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Jon Snow und Daenerys Targaryen

Die Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren nimmt innerhalb der Serie eine überraschende Wendung.

(Foto: AP)

Filmtourismus So begehrt sind Reisen zu den Drehorten von Game of Thrones

Von Dubrovnik bis Marrakesch: Die finale Staffel der Fantasy-Saga Game of Thrones löst einen Reiseboom an die Sets der Serie aus.
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Auf der Skala der beliebtesten Wochentage erobert nun ausgerechnet der sonst eher verhasste Montag den Spitzenplatz. Denn er ist der „Game of Thrones“-Tag („GoT“) – die neuen Folgen der Serie werden dann ausgestrahlt. In der mittelalterlich anmutenden Kultserie geht es dann wieder um Kämpfe, Intrigen und Sex. Die Originalschauplätze des erfolgreichen Formats sind mittlerweile Anziehungspunkte für Touristen geworden.

Ohnehin belegt seit Jahren das „Reisen an Filmschauplätze“ die Spitzenplätze der Top-Ten-Branchentrends. Vor allem die GoT-Drehorte wurden zu wahren Pilgerstätten der „Set-Jetter“. Von Fans sehnsüchtig erwartet, startete in der Woche vor Ostern die achte Staffel des Fantasy-Mittelalterspektakels.

Längst ist der eisige Winter da, die Mauer gefallen. Wer wird leben, wer sterben? Der grausame Nachtkönig mit seiner Armee aus weißen Wanderern greift an. „Sie kommen. Unser Feind wird nicht müde, stoppt nicht, fühlt nichts“, warnt Jon Schnee. Über Burg Winterfell, dem Ahnensitz der Familie Stark, tauchen die Drachen von Daenerys Targaryen auf.

Lob dafür gab es von höchster Stelle: „Ich bewundere, mit welcher Perfektion die Köpfe hinter dieser Serie alle Hauptfiguren in Winterfell zusammengeführt haben“, sagte US-Bestsellerautor Stephen King anerkennend. Und GoT-Produzent David Benioff wirbt für „die gigantischste Schlacht, die es jemals gab.“

Die mit 47 Emmys preisgekrönte Saga fasziniert erneut ihre Fans rund um den Globus. Allein 17,4 Millionen Zuschauer saßen nach Angaben des US-Senders HBO vor den Bildschirmen, um die erste Folge der neuen Staffel zu verfolgen – direkt zum Auftakt ein neuer Zuschauerrekord, der eine weitere Höchstmarke mit sich ziehen dürfte: ein gewaltiger Touristenansturm auf die Drehorte der Serie in Europa und Afrika.

Allein in Deutschland, so eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK, ist bereits jeder Sechste daran interessiert, die Schauplätze seiner Lieblingsfilme zu erkunden. Selbst die Queen, Königin Elizabeth II. persönlich, besuchte Paint Hall – ein Filmstudio in Belfast –, um fachkundig vor Ort den hart umkämpftem „Eisernen Thron“ der Sieben Königreiche zu begutachten. Fast ein wenig respektvoll stand sie hellgelb behütet neben dem Monstrum aus Eisen. Ob sie über die Gelegenheit nachdachte, ein erstklassiges „Selfie“ zu schießen?

Selbstverständlich widerstand die Queen ganz royal der Versuchung und zählt damit wohl zur großen Ausnahme. Denn der „Insta-Faktor“ forciert eindeutig den neuen Reisetrend – bestens zu beobachten an Orten wie der kroatischen Festung Klis, in der Nähe von Split.

Reisende, die dort umherstreifen, wollen meist mehr als die einzigartige Aussicht über die karstige Landschaft genießen. Bei zahlreichen Besuchern, das belegen Schilderungen im Internet und unzählige Instagram-Fotos, läuft vielmehr „vor dem inneren Auge ein Film ab“.

