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Jürgens Weinlese Reise durch „Europas Weinkeller“

Handelsblatt-Online-Weinexperte Jürgen Röder ist durch Apulien gefahren, einst als Produzent von industriellem Massenweinen verschrien. Mittlerweile werden im „Weinfass Italiens“ interessante edle Tropfen hergestellt.
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Weinliebhaber Jürgen Röder.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Düsseldorf Rebstöcke  wohin ich schaue. Als ich vom Norden her in Apulien ankam, konnte ich kaum glauben, dass sich in dieser Region die Weinanbaufläche deutlich verringert haben soll.  Für mich war nach der ersten halben Stunde Fahrt durch das fast 400 Kilometer lange Gebiet klar: Hier bin  ich im „Weinfass“ Italiens.

Dieses „Weinfass“ hatte (oder hat immer noch?) einen schlechten Ruf. Auf einer Rebfläche von mehr als 106.000 Hektar wird mehr Wein als in Deutschland produziert. Ein großer Teil für die Destillation von Industrie-Alkohol und für die Produktion von Massenweinen.

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: Es gibt in Apulien unterschiedliche Weine, die mir sehr gut schmecken. Schwere, fruchtige aber doch herbe und säurereiche Negroamaro-Weine in der Region Salento; sehr konzentrierte, alkoholreiche, teilweise süße Primitivo aus Taranto;  fruchtbetonte Nero di Troia mit vollem Körper und sanften blumigen Aromen und  fruchtige Weißweine aus dem Itriatal.

In Apulien haben die Wein-Genossenschaften eine starke Stellung; das ist mir im Rahmen meiner Reise deutlich geworden. Das hat geschichtliche Hintergründe: Bis zum zweiten Weltkrieg gehörte das apulische Land Großgrundbesitzern. Nach der Enteignung in den  50er und 60er Jahren übernahmen die ehemaligen Pächter und Landarbeiter die Weinberge. Die neu gegründeten Kooperativen übernahmen die Ernte und zahlten die Weinbauern aus – kein System, das Unternehmertum fördert.

Besuch von zwei Genossenschaften
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