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Königin der Designerjeans US-Millionenerbin Gloria Vanderbilt im Alter von 95 Jahren gestorben

Sie sorgte ihr Leben lang für Schlagzeilen und machte die Jeans zu einer gesellschaftlich akzeptierten Hose für Frauen: Vanderbilt war eine Ikone.
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Die US-Millionenerbin, Schauspielerin, Malerin und Mutter des CNN-Moderators Anderson Cooper starb mit 95 Jahren. Quelle: dpa
Gloria Vanderbilt

Die US-Millionenerbin, Schauspielerin, Malerin und Mutter des CNN-Moderators Anderson Cooper starb mit 95 Jahren.

(Foto: dpa)

New York Die Mode-Ikone Gloria Vanderbilt ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die als Königin der Designerjeans in den 1970ern und 80er Jahren bekannte Künstlerin starb am Montag, wie ihr Sohn, CNN-Moderator Anderson Cooper, bekannt gab. Vanderbilt war die Ururenkelin des US-Unternehmers und Finanziers Cornelius Vanderbilt. Von Kindheit an bestimmte ihr Leben viele Schlagzeilen, ebenso wie später vier Ehen und drei Scheidungen.

Cooper bestätigte ihren Tod zu Hause, im Kreise von Freunden und Familie. Sie habe seit einiger Zeit an Magenkrebs gelitten. „Gloria Vanderbilt war eine außergewöhnliche Frau, die das Leben liebte und es nach ihren eigenen Vorstellungen lebte.“ Sie sei Malerin, Schriftstellerin und Designerin gewesen, „aber auch eine bemerkenswerte Mutter, Frau und Freundin“. Sie sei zwar 95 Jahre alt gewesen, aber wenn man jemanden gefragt hätte, hätte derjenige sie als jüngste, coolste und modernste Person beschrieben, die er kenne.

Vanderbilt war eine talentierte Malerin, die auch auf der Bühne und im Fernsehen zu sehen war. Als Modedesignerin begeisterte sie sich früh für Jeansstoff. 1978 begann sie den Aufbau ihrer eigenen Modemarke, 1980, an deren Höhepunkt, machte sie einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Dollar. Jahrzehnte später ist die Jeans nach wie vor Grundbaustein jeder Frauengarderobe. Unter der Marke Gloria Concepts vertrieb sie später Porzellan, auch Schuhe, Schals und Bettwäsche verkaufte sie.

Mit ihrem Privatleben machte sie regelmäßig Schlagzeilen in der Klatschpresse. Bereits im Alter von 10 Jahren 1934 wurde über sie als „armes kleines reiches Kind“ berichtet, weil sich ihre Mutter und ihre Tante, die ein 78-Millionen-Dollar-Vermögen kontrollierte, einen Sorgerechtsstreit lieferten. Ihr Vater Reginald Claypoole Vanderbilt, ein Spieler und Trinker, war bereits 1925 gestorben - innerhalb von 14 Jahren hatte er 25 Millionen Dollar verprasst.

Mit 17 Jahren heiratete Vanderbilt das erste Mal, was prompt zur Enterbung durch die Tante führte. Diese hatte Jahre zuvor den Sorgerechtsstreit gewonnen, nachdem die Mutter im Gerichtsverfahren beschuldigt worden war, mit einem Mitglied der britischen Königsfamilie eine lesbische Affäre gehabt zu haben. Mit 21 Jahren kam Vanderbilt selbst schließlich an fünf Millionen Dollar durch einen für sie eingerichteten Treuhandfonds. Von ihrem ersten Mann ließ sie sich unter Angabe von häuslicher Gewalt scheiden, nur um am nächsten Tag den 63-jährigen Dirigenten Leopold Stokowski zu heiraten. Weitere Ehemänner waren der Regisseur Sidney Lumet und der Autor Wyatt Cooper.

„Ich hatte viele, viele Liebschaften“, sagte Vanderbilt 2004 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. „Ich fühle immer, wenn etwas Wunderbares passiert. Und es passiert immer.“ Dass sie keinen Vater gehabt habe, hätte sie während ihrer Kindheit nicht gefasst. „Ich habe erst nach der Heirat mit Wyatt Cooper verstanden, wie es ist, einen Vater zu haben, denn er war ein außergewöhnlicher Vater.“

Nur mit ihm sei sie glücklich verheiratet gewesen, sagte sie. Die Ehe endete mit seinem Tod 1978. Zehn Jahre später erlebte sie die Selbsttötung eines ihrer vier Söhne, als dieser sich aus ihrem Apartment im 14. Stock stürzte. Laut Polizei war er wegen Depressionen in Behandlung gewesen.

Auch viele Jahre später trat Vanderbilt immer wieder in Erscheinung. Als 85-Jährige brachte sie vor zehn Jahren einen erotischen Roman heraus. „Obsession: An Erotic Tale“ erzählt von der Witwe eines Architekten, die in von ihm geschriebenen Briefen von seinem geheimen Sexleben erfährt. „Ich denke nicht, dass Alter irgendetwas damit zu tun hat, was man schreibt“, sagte sie in einem Interview mit der „New York Times“. „Das Einzige, was mir peinlich wäre, ist schlechtes Schreiben. Und das Einzige, was mich bekümmert hat, sind meine Kinder. Sie wissen, wie Kinder sein können. Aber meine sind sehr intelligent und unterstützen mich.“

  • ap
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