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„Georgetown“ Oscar-Preisträger Christoph Waltz hat das Schicksal von Viola Draht verfilmt

Das Regiedebüt des Österreichers handelt von der „schlimmsten Ehe in Georgetown“. Veröffentlicht wird der fertiggestellte Film vorerst nicht.
06.02.2020 - 17:26 Uhr Kommentieren
Die Oscar-Preisträger spielen im Film Viola Drath und Albrecht Muth. Quelle: Alan Markfield
Vanessa Redgrave und Christoph Waltz

Die Oscar-Preisträger spielen im Film Viola Drath und Albrecht Muth.

(Foto: Alan Markfield)

Düsseldorf Es sollte ein besonderes Kinoerlebnis werden. Fran Drath schaute sich vergangenen April in New York auf dem Tribeca Film Festival das Spielfilm-Regiedebüt des berühmten Schauspielers Christoph Waltz an: „Georgetown“. Drath hatte ein ganz spezielles Interesse an dem Film.

Sie ist die Tochter von Viola Drath, der 2011 ermordeten Journalistin, auf deren Schicksal der Film basiert – und die von Schauspiel-Ikone Vanessa Redgrave gespielt wird. Der Ausflug von ihrem Wohnort Washington nach New York lohnte sich für Drath nicht. Der Film drehte sich vor allen um Ehemann und Mörder Albrecht Gero Muth, der im Film Ulrich Mott heißt und von Waltz verkörpert wird.

„Meine Mutter kommt nur recht wenig vor“, sagt Fran Drath. Der Film diene der „Unterhaltung“, sei keine Dokumentation. Selbstkritisch fügt sie hinzu, sie sei befangen gewesen: „Ich habe den Film in Bezug zu unserer Familie gesehen und nicht als Film an sich.“

Kritiker reagierten sehr geteilt auf das Werk, beispielsweise teilt das US-Magazin „Variety“ erst Lob aus, um aber recht vernichtend zu enden: „Die Darbietung von Waltz wirkt mit der Zeit ermüdend.“ Harscher war die britische Zeitung „The Guardian“: „Szenen wirken wie Proben, Dialoge wie Entwürfe, Musikeinspielungen aufdringlich und Bühnenbilder ungeschickt.“

Das Drehbuch basiert nur in Teilen auf der Wirklichkeit, beispielsweise hat Viola Drath im Film statt zwei Töchtern nur eine, gespielt von Annette Bening. Andere Teile wie die von Muth gegründete „Eminent Person Group“ stimmen wiederum. Weder Waltz noch der preisgekrönte Drehbuchschreiber David Auburn kontaktierten vor den Dreharbeiten die Familie von Viola Drath oder andere Beteiligte.

Der Film basiert auf der im „New York Times Magazine“ erschienenen Geschichte „The Worst Marriage in Georgetown“: Die schlimmste Ehe in Georgetown, dem vornehmen Stadtteil von Washington, in dem Drath und Muth wohnten und wo der Mord 2011 geschah.

„Nicht ideale“ Doppelrolle

Christoph Waltz scheint nicht glücklich mit dem Film zu sein. Auf dem Filmfestival in New York war der Österreicher zwar anwesend, trat aber nach der Weltpremiere nicht wie sonst üblich auf die Bühne. „Dies ist ein New Yorker Publikum, also vertraue ich darauf, dass gerade Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen werden“, zitierten ihn die anwesenden Medien.

Im US-Fernsehen sprach Waltz 2016, einige Monate nach Ende der Dreharbeiten, über den Film. Dass er in einer Doppelrolle Regisseur und Hauptdarsteller sein musste, sei „nicht ideal“ gewesen. Aber er habe sich darauf eingelassen, „um Investoren anzuziehen“.

Die heutige Schweigsamkeit kann ihren Grund in „künstlerischen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Geldgebern und Waltz“ haben, wie eine am Film beteiligte Person sagt. Um welche Probleme es dabei geht, wurde nicht gesagt. Doch sie müssen schwerwiegend sein, denn eine Veröffentlichung des fertigen Films ist bislang nicht geplant.

Mehr: Christoph Waltz verfilmt das Leben der exzentrischen Handelsblatt-Korrespondentin Viola Herms Drath. Es geht um Mord in feinsten Kreisen, legendäre Empfänge und eine besonders üble Ehe

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