Claudio Marenzi

Das Familienunternehmen, das er heute führt, wurde 1948 gegründet.

(Foto: Herno)

Herno-Chef Claudio Marenzi im Interview „Wir sind dazu verdammt, schöne Dinge zu produzieren“

Herno-Chef Claudio Marenzi hat das Familienunternehmen fit den Modemarkt gemacht – und dabei den „Urban luxury sportswear“-Stil auf die Straße gebracht.
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Herr Marenzi, wieso heißt Ihr Unternehmen Herno und nicht Marenzi?
Den Namen hat mein Vater Giuseppe bei der Gründung des Familienunternehmens 1948 erfunden. Erno heißt der Fluss, der am Grundstück unserer Firma in Lesa entlang in den Lago Maggiore mündet. Damit es internationaler klingt sowie aus ästhetischen und grafischen Gründen hat er ein „H“ davorgesetzt.

Herno produzierte Regenmäntel und lieferte Doubleface-Mäntel an große Modehäuser von Jil Sander bis Prada – bis Sie 2005 übernahmen und die Strategie änderten. Warum?
Weil ich einen Verlust an Autonomie und Strategie der Marke empfand. Ich plante also einen Herno-Relaunch mit eigenen Kollektionen und legte der Familie einen Geschäftsplan vor. Meinem Vater gefiel das sofort, meinen beiden großen Brüdern nicht.

Seitdem sind Sie der Chef?
Ja, die Brüder machen etwas anderes. Mein Motto ist Entschiedenheit, und ich kann andere gut mitnehmen. Hinter mir steht eine Mannschaft von vertrauten Managern. Mir gefällt es, Neues zu entwickeln. Wir waren die Ersten, die den „Urban luxury sportswear“-Stil kreiert haben, den jetzt alle nachmachen. Wir stecken viel in Forschung und Entwicklung.

Jeder kennt die Daunenjacken. War das Ihre Erfindung?
Ja, die gibtʼs seit 2008. Sie waren ein großer Erfolg und machen ein Drittel des Umsatzes aus, der dieses Jahr bei 107 Millionen Euro liegen wird. Unsere Erfindung: Die Federn werden direkt in die Stoffkammern gestopft, nicht vorher eingenäht.

Was macht die Stärke italienischer Familienunternehmen aus?
Wir sind Genies darin, neue Produkte zu erfinden – nicht nur in der Mode. Wir Italiener sind förmlich dazu verdammt, schöne Dinge zu produzieren.

Herno – die Erfinder des „urban luxury sportswear“-Stils
Winterjacke für Männer
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Die Daunenjacken machen bei Herno ein Drittel des Umsatzes aus, der dieses Jahr bei 107 Millionen Euro liegen wird.

Mantel für Frauen
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„Wir Italiener sind förmlich dazu verdammt, schöne Dinge zu produzieren“, sagt Firmenchef Marenzi.

Können Sie sich vorstellen, die Firma mal an die Börse zu bringen?
Eines Tages ja, ich bin jedenfalls nicht grundsätzlich dagegen.

Was halten Sie von einem Onlineshop?
Da gibt es mir zu viel Dumping. Wir wollen unser Niveau des erreichbaren Luxus halten.

Und was hat es eigentlich mit dem Haken auf sich, an dem die Jacken und Mäntel hängen?
Wir suchten eine Alternative zum Bügel und haben uns beim Reitsport inspirieren lassen. Jetzt haben wir ein Patent auf die Haken, die ungemein praktisch sind bei Messen und im Showroom. Die neuen Haken sind bei den Karabinerhaken der Bergsteiger abgeschaut.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°6/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 12. Oktober 2018 am Kiosk erwerben.

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