In der Fantasie gelingt ein Rollentausch: Dort, wo sich in der Saga Daenerys Targaryen auf ihre Rückkehr nach Königsmund vorbereitet, dürfen sich Serienfans für wenige Sekunden wie die Drachenmutter persönlich fühlen – schön, geheimnisvoll, siegreich. Der Zauber der verwunschen anmutenden Festung eignet sich bestens dafür - via Handy gelingt die Inszenierung.

Große Reiseanbieter wie Tui, aber auch kleinere Spezialanbieter offerieren längst Erkundungstouren zu den Sehnsuchtsorten der Serienliebhaber. Vom Pilgerstrom zu den GoT-Drehstätten profitieren dabei gleich mehrere Länder: Nordirland, Kroatien, Marokko, Island, Schottland, Spanien, Malta ... Und Staffel für Staffel werden es mehr.

Die Location-Scouts der Fantasy-Saga haben ganze Arbeit geleistet, mystische Plätze und geheimnisvolle Landschaften aufgetrieben. Wohin lohnt sich die Reise? Drei Länder sollten echte Fans keinesfalls versäumen.

Irland – Game of Thrones-Land

Gekleidet im authentischen Westeros-Outfit dürfen sich Reisende am Drehort von Burg Winterfell einmal fühlen wie ein echtes Familienmitglied der Starks. Quelle: AFP
Castle Ward

Gekleidet im authentischen Westeros-Outfit dürfen sich Reisende am Drehort von Burg Winterfell einmal fühlen wie ein echtes Familienmitglied der Starks.

(Foto: AFP)

An keinem anderen Ort der Welt finden sich mehr Schauplätze aus den Sieben Königslanden. Nordirland gilt als „Game of Thrones"-Land. Ganze 390 Kilometer lang misst die Route zu den Schauplätzen der Serie, um das „echte Westeros“ zu entdecken. Dazu gehören etwa Burg Winterfell, die Flusslande, aber auch die von wilder See umpeitschten Eiseninseln.

Ein Höhepunkt jeder Reise ist dabei sicherlich das von Belfast nur 40 Minuten entfernt gelegene Castle Ward – seit dem 16. Jahrhundert Ahnensitz der gleichnamigen Familie. In der Fantasy-Saga der Sieben Königslande ist es die Heimat des Hauses Stark.Wer mag, kann sich vor Ort genau wie Jon Snow im Bogenschießen üben – gekleidet im authentisch anmutenden Westeros-Outfit. Ein wenig Glück gehört dann dazu, auch noch die beiden „echten“ GoT-Wölfe namens Summer und Grey Wind kennen zu lernen.

Ebenso eindrucksvoll sind die Dark Hedges – einer der meistfotografierten Orte Nordirlands. Es empfiehlt sich am frühen Morgen vor Ort zu sein, um ein Foto ohne bunte Outdoorjacken und Reisebusse zu erhaschen. Bizarr geformte, knorrige Äste bilden eine Art Tunnelgewölbe, tauchen es auf ewig in düsteres Zwielicht.

Knorrige Äste bilden ein Tunnelgewölbe, tauchen es auf ewig in düsteres Zwielicht. Quelle: Moment/Getty Images
The Dark Hedges

Knorrige Äste bilden ein Tunnelgewölbe, tauchen es auf ewig in düsteres Zwielicht.

(Foto: Moment/Getty Images)

In der Serie zieht Arya Stark nach ihrer Flucht aus Königsmund durch die imposante Buchenallee. Umso erstaunlicher, dass der mystische Königsweg keine computeranimierte Kunstfertigkeit ist. Die spektakuläre Allee liegt in der Nähe von Amroy und Ballymoney an der A44 im nordirischen County Antrim.

Eine weitere Sehenswürdigkeit lockt alle reisenden Abenteurer, die nicht vor den furchteinflößendsten Bewohnern Westeros zurückschrecken. Sie werden sicherlich begeistert den malerischen Hafen Ballintoy Harbour entdecken – gelegen in der Nähe des gleichnamigen Dorfes Ballintoy. In der Serie heißt der Stammsitz der gefürchteten, brutalen Eisenmänner „Peik“.

