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Interview Lange-&-Söhne-Chef Wilhelm Schmid: „Wir rennen nicht irgendwelchen Trends hinterher“

Der Chef der Uhrenmarke A. Lange & Söhne spricht im Interview über die Zukunft des Unternehmens und der Branche.
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„Das Einzige, was man heute planen muss: mehr als einen Plan zu haben“, so der A. Lange & Söhne Chef. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Wilhelm Schmid

„Das Einzige, was man heute planen muss: mehr als einen Plan zu haben“, so der A. Lange & Söhne Chef.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Er ist studierter Betriebswirt, hat lange bei BMW gearbeitet und einst sogar eine Lehre als Kfz-Mechaniker absolviert. Seit 2011 führt Wilhelm Schmid die Uhrenmarke A. Lange & Söhne, die wohl prestigeträchtigste deutsche Uhrenmarke.

Herr Schmid, Sie haben gemeinsam mit anderen Marken den Ort Glashütte wieder als Standort der deutschen Uhrenindustrie etabliert. Ausgerechnet dort kam die AfD zuletzt auf über 30 Prozent Wählerzuspruch. Ein Problem für eine global operierende Marke?
Ich bin ja kein gewählter Politiker, sondern Geschäftsführer einer Firma. Insofern ist es zuallererst meine Aufgabe, nach innen wie nach außen bestimmte Werte zu vertreten. Dazu zählen sicher auch Respekt, Toleranz und Weltoffenheit.

Wie groß ist Ihre Belegschaft eigentlich?
Wir beschäftigen etwa 750 Mitarbeiter.

Und wie viele Uhren produzieren Sie jährlich?
Rund 5500.

Damit sind Sie nicht gerade ein Massenhersteller …
… der wir ja auch gar nicht sein wollen. Dazu sind unsere Uhren ohnehin zu komplex.

Welche Rolle spielt A. Lange & Söhne in dem großen Schweizer Konzern-Konglomerat Richemont?
Wir haben natürlich Berichtspflichten gegenüber dem Eigentümer. Aber mit ihm sind wir uns völlig einig darüber, wofür wir als Marke stehen. Das ist ja übrigens etwas, was auch unsere Kunden sehr stark mitprägen.

Welche Prognose geben Sie Ihrer kleinen, aber feinen Branche für 2019?
Als ich Student war, hat man solche Planungsprozesse gern über Jahrzehnte hinweg betrieben. Solche Gewissheiten waren vielleicht damals schon eine Schimäre, heute wären sie angesichts der Unwägbarkeiten allein der globalen politischen Entwicklungen völlig aussichtslos. Das Einzige, was man heute planen muss: mehr als einen Plan zu haben.

Es dürfte Ihnen entgegenkommen, dass A. Lange & Söhne wenigstens keine Uhren bauen muss, die dem Zeitgeist unterworfen sind, oder?
Und wir rennen auch nicht irgendwelchen vermeintlichen Trends hinterher, das stimmt sicher. Andererseits müssen auch wir uns manchem Trendthema stellen, etwa der Frage, wie wir heute unsere Kunden erreichen.

Spielen soziale Netzwerke für Ihre Kommunikation bereits eine Rolle?
Meine eigenen beiden Kinder sind 19 und 21. An ihnen sehe ich durchaus, dass sich die Informationsbeschaffung verändert hat. Man muss aber gerade im Internet auch lernen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden. Dort habe ich es ja in den seltensten Fällen mit Medien wie dem Handelsblatt zu tun, die mir sorgfältige Recherchen liefern. Insofern müssen also auch wir uns mit Onlinestrukturen auseinandersetzen.

Das Netz konfrontiert die Uhrenindustrie auch mit einem Graumarkt. Wie kommen Sie als Luxusmarke diesem Geschäft bei?
Wenn man eine dieser Plattformen schließt, wachsen fünf neue nach. Ich bin aber auch überzeugt, dass unsere potenziellen Kunden im Internet keine Risiken eingehen – und am Ende lieber doch in einer Boutique eine unserer Uhren kaufen.

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