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Handelsblatt-Community „Vormittags bin ich Lehrer für meine Kinder, nachmittags Unternehmer“

Die Handelsblatt-Redaktion hat ihre Leserinnen und Leser gefragt, wie der Shutdown ihr Leben verändert hat - und wie sie mit der Krise. 
10.04.2020 - 14:01 Uhr Kommentieren

Düsseldorf „Home Office ist nicht immer ganz einfach, wenn man zwei Kinder und eine Opernsängerin zur Frau hat“, sagt Björn Waide, der CEO von Smartsteuer. Im Hintergrund hört man Gesang. Die Frau arbeitet auch von zu Hause – und gibt Gesangsunterricht per Livestream.

Der Moment vermittelt eindrucksvoll, wie Deutschland sich in dieser unvorstellbaren Zeit an die Krise anpasst. Der Shutdown galt erst wenige Tage, als wir unsere Leserinnen und Leser gefragt haben, was Kontaktverbote, Homeoffice und geschlossene Geschäfte für sie bedeuten.

Unter dem Schlagwort #Contracorona erreichten uns zahlreiche Videos und eindrucksvolle Beschreibungen. Eine Auswahl finden Sie in diesem Video:

„Jetzt stellen wir wieder fest, dass Gesundheit und Liebe über allem stehen“

Die Handelsblatt-Community hat uns aber nicht nur bewegende Videos geschickt, sondern auch Hunderte E-Mails. Auch diese Zuschriften sind bemerkenswert. Sie vermitteln das Bild einer Gesellschaft, die nicht etwa in Schockstarre verharrt, sondern anpackt. Die ihre Energie nicht zum Nörgeln oder Schimpfen verschwendet, sondern um sich an die neue Lage bestmöglich anzupassen, um zu helfen – und die Krise so gut wie möglich zu bewältigen.

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    Neue Wege mit Remote-Beratungen

    Wir haben ein sehr gut organisiertes Krisenmanagement und üben Krisensituationen mehrfach im Jahr. Der Umfang der Auswirkungen – alle Standorte, alle Vertriebswege und Kunden aus fast allen Branchen sind betro­ffen – übertrifft jedoch alle erwarteten Szenarien. Hinzu kommt die kaum abschätzbare Dauer der strengen Einschränkungen im Geschäftsbetrieb. Zum Beispiel ist mit dem Vertrieb von Versicherungen noch weit überwiegend eine Beratung von Mensch zu Mensch verbunden. Hier gehen wir jetzt neue Wege mit Remote-Beratungen und digitalen Unterschriften. Wir werden sehen, wie weit die Kunden dies mitgehen. Claus Rehse, Sprecher Signal Iduna Gruppe

    „Sagt ehrlich, wie es euch geht“

    Unternehmer! Stellt euch hin und redet mit euren Mitarbeitern, möglichst mit jedem einzelnen und dann in der Gruppe, schenkt reinen Wein ein, wie es werden wird, und legt die Fakten auf den Tisch. Ihr werdet es nach der Krise doppelt zurückbekommen. Versucht auf keinen Fall, Kleingeld herauszuholen, sondern sagt ehrlich, wie es euch geht, der Firma geht und was ihr vorhabt. Nachher werden wir stärker aus der Krise hervorgehen, als wir hineingegangen sind, aber das geht nur gemeinsam und jetzt. Versprecht nichts Unmögliches und sagt auch, wenn ihr euch in manchen Bereichen unsicher seid. Denn auch das darf man als Unternehmer zeigen: dass man nicht alles weiß und kein Hellseher ist. Die Krise geht sicher vorbei, und es wird nicht einfach werden, trotzdem ist Optimismus angesagt. Heinrich Auer, Holzmanufaktur und Vitrinenbau Auer GmbH, Österreich

    Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel

    Dem ö­ffentlichen Dienst wird nach wie vor nachgesagt, dass er die Potenziale der modernen Arbeitswelt noch nicht ausschöpft. Das ist Geschichte. Binnen weniger Tage haben wir zahlreiche neue Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet und sichere Netzwerkzugri­ffe auf die beruflichen Daten vom heimischen Rechner aus ermöglicht. Außerdem haben wir einen Zwei-Schicht-Betrieb eingerichtet. Zwischen den Schichten darf keine Begegnung stattfinden, wöchentlich wechseln Früh- und Spätschicht. Mit beiden Maßnahmen forcieren wir das aktuell geltende Gebot, soziale Kontakte zu reduzieren. Dr. Christoph Grimmer, Oberbürgermeister von Crailsheim

