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Weinlese Chinas Weinszene entwickelt sich

Was die im Westen können, können wir auch! Für Industrieprodukte hat China das längst bewiesen, jetzt ist der Wein dran. Doch auch deutscher Riesling hat im Reich der Mitte gute Chancen.
10.08.2013 - 16:01 Uhr 8 Kommentare
Ein eher seltenes Bild: In China wird meist Rotwein getrunken, der einen Anteil von 75 Prozent am gesamten Markt hat. Quelle: Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann

Ein eher seltenes Bild: In China wird meist Rotwein getrunken, der einen Anteil von 75 Prozent am gesamten Markt hat.

(Foto: Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann)

Peking Meine Annäherung an chinesischen Wein fing mit einem ziemlich grausamen Tropfen an. Im Jahr 2003 habe ich zum ersten Mal auf Chinareise einen einheimischen Flasche der Marke „Great Wall“ probiert – und war entsetzt. Sauer, bitter und seltsam schmeckte das Gesöff. Als ich später das Internet-Gerücht las, dass China Weine mithilfe von elektrischem Strom in Turbogeschwindigkeit reifen lässt, habe ich es zwar nicht so ganz geglaubt, fand es aber angesichts meiner Erfahrung zumindest denkbar.

Doch seitdem hat sich vieles getan. Die Güter des Landes bringen inzwischen immer wieder Jahrgänge hervor, die sogar international Anerkennung finden. Auch die Konsumenten sind reifer geworden. In den Großstädten Peking und Shanghai halten es die Vertreter der Mittelklasse für modern, sich an gegorenem Traubensaft zu erfreuen – statt sich wie ihre Verwandten auf dem Lande mit Reis- oder Hirseschnaps abzuschießen. Die Weinläden in den Einkaufszentrum sind gut besucht und haben ein schönes Sortiment. Manchmal kennen sich die Verkäufer dort sogar mit dem aus, was sie verkaufen.

Was für Weine trinken die Chinesen? Statisisch gesehen bevorzugen sie einheimische Produkte. Dem chinesischen Verband der Spirituosenhersteller zufolge kommt gut 15 Prozent des nationalen Verbrauchs von einheimischen Gütern. Diese Zahl verblüfft mich etwas, weil ich in den Supermärkten und Weinshops überwiegend Importware sehe. Vor allem die Franzosen sind gut vertreten. Sie stellen knapp die Hälfte der Einfuhren. (Deutschland kommt laut Euromonitor auf Platz acht.) Wer in China angeben will, protzt mit einem Chateau Lafite. Dieses Gut ist überproportional bekannt und wegen der abartig überhöhten Preise auch am meisten gefälscht.

Doch abseits der Weinläden und exklusiven Bars gibt es eben auch viele Gelegenheiten, zu denen einheimischer Wein auf den Tisch kommt. Bei Banketten und Feiern mit formaler Atmosphäre steht fast immer chinesischer Rotwein auf dem Tisch - und das ist landesweit so. Schließlich hat China nach Angaben des Deutschen Weininstituts die fünftgrößte Weinanbaufläche weltweit. Die Einkäufer sind hier keine Privatleute, sondern die Hotels und Großrestaurants, die Verantstaltungsort für Jubiläumsfeiern, Hochzeiten oder Firmenanlässe sind.

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    8 Kommentare zu "Weinlese: Chinas Weinszene entwickelt sich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Na so was aber auch, da haben sich die Foristen aber weitläufig in Mittelland umgetan & festgestellt, daß es dort nichts eigenes gibt, was Land & Leute hervorgebracht haben. Wie war das nochmal mit dem Tee? Ach so, davon gibt es ja im Handelsblatt keine Berichte. Nur so nebenbei sei bemerkt,daß Tee zeitweise ein global gehandeltes Gut war, als es die großen Erfinderdeutschen ja noch gar nicht gab. Von der Seidenstraße hat man hier im Forum natürlich auch noch nichts gehört, war ja auch nicht Teil des schulischen Curriculums. Ach ja, und es gab auch mal eine Teestraße. Die heutige Zeit wird auch einmal Vergangenheit sein & dann werden bestimmt die innovativen Chinesen die 400 Jahre europäischer *Vorherrschaft* aus den Geschichtsbüchern tilgen. Das tut natürlich jetzt schon mal vorsorglich weh...

      Xie

    • @Willi Kammschott
      ..ewig gestrig

    • ...ewig gestrig

    • Hemmungsose Kopiesten und Plagiatoren. Nachmachen, nachahmen in Perfektion. Vom Maschinen- und Anlagenbau, über alternatibe Technologien bis zum schnöden Konsumprodukt.

      Wann wird diesen Menschen endlich der Zugang zu den Innovationsquellen gekappt ?

    • Abkupfern können sie, die Chinesen, wie bei vielen Dingen werden sie glücklicherweise nie oder erst in ferner Zukunft die Qualität erreichen, die für uns Maßstab ist. Ich kenne viele, die aus diesen Gründen schon wieder in Europa produzieren lassen.

    • Apropos Helmut Kohl:
      Leider ist das HB auch da zu feige für eine "faire" Diskussion!
      Daß sein Sohn eine Türkin heiratet, ist deren beider Entscheidung! Kein Thema!!
      H.K. wird davon genauso wenig begeistert gewesen sein wie ich es gewesen wäre.
      Aber daß Sie mit Ihrem Anspruch, eine seriöse Zeitung zu sein, jede Diskussion dazu ABWÜRGEN, DAS nehme ich Ihnen wie viele Andere hier wirklich übel!!
      MfG.

    • "Chinas Weinszene entwickelt sich"

      Echt Klasse Handelsblatt, Ihr seid total im Sommerloch verschwunden!!!

      Ihr kotzt mich nur noch an!!!

    • Die traurige Wahrheit ist doch, dass Chinesen Wein trinken, weil sie damit zeigen wollen, dass sie sich von der Masse unterscheiden wollen.

      Weine gelten in asiatischen Räumen als edle Alkoholgetränke, die eine Klasse für sich behalten.

      Trinkt ein reicher Asiate ein Glas Rotwein, dann wollen alle auf einmal Wein unabhängig davon, ob es schmeckt oder nicht.

      Schmeckt es nicht, dann ist es auch okay, solange der Weinkonsum ein Ansehen hat.

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