Chopard-Chef Karl-Friedrich Scheufele
(Foto: (c) Alexandra Pauli)

Karl-Friedrich Scheufele im Interview Chopard-Chef warnt vor Donald Trump

Der Chef der Genfer Uhrenmanufaktur sieht im US-Präsidenten eine Bedrohung für die Luxusgüterindustrie. Außerdem kritisiert er die Fachmesse Baselworld.
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Karl-Friedrich Scheufele, Eigentümer und Chef des Genfer Uhren- und Schmuckhauses Chopard, hält US-Präsident Donald Trump für eine Bedrohung der gesamten Luxusgüterindustrie.

„Man kann ihn leider gar nicht einschätzen, weil er unberechenbar ist“, sagte Scheufele in einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden Handelsblatt Magazin. Das mache die Märkte immer anfälliger, „und darunter leidet letztlich die gesamte Luxusindustrie. Es fehlt mancherorts schlicht an Kontinuität.“

Immerhin habe die Uhrenbranche die Krise der vergangenen beiden Jahre überwunden. Bei vielen Marken war aufgrund neuer Korruptionsgesetze in China der Absatz eingebrochen. Nun gehe es „tatsächlich wieder kontinuierlich voran“, sagt Scheufele.

„China spielt als wieder erstarkter Absatzmarkt den Vorreiter, aber auch andere Regionen entwickeln sich erneut positiv“, sagte er.

Aktuell könne man „den vorherrschenden Optimismus durchaus verantworten. Meine Zweifel wachsen allerdings immer dann, wenn ich mir das Geschehen auf der weltpolitischen Bühne genauer anschaue“, so Scheufele weiter, der für sein eigenes Unternehmen dieses Jahr mit einem zweistelligen Wachstum rechnet.

Kritik übte der 60-Jährige auch an der Fachmesse Baselword, in deren Ausstellerbeirat Scheufele sitzt. Die Branche gönnt sich zwar noch immer zwei Messen, denn neben der Baselworld im März findet schon im Januar in Genf immer der SIHH statt.

Aber die Baselworld, der zuletzt sogar die Swatch Group (Omega, Breguet, Tissot) den Rücken kehrte, müsse sich „dringend ändern. Ich hoffe, dass da schon fürs nächste Jahr die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden“, mahnte Scheufele, der viel Anlass zur Kritik sieht.

„Allein die Zimmerpreise während der Messe in Basel sind ein echtes Ärgernis geworden. Zu Recht!“, sagte der gebürtige Deutsche dem Handelsblatt Magazin. „Ich kann den Zorn der Besucher da völlig verstehen. Und die Hotelbranche muss sich hier dringend wieder an ihren Kunden orientieren. Manche wachen eben erst auf, wenn die Katastrophe schon da ist.“

Chopard selbst sei schon über 45 Jahre in Basel vertreten und werde „zumindest 2019 wieder dabei sein. Dann sehen wir weiter.“ Chopard gehört zu den größten, noch familiengesteuerten Uhren- und Schmuckmarken der Welt. Gemeinsam mit seiner Schwester Caroline teilt sich Scheufele die Verantwortung für das Genfer Unternehmen.

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