließende Shopping-Tour durch die beschaulich überschaubaren Gassen mit ihren schmalen, mal ornamentalen, mal futuristischen Häusern. Nicht wenige gekrönt von üppigen Dachgärten.  

Wo Julia den Trenchcoat fand

Der belgische Designer sucht seine Motive auch gerne in der Natur. Quelle: PR
Dries van Noten

Der belgische Designer sucht seine Motive auch gerne in der Natur.

(Foto: PR)

Bei einem eintägigen Ausflug beschränkt man sich am besten um das Viertel rund ums MoMu – und aktualisiert frisch inspiriert den Museumsbesuch gleich um Ecke in Dries van Notens Mode-Palast. Nach dem Mono-Shop die Vielfalt im Concept-Store Renaissance Nationalestraar 28-30 (dem großzügigen ehemaligen Yamamote-Shop). Dessen Einkäufer haben sich offensichtlich die Rosinen rausgepickt aus den neuesten Kollektionen von Marc Jacobs, Victoria Beckham, Alexander Wang, Helmut Lang. Unter www.princess.eu findet man weitere Shop-Adressen „Princess“, „Blue“ und „Space“.

Lässig-sportliche Mode in guter Qualität, gediegenem Design zu fairen Preisen gibt’s hinter einem Schaufenster mit Dutzenden alter Nähmaschinen im „Allsaints“, Kammensstraat 33-35, www.allsaints.com

Hübsche 800-Quadratmeter-Galerie zum Bummeln mit jungen Marken: Monar & Clothes, Everdijstraat 35. Outlet: Dorp-West 290, 2070 Zwijndrecht, www.monar.be

Der ultimative Schuh dazu: Coccodrillo, Schuttershofstraat 8 + 9 a/b, www.coccodrillo.be

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta
Inge Hufschlag

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Ach, ja, wo Julia den Trenchcoat fand: in einem der Vintage-Shops T2 (Think twice) an der Lange Klarenstraat 2, der Jezusstraat 18 oder der Mammmenstraat 85 – die haben übrigens auch jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet, www.thinktwice-secondhand.be

Für die kurze Pause empfiehlt sich ein Boterham Lunch in einer der „Le Pain Quotidien“-Filialen gleich um die Ecke vom Museum (mit den köstlichen Nutella-Alternativen Spekulatius-Creme oder weiße Schokolade), www.lepainqoutidien.be  Für Herzhafte: vom Fischhändler eine Delikatesse to Go – ein Brötchen beispielsweise mit Heringssalat, Ingwer und rotem Pfeffer

Dries van Noten – Inspirationen, MoMu ModeMuseum der Provinz Antwerpen, Nationalestraat 28, BE-2000 Antwerpen, noch bis zum 19. Juli, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, www.momu.be

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