Kroatien – Abenteuer auf kleinstem Raum

Ein Muss für jeden GoT-Fan ist ein Besuch der mittelalterlichen Hafenstadt Dubrovnik im Süden Kroatiens, die mit ihrer malerischen Altstadt und den traumhaften Stränden viele Reisende in ihren Bann schlägt. An keinem anderen Ort der Welt können sich Liebhaber des verfilmten Fantasy-Epos so leicht auf die Spuren ihrer Serienhelden begeben. Auch der aktuelle Reise-Know-how-Stadtführer „Dubrovnik“ widmet den GoT-Pilgern ein eigenes Kapitel. Die Erklärung fällt leicht: Nur in der kroatischen Adriastadt liegen die Filmschauplätze derart dicht an dicht beieinander.

Seit der zweiten Staffel ist die Stadt fester Drehort als Hauptstadt der Sieben Königslande. Die mächtige, frei stehende Festung Lovrijenac ist Königsmund Roter Bergfried, Sitz der Könige und Filmschauplatz des prächtigen Turniers zu König Joffreys Namenstag. Die mächtige Festung thront auf einem 37 Meter hohen Felsen hoch über dem Meer. Als Bollwerk gegen alle Feinde wurde sie im Verlauf des 14.. und 15. Jahrhundert errichtet - zum Teil mit kaum vorstellbaren zwölf Meter dicken Wänden.

Dicht an dicht liegen in der kroatischen Adriastadt die GoT-Filmschauplätze. Quelle: dreamer4787 - stock.adobe.com
Dubrovnik

Dicht an dicht liegen in der kroatischen Adriastadt die GoT-Filmschauplätze.

(Foto: dreamer4787 - stock.adobe.com)

Was Besucher genießen dürfen, ist die herrliche Ausblick über Altstadt und Adria. Und natürlich die Fiktion: einmal nachempfinden, wie sich Tyrion Lennister fühlte, der von dort den Untergang der Flotte Stannis Baratheons beobachtete. Nicht minder spektakulär ist ein Spaziergang über die Stadtmauer, die zu den am besten erhaltenen Festungen in Europa zählt. Auf 1940 Metern lassen sich viele Einstellungen aus der Serie in natura wiederentdecken.

Figuren wie der Zwerg Tyrion, der Eunuch Varys und die verführerische Hure Shae wandelten alle durch das Bollwerk aus fünf Bastionen und zahlreichen Türmen. Ein Rundgang auf der Mauer führt auch zum Minceta-Turm, aus dem Daenerys Taergaryen ihre gestohlenen Drachen befreite.

Die kroatische Küstenstadt ist fast zu schön um wahr zu sein. Einen Dämpfer gibt es allerdings für allzu Euphorische: Wer die wunderschöne verwinkelte Altstadt entdecken möchte – Kulisse zahlreicher GOT-Szenen –, muss in Kauf nehmen: Tausende Touristen haben die gleiche Idee. Die Stadt leidet nicht zuletzt wegen der zahlreichen GoT-Fans unter den negativen Auswirkungen des Massentourismus. Sogar die Unesco drohte, der selbst ernannten „Perle der Adria“ den Titel „Weltkulturerbe“ zu entziehen.

Gegensteuern will nun Bürgermeister Mato Frankovic mit einem neuen Anlegekonzept für Kreuzfahrtschiffe, das den Touristenstrom drosseln und lenken soll. Dennoch: Den ganzen Charme der Stadt können vor allem Urlauber erleben, die die schmalen Altstadtgassen in der Nebensaison erkunden. Alle anderen sollten sehr früh aufstehen oder abwarten, bis die Kreuzfahrttouristen am späten Nachmittag wieder an Bord ihrer Schiffe sind.

