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Die Rollkoffer kommen

Treuer Begleiter: Den Koffer auf Rädern schätzen viele Urlaubsreisende mehr als manche digitale Erfindung.

(Foto: dpa)

Europas Urlauber Warum Urlauber den Rollkoffer mehr schätzen als Google Maps

Manchmal wird er verflucht, aber meist geliebt: Als Helfer im Urlaub ist Touristen der Rollkoffer wichtiger als das Smartphone, zeigt eine Umfrage.
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Das kastige Ding kann einen um den Verstand bringen. Nicht nur, dass der Rollkoffer beim Hinterherziehen oft ein Eigenleben entwickelt, mehr kippelt statt gerade Bahnen zieht, bevor er sich dann endgültig auf die Seite legt.

Spätestens, wenn er nach einem Malheur am Gepäckausgabeband im Hotelzimmer statt des ersehnten frischen Herren-Pyjamas ein Damen-Negligé bereithält, möchte man das uniforme Ding am liebsten aus dem Fenster pfeffern. Trotz allem: Die europäischen Urlauber lieben den manchmal gar nicht so drolligen Trolley.

Das zeigt eine Umfrage des Urlaubsportals weg.de, das von 10.000 Urlaubern aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland wissen wollte, auf welche Innovationen der vergangenen 20 Jahren sie partout nicht mehr verzichten wollten. Der Rollkoffer ist zwar schon einige Jahre älter, die Zuneigung zum Reisehelfer aber ungebrochen. Erstaunlich, denn gerade in der digitalen Welt gab es ja einige Neuerungen, die nicht nur den Alltag, sondern auch den Urlaub wesentlich vereinfacht haben.

Google Maps etwa, das unzähligen Autofahrern dabei hilft, nicht mehr als orientierungsloser Depp dazustehen und die Urlaubsfahrt wie geplant in Rom statt in Rimini zu beenden. Der digitale Straßenatlas landete in der Befragung im EU-Durchschnitt allerdings nur auf Platz zwei – hinter eben jenem Rollkoffer, der es auf 45 Prozent brachte und Google Maps damit 13 Prozentpunkte abnahm. Auf Rang drei landete mit 27 Prozent die Möglichkeit, seinen Urlaub online buchen zu können.

Eine Erklärung für die ungebrochene Beliebtheit des Rollkoffers hat Julia Kulzer parat: „Viele Reisende entscheiden sich im Urlaub bewusst für Digital Detox“, sagt die Marketing-Managerin von weg.de. „Das Gepäck möchte aber trotzdem niemand schleppen müssen. Daher ist der Rollkoffer seit Jahren ein treuer Begleiter auf Reisen.“

Die praktischen Helfer gibt es in den verschiedensten Varianten. Der Horizon von Louis Vuitton kostet je nach Größe mehrere 1000 Euro. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Rollkoffer von Louis Vuitton

Die praktischen Helfer gibt es in den verschiedensten Varianten. Der Horizon von Louis Vuitton kostet je nach Größe mehrere 1000 Euro.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Für die Planung des Urlaubs nicht mehr ins Reisebüro gehen zu müssen, war den deutschen Urlaubern lediglich Rang vier wert (21 Prozent). Wichtiger ist ihnen, eine gut funktionierende Digitalkamera dabei zu haben, die sie mit 27 Prozent ihrer Stimmen an die dritte Stelle hinter den Rollkoffer und Google Maps setzten. Dass es ein einheitliches Zahlungsmittel gibt, bewerteten die Deutschen mit Rang sechs. EU-weit schaffte es der Euro unter den Innovationen aber nur auf Rang acht.

Dass der Trolley im englischen Sprachraum zum synonym für Rollkoffer wurde, hat die Reisewelt im Übrigen Delsey zu verdanken. Denn genau diesen Namen verpasste der französische Hersteller seinem ersten rollenden Hartschalenkoffer, den er 1972 auf den Markt brachte. Der Durchbruch auf dem Markt gelang dem Koffer auf Rädern damit allerdings noch nicht.

Denn es war gesellschaftlich noch nicht sonderlich en vogue, sein Gepäck wie einen Hund hinter sich herzuziehen. Der Massentourismus stand noch am Anfang, wer Geld hatte, leistete sich fürs schwere Gepäck einen Träger, vermerkt der Büro-Blog „Office Roxx“.

Vom Piloten zum Multimillionär

Der richtige Durchbruch gelang dem Rollkoffer erst 20 Jahre später, als Flugreisen an der Tagesordnung waren und US-Pilot Robert Plath sich über sein schweres Dienstgepäck ärgerte. „Rollaboard“ nannte er das Ding, das er flugs kreierte, indem er zwei Rollen unter einen Koffer montierte. Was anfangs nur für freunde und Kollegen gedacht war, machte Plath, der 1991 seinen Job bei Northwestern Airlines schmiss, zum Multimillionär.

weg.de ließ die Befragten auch in die Zukunft schauen. Bei der Frage, was ihnen künftig auf Reisen eine Hilfe sein werde, schaffte es das freie WLAN bei fast der Hälfte der Deutschen und bei 46 Prozent der EU-Nachbarn auf Rang eins. Auch bei der Wahl zu Rang zwei scheint es, als ob die Kinder der Befragten massiven Druck ausgeübt hätten: Die Leistung der Smartphone-Akkus möge sich doch bitte schön verbessern.

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