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Hochseesegeln Warum das Fastnet Race das ultimative Ziel der Segler ist

Kaum eine Regatta ist so legendär wie das Rolex Fastnet Race. Es bietet royale Noblesse, fordert Höchstleistungen – und manchmal das Leben.
  • Sandra-Valeska Bruhns
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Den 54 Meter hohen Leuchtturm müssen die Segler bei der Umrundung an ihrer Backbordseite liegen lassen. (Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)
Der Wendepunkt

Den 54 Meter hohen Leuchtturm müssen die Segler bei der Umrundung an ihrer Backbordseite liegen lassen.

(Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)

Cowes Wie erklärt man den Mythos Rolex Fastnet Race, dieses nahezu ur-englischsten aller Mittelstreckenrennen: Mit der langen Tradition des 605 Seemeilen langen Rennens, das erstmals 1925 gestartet wurde? Mit der kaum zu überbietenden royalen Noblesse des Startschusses, der vom fein manikürten englischen Rasen der Royal Yacht Squadron in Cowes aus einem kleinen Kanönchen abgeschossen wird?

Mit der großen sportlichen Historie des Rennens, das als Langstrecke einen wichtigen Teil des nicht mehr stattfindenden prestigeträchtigen Admiral’s Cup bildete, der inoffiziellen Meisterschaft der Hochseesegler? Oder mit dem leichten Schauer, der noch immer Beteiligte überkommt, wenn an das Katastrophenrennen von 1979 erinnert wird, bei dem 19 Segler und Retter auf See in einem fürchterlichen Sturm ihr Leben verloren?

Es wird von allem etwas sein, das professionelle Regattasegler, namhafte internationale Offshore-Sailing-Kampagnen und erfahrene Amateurcrews ins englische Mekka des Segelsports Cowes und zum Start des Rolex Fastnet Race zieht. Mit Öffnung des Meldeportals am 7. Januar für das diesjährige Rennen waren die 340 Startplätze in weniger als fünf Minuten vergeben. Die veranstaltenden Yachtclubs Royal Yacht Squadron (RYS) in Cowes und Royal Ocean Racing Club (RORC) erhöhten das Kontingent später auf 400 Startplätze.

„Das ist ein Rennen, das jeder Segler in seinem Leben mindestens einmal segeln will“, sagt Chris Stone, Race Manager vom RORC. „Der Kurs ist schwierig, mit Strömungen, wechselnden Tiden und Annäherungen an die englische und irische Küste. Dazu kommt zum Teil heftiges Wetter, das die Segler für Tage bis ans körperliche Limit fordern kann.“

Auf dem Fastnet Rock in der Irischen See steht seit 1904 ein Leuchtturm, der 54 Meter hoch hinauf ragt. Ihn müssen die Segler bei der Umrundung an ihrer linken, der Backbordseite, lassen, bevor es auf den Rückweg entlang der Scilly Islands ins Ziel geht. Je nach Wetterlage und Tageszeit präsentiert sich diese wohl berühmteste Wendemarke des Regattasports von ganz verschiedenen Seiten – romantisch im Licht der auf- oder auch untergehenden Sonne, bedrohlich von Wellenbergen umpeitscht oder auch mysteriös hinter einer Nebelwand verborgen.

„Das Fastnet Race steht ganz klar auf der Bucket List jedes ambitionierten Regattaseglers.“ (Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)
Zurück zum Ziel

„Das Fastnet Race steht ganz klar auf der Bucket List jedes ambitionierten Regattaseglers.“

(Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)

„Sogar für hochprofessionelle Segler ist das Rennen eine besondere Herausforderung. Und Einsteiger in den Regattasport verbinden mit dem Wort Fastnet sehr viel Ehrfurcht“, sagt Chris Stone. „Doch dem legendären Felsen so nahe zu kommen, das Gefühl zu haben, es wirklich bis dahin unter Segeln geschafft zu haben, lässt alle mit einem enormen Enthusiasmus Kurs auf das Ziel in Plymouth nehmen.“

Die schnellsten teilnehmenden Boote in diesem Jahr sind die vier Ultime Trimarane Sodebo Ultim 3, Macif, Actual Leader und Edmond de Rothschild, die mit Hilfe ihrer Foils über 30 Knoten schnell werden. Wenn die Witterungsbedingungen einen „Flugmodus“ zulassen, ist es sehr wahrscheinlich, dass eines der Schiffe den 2011 von der Banque Populaire V aufgestellten Streckenrekord von 32 Stunden und 48 Minuten knacken wird.