Marokko – Game of Thrones goes Marrakesch

Wer als Reisender das bunte und farbenprächtige Marrakesch genießen möchte, sollte als echter Fan ruhig ein paar Tage einplanen, um die rund um die Stadt gelegenen imposanten Serienschauplätze zu erkunden. Dazu zählt etwa das majestätisch auf einem Berg gelegene Aït-Ben-Haddou, ein befestigtes Dorf rund 100 Kilometer von Marrakesch entfernt. Einst war es eine bedeutende Festung an der „Salzstraße“ der alten Karawanenroute.

Das marokkanische Bergdorf in der Nähe von Marrakesch war schon Kulisse vieler Hollywoodfilme. Quelle: Universal Images Group/Getty Images
Ait-Ben-Haddou

Das marokkanische Bergdorf in der Nähe von Marrakesch war schon Kulisse vieler Hollywoodfilme.

(Foto: Universal Images Group/Getty Images)

Zu Recht trägt der spektakuläre Ort bereits seit 1987 den Titel Unesco-Weltkulturerbe. Mit seinen in den Berghang übereinander gebauten Lehmhäusern tauchte er bereits in Filmen wie Lawrence von Arabien, Jesus von Nazareth, die Mumie oder Gladiator auf.

In Games of Thrones verwandelt sich das Dorf gleich zu zwei Schauplätzen: zur Freien Stadt Pentos, deren Bewohner die schönen Künste lieben, und zur „gelben Stadt“ Yunkai. Sie ist die kleinste der drei Städte der Sklavenbucht, die Daenerys in der dritten Staffel erreicht. Sie ist nicht bereit, die barbarischen Zustände zu akzeptieren, unter denen die Sklaven leben müssen, befreit sie und gewinnt eine treue Armee: Ein Heer aus Eunuchen-Sklaven schließt sich ihr an.

In der Nähe gelegen, rund 30 Kilometer von Aït-Ben-Haddou entfernt, lohnt ein Abstecher zu einem weiteren Ort. Das Reiseziel liegt in der marokkanischen Wüste außerhalb der Kleinstadt Ouarzazate. Tatsächlich sind die Atlas Studios nach ihrem geographischen Ausmaß bemessen die größten der Welt. Unzählige Wüsten- und Abenteuerfilme wurden dort gedreht.

GoT-Fans dürfen eintauchen in zahlreiche Kulissen aus ihrer Serie. Zur besseren Orientierung auf dem riesigen Gelände kann es allerdings durchaus hilfreich sein, sich einer Führung anzuschließen. Ein Bummel durch die nahe gelegene Stadt Quarzazate mit ihren landestypischen Gassen und Plätzen ist danach ein schöner Ausklang für einen erlebnisreichen Urlaubstag.

In der Kultserie befreit Daenerys die Sklaven und gewinnt dafür eine schlagkräftige Armee. Quelle: AP
Daenerys Targaryen

In der Kultserie befreit Daenerys die Sklaven und gewinnt dafür eine schlagkräftige Armee.

(Foto: AP)

Mit dem Ausgangspunkt Marrakesch ist einer der schönsten Drehorte zwar schon ein wenig weiter entfernt, aber allemal ein lohnender Tagesausflug: Essaouira – rund 180 Kilometer von Marrakesch entfernt, direkt am Meer gelegen. Bekannt ist die Stadt für ihre entspannte Atmosphäre mit viel beschriebenem „Hippie-Flair“.

In einen wesentlich dramatischeren Ort verwandelten sie die GoT-Drehbuchschreiber. Kalheesi flieht vor dem Angriff der „Qarth wizards“. Essaouira war Filmset für die erste der Sklavenstädte der Serie – Astapor. Die mächtigen Festungsmauern dienten als Schauplatz für den „Walk of Punishment“ der Sklaven.

Nicht versäumt werden sollte auch ein Spaziergang durch die Medina mit ihren prachtvollen nordafrikanischer Bauten, die in zahlreichen Einstellungen die GoT-Handlung passend umrahmt. Der besondere Charme der Stadt, arabische Cafés, Händler und Marktstände, sind eine unvergesslichen Urlaubserinnerung – und darüber hinaus auch für alle GoT-Fans ganz real.

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