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Dress for Success Garde-Robe für Juristinnen

Schluss mit den schwarzen Säcken. Eine Anwältin und eine Mode-Designerin plädieren für mehr Weiblichkeit vor Gericht. Immerhin: Am Bundesverfassungsgericht sieht's gar nicht so düster aus.
11.10.2014 - 15:15 Uhr Kommentieren
Roben müssen nicht immer nur langweilig sein, wie die Kollektion von Laura Kubach und Ulla Kraus zeigt. Foto: Uwe Weber

Roben müssen nicht immer nur langweilig sein, wie die Kollektion von Laura Kubach und Ulla Kraus zeigt. Foto: Uwe Weber

Düsseldorf Laura Kubach erinnert sich noch gut an ihren ersten Auftritt als frischgebackene Rechtsanwältin, Spezialgebiet IT-, Telekommunikations- und Medienrecht. Dafür lieh sie sich die Robe ihres Mannes – und fühlte sich gleich unwohl darin: „Die saß irgendwie ganz komisch.“ Und: Sie sah auch so aus. Eben eher wie ein schwarzer Sack. Das war schon immer so. Soll aber nicht so bleiben.

Während eines Nähkurses bei Ulla Kraus entstand so ganz nebenbei die Idee, mit ein bisschen Schick den Muff aus den männlichen Talaren zu holen. Denn spezielle Roben für Juristinnen gab’s bisher noch nicht, obwohl Rechtsanwältinnen inzwischen gut 30 Prozent des Berufsbildes ausmachen. Tendenz steigend.

Bei den Richterinnen sollen es schon um die 50 Prozent sein. Ohnehin sind an den juristischen Fakultäten der deutschen Universitäten oft schon mehr als die Hälfte der Studenten weiblich. Jura rangiert bei Studienanfängerinnen aktuell auf dem dritten Platz der beliebtesten Fächer, gleich nach Germanistik und BWL.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Dennoch hat sich bei der Berufskleidung vor Gericht seit dem Mittelalter nicht viel geändert. Immer noch gelten strenge Vorschriften für die traditionelle Standestracht juristischer Funktionsträger. Die waren zudem regional unterschiedlich, bis König Friedrich Wilhelm I.

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    In Preußen in seinem Territorium eine einheitliche Amtstracht einführte. Nicht ohne Ironie: „Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben.“ Und er gab auch einen triftigen Grund an: „Damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.“

    Das düstere Gewand wurde in mehr oder weniger abgewandelter Form auch in anderen Landstrichen übernommen. 1871, nach der Reichsgründung, setzte sich die preußische Robe durch. Bis heute. Amtstracht ist in den meisten Bundesländern zwingend vorgeschrieben. Dabei sieht man in der Regel schwarz. Mit Ausnahme der Richter am Bundesverfassungsgericht, die nach dem Vorbild ihrer eleganten Kollegen im Florenz im mittelalterlichen Florenz scharlachrote Roben tragen.

    T-Shirt-Verteidiger passen nicht ins Bild
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