Ebenfalls Hoffnung auf einen neuen Rekord bei den Einrumpfyachten machen sich die Teams der Scallywag und Rambler. Die derzeitige Bestmarke liegt bei 42 Stunden und 39 Minuten. Für die Skipper beziehungsweise Eigner von drei Yachten lockt als Preis eine teure Uhr von Titelsponsor Rolex: jeweils die erste Mehrrumpf- und die erste Einrumpfyacht, die über die Ziellinie geht, wird ausgezeichnet. Dazu gibt es eine weitere Uhr für die Yacht, die nach berechneter Zeit, wenn die Handicap-Faktoren aller teilnehmenden Schiffe nach einer Formel ausgewertet sind, Gesamtsieger der Regatta ist.

Großes Engagement des Uhrenherstellers

Der Schweizer Uhrenhersteller Rolex unterstützt neben dem berühmten Fastnet Race zahlreiche weitere internationale Regatten als Titelsponsor, darunter auch das jährlich im Oktober stattfindende Middle Sea Race von Malta aus rund um Sizilien und das „Weihnachtsrennen“ auf der Südhalbkugel von Sydney ins tasmanische Hobart.

Das seglerische Sponsoring-Engagement umfasst zudem die TP52-Rennserie und die Rennen der Maxi-Yachten und Schiffe aus der finnischen Werft Nautor’s Swan, die vor der Kulisse des mondänen Porto Cervo stattfinden. Neben 15 internationalen Regattaevents profitieren ausgewählte Clubs von der Partnerschaft mit Rolex, deren klassisches Modell Submariner vor allem auf die Bedürfnisse von Seglern und Wassersportlern ausgerichtet ist.

Prominenteste deutscher Teilnehmer beim diesjährigen Rolex Fastnet Race sind Malizia-Skipper Boris Herrmann, der nach dem Rennen Umweltaktivistin Greta Thunberg auf der Rennyacht zum UN-Klimagipfel nach New York bringt, und das Offshore Team Germany unter Skipper Robert Stanjek mit der Einstein. Zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden deutschen „The Ocean Race“ 2021-Aspiranten wird es aber nicht kommen. Boris Herrmann startet zusammen mit dem britischen Segler Will Harris double handed in der Klasse der Imoca 60, das Team der Einstein geht mit einer sechsköpfigen Crew an den Start und wird in der Klasse der großen Yachten gewertet.

„Das ist ein Rennen, das jeder Segler in seinem Leben mindestens einmal segeln will.“ (Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)
Besondere Herausforderung

„Das ist ein Rennen, das jeder Segler in seinem Leben mindestens einmal segeln will.“

(Foto: Carlo Borlenghi/ Rolex)

Unter deutscher Flagge starten insgesamt 20 Boote. Eine Besonderheit bildet die deutsche Regattayacht Tutima, die seit Jahren sehr erfolgreich als einzige deutsche rein weibliche Segelkampagne von Skipperin Kirsten Harmstorf-Schönwitz gesegelt wird. „Das Rolex Fastnet Race steht ganz klar auf der Bucket List jedes ambitionierten Regattaseglers“, sagt die Skipperin, die mit ihrer zwölfköpfigen Crew zum ersten Mal bei dem berühmten Rennen dabei ist. „Wir freuen uns auf die Erfahrung, haben aber auch Respekt vor dem, was uns erwartet. Mit über 60 Booten bei sieben Knoten Strom auf der Startlinie die beste Position zu finden, wird eine taktische Herausforderung.“

Start des Rennens ist am Samstag, 3. August um 13.30 Uhr deutscher Zeit. Die komplette Meldeliste, alle Informationen zum aktuellen Rennen und den Link zum Tracker gibt es hier: www.rolexfastnetrace.com.

Mehr: Die Yachtindustrie erfindet sich neu: Silicon-Valley-Milliardäre ersetzen die Oligarchen als Käufer – und verlangen ein neues Layout ihrer Schiffe.

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