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Europas Kulturhauptstadt Warum Matera als Reiseziel immer beliebter wird

Sie war der „Schandfleck“ Italiens, heute ist sie ein Geheimtipp für Touristen. Matera ist ein Beispiel dafür, wie Kultur eine Stadt wieder aufbauen kann.
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Europäische Kulturhauptstadt: Warum Matera immer beliebter wird Quelle: imago/ZUMA Press
Die Kulturhauptstadt 2019

Die sogenannten Sassi, die Höhlensiedlungen, prägen das Stadtbild von Matera. Sie ermöglichen den Besuchern eine Zeitreise hunderte Jahre zurück in die Vergangenheit.

(Foto: imago/ZUMA Press)

DüsseldorfSie gilt als eine der ältesten Städte der Welt und ist in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt: Matera in Süditalien. Und sie hat eine rasante Entwicklung gemacht. In den 1950er Jahren galt Matera noch als „la vergogna d’Italia“, also als Schande Italiens, heute ist die Stadt in der Region Basilikata ein absoluter Geheimtipp für Touristen.

Die werden vor allem durch die „Sassi“ angezogen. Das sind Höhlensiedlungen, die das Stadtbild prägen und ihre Besucher hunderte Jahre zurück in die Vergangenheit katapultieren. Nicht umsonst gehört die Stadt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist Kulturhauptstadt 2019.

Unter dem Motto „Open Future“ finden das ganze Jahr über Ausstellungen, Konzerte und Workshops statt. Am Wochenende wurde das 48 Wochen umspannende Kulturprogramm mit einem großen Eröffnungsfest eingeläutet. Ein Beispiel dafür, wie Kultur als entscheidender Faktor beim Aufbau einer Stadt mitwirkt, ist die Ausstellung „Ars Excavandi“, die sich mit der Architektur und Zivilisation in der zerklüfteten Landschaft auseinandersetzt. Matera hat es geschafft, sich mithilfe ihrer zahlreichen kulturellen Angebote vom Image des Schandflecks zu befreien – und wird dadurch immer beliebter.

2019 lohnt sich ein Besuch des italienischen Städtchens also doppelt. Doch auch abseits des Programms rund um die Auszeichnung als Kulturhauptstadt ist Matera eine Reise wert. Wegen seiner biblischen Erscheinung wird es auch das „Jerusalem des Westens“ genannt. Aus diesem Grund wählte Regisseur Mel Gibson die Stadt auch als Kulisse für seinen Film „Die Passion Christi“.

Gerade weil Matera immer beliebter wird und es durch die Auszeichnung als Kulturhauptstadt in diesem Jahr noch mehr zu bieten hat, wird 2019 mit etwa 800.000 Übernachtungen gerechnet, sagt Stadt-Sprecher Serafino Paternoster. Das wäre nahezu eine Verdopplung im Vergleich zu 2017, als es noch rund 480.000 Übernachtungen waren. Im Jahr 2010 waren es nur 200.000.

Wer Matera besucht, muss aber auf jeden Fall gut zu Fuß sein. Die malerischen Gassen ziehen sich die vielen Hügel rauf und runter. Zentrale Orte sind die Sasso Caveoso und Sasso Barisano, Höhlensiedlungen, die sich entlang des Flusses Gravina gebildet haben. Schon in der Jungsteinzeit sollen diese Höhlen von Menschen bewohnt gewesen sein – und sie waren es auch noch bis in die 1950er Jahre hinein.

Doch zuletzt lebten die Menschen dort unter hygienisch desaströsen Zuständen, teilweise sogar Seite an Seite mit Ziegen und Schweinen. Das einzige Tageslicht kam durch die in den Felsen gebaute Tür, es war dunkel und feucht und es grassierten Krankheiten.

Damals galten die Sassi als nationale Schande. Die Regierung Italiens erließ ein Gesetz, wonach eine Zwangsräumung der in Stein gehauenen Behausungen veranlasst wurde. Rund 17.000 Menschen wurden umgesiedelt. Die Siedlungen drohten zu verfallen, doch 1986 wurden ihre Erhaltung und Sanierung angeordnet. 1993 wurden sie zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Festung im Herzen der antiken Stadt

Die Stadt liegt eine gute Fahrstunde von den Städten Tarent oder Bari entfernt. Von Bari aus kann man Matera auch mit dem Zug erreichen. Als Unterkunft bieten sich besonders die zahlreichen Airbnb-Wohnungen an. Doch auch in den sanierten Gewölben lässt sich teils luxuriös unterkommen. Manche Höhlen, wie beispielsweise die „Casa Grotta“, die bis 1958 bewohnt war, sind noch eingerichtet wie früher und ermöglichen den Touristen einen Einblick in die Lebensweise der damaligen Bewohner.

Abseits der „Sassi“ hat Matera ebenfalls einiges zu bieten. Der Bereich der „Civita“ beherbergt den romanischen Dom, eine natürliche Festung im Herzen der antiken Stadt. In seinem Inneren findet sich eine große Anzahl von Kunstwerken. Wer genug von Vergangenem hat, der sollte der „Citta Nuova“, also der Neustadt, einen Besuch abstatten, deren elegante Gebäude von berühmten italienischen Architekten entworfen wurden.

Mit Informationen von dpa

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