    In ein neues Zeitalter „gebeamt“

    Nachdem der erste Schockzustand überwunden war, haben wir sofort reagiert. Wir haben an allen Kostenschrauben gedreht (was natürlich volkswirtschaftlich absolut nicht gut, aber der Situation geschuldet ist). Und dann darüber nachgedacht, wo noch Geschäft möglich ist. Innerhalb von einer Woche sind wir regelrecht in ein neues Zeitalter „gebeamt“ worden und bauen unseren Lieferservice stark aus. Wir kommunizieren über alle technischen Mittel mit Kunden und Mitarbeitern. Dadurch können wir den Umsatz in unseren Einzelhandelsgeschäften bisher nicht nur halten, sondern auch steigern. Dies gelingt, indem wir besondere Frischeangebote machen, die Kunden mit hausgemachten Fertiggerichten täglich beliefern und uns besondere Aktionen einfallen lassen. Eines ist sicher: Wir müssen Mut haben, wir müssen an die Themen rangehen und auch diszipliniert sein. Und das ist auch meine Botschaft an die Politik: Bitte geben Sie 80 Millionen Menschen in diesem Land das Gefühl, dass wir diese Krise überstehen. Wir werden mit viel Kraft, vielen Ideen und großem Fleiß hoffentlich in einigen Jahren wieder denselben Wohlstand haben, den wir heute haben. Michael Käfer, Geschäftsführer der Käfer Gruppe

    „Digital ist robuster“

    Selbstverständlich ist dies eine Zeit, in der Gewohntes wegbrechen kann und wird. Wir lernen, dass viele Geschäftsmodelle umso robuster sind, wenn sie digitale Kanäle und Kundenerlebnisse konsequent mitanbieten. Etwa Anlagenbauer, die nun ihren Kunden Remote-Services zur Reparatur von Schäden anbieten, oder Automobilhersteller und Handelsunternehmen, die ihre Showrooms mit Virtual Reality ausstatten wollen. Im öffentlichen Bereich wollen Schulen ihren Lehrstoff­ digitalisieren, und Stadtverwaltungen stellen auf digitale Angebote um, da sie ihren Publikumsverkehr massiv einschränken. Es gibt viele kreative, zukunftsweisende Möglichkeiten, über die nachzudenken genau jetzt die richtige Zeit sein kann. Basierend darauf können gute, digitale und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle entstehen. Ralf Pichler, CEO der Technologie- und Managementberatung der Deutschen Telekom-Gruppe, Detecon International

    Mehr Konzentration aufs Wesentliche

    Vorausgesetzt, dass wir uns aus der Krise wieder freikämpfen, wird sich – neben der Wirtschaft – aus meiner Sicht Folgendes in der Unternehmenskultur positiv verändern: Zweifler der virtuellen Zusammenarbeit arbeiten nun auch im Homeoffice und werden feststellen, dass dieser Weg gar nicht so unmöglich ist, wie er vorher schien. Kreative Lösungen der virtuellen Zusammenarbeit werden geschaffen, um sich auch in der Ferne doch nah zu sein als Team. Wir lernen mehr Konzentration aufs Wesentliche. Ich hoffe, dass wir durch diese dramatische Phase diese Fokussierung auf Themen beibehalten. Politisches Taktieren und Silodenken fallen plötzlich weg. Entscheidungen sind schnell möglich trotz der bereichsübergreifenden Komplexität der Themen. Wir lernen, den Blick auf die gesellschaftliche Relevanz unseres Unternehmens zu lenken. Aus meiner Sicht wurde noch nie zuvor so deutlich sichtbar, was der Sinn von Arbeit ist. Routine bekommt im Projektumfeld häufig eine zweitrangige Bedeutung. Jetzt wird erkennbar, wie sehr Routine gerade im volatilen Arbeitsalltag nützt und wie Routine eine notwendige Stütze ist. Maren Spiller, Referentin für Organisationsentwicklung im Vertrieb der Deutschen Lufthansa AG

    2.500 Lehrende auf dem Online-Campus

    Wir haben, anders als viele andere, den Studienbetrieb nicht eingestellt. Als größte private Hochschule in Deutschland und als Hochschule mit rund 55.000 studierenden Berufstätigen, die bei uns berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge absolvieren, hat uns die Corona-Krise allerdings voll erwischt, denn unser Semester hat am 1. März begonnen. Wir haben binnen Tagen unseren gesamten Präsenzunterricht an 32 Hochschulzentren in Deutschland mit rund 2.500 Lehrenden komplett auf unseren Online-Campus und ergänzende digitale Lehr- und Lernformen umgestellt. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Abteilungen, in der Verwaltungszentrale und an den Standorten haben wir das Projekt gemeinsam gestemmt. Ein Krisenstab berät jeden Tag mit Hochschulleitung und Geschäftsführung über die aktuelle Lage und darüber, wie wir das Onlineangebot und die digitalen Tools für unsere Studierenden weiter optimieren können. Thomas Kirschmeier, Geschäftsbereichsleitung Presse und Information, FOM Hochschule für Oekonomie & Management

    • HB
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