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Kolumne: Wein und Wahrheit Drei Geheimnisse guten deutschen Weins

Die Chef-Sommelière Stefanie Hehn aus dem Hamburger Fünf-Sterne-Hotel „The Fontenay“ erklärt, welche deutschen Anbauregionen besonders interessante Geschmackserfahrungen bieten.
25.07.2020 - 09:49 Uhr Kommentieren
Stefanie Hehn ist Chef-Sommelière im Lakeside des Hamburger Hotels „The Fontenay“. Quelle: ddp, The Fontenay
Die Kolumnistin

Stefanie Hehn ist Chef-Sommelière im Lakeside des Hamburger Hotels „The Fontenay“.

(Foto: ddp, The Fontenay)

Es muss nicht immer Bordeaux sein: Wer anfangen will, interessante Rot- und Weißweine zu entdecken, wird durchaus auch in deutschen Regionen fündig. Dass manche davon nicht sonderlich bekannt sind, sollte einen nicht abschrecken – im Gegenteil.

Über Württemberg zum Beispiel wird relativ wenig geschrieben und gesprochen, was einen einfachen Grund haben dürfte: Die Schwaben essen und trinken traditionell gern und gut. Entsprechend kaufen sie große Teile des Weins ihrer Region lieber gleich selbst auf, sodass für den Rest des Marktes nicht mehr allzu viel übrig bleibt.
In Württemberg hat zum Beispiel der Abo-Verkauf einen hohen Stellenwert, was auch für den Winzer besonders gewinnbringend ist. Denn seine treuen Abnehmer sind ihm alljährlich garantiert. Die Weine sind also nicht schlechter, sie sind nur schneller weg. Das Remstal etwa im Norden Stuttgarts bietet sehr schöne Weine.

In Fellbach gibt es die beiden benachbarten Winzer Schnaitmann und Aldinger, die sehr coole Weine anbieten. Die beiden kriegen sogar einen guten Trollinger hin, obwohl der nun wirklich sonst überwiegend und leider zu Recht als gruseliger Massenwein gilt. Ebenso gibt es in Württemberg sehr gute Burgunder, weil die Böden kalkhaltig sind.

Ebenso klasse finde ich Franken, nicht nur weil ich selbst aus der Region stamme. Die fränkischen Winzer sind sehr leise, zurückhaltend, und sie sprechen nicht viel darüber, wie gut sie sind. Diese Bescheidenheit wird bislang noch viel zu wenig belohnt. Das Weingut Fürst in Bürgstadt zum Beispiel macht Weltklasse-Rotweine auf seinen roten Sandsteinböden.

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    Trauriges Markenzeichen Bocksbeutel-Flasche

    Näher an der fränkischen Metropole Würzburg dran ist – mit vielen Steillagen – das Weingut Rudolf May in Retzstadt, das überhaupt erst übers Ausland auch hierzulande entdeckt wurde. Toll ist auch das Weingut am Stein direkt in Würzburg, das eher unkonventionell auf neue Wege des biologischen Anbaus setzt. Und wissen Sie, wer quasi jeden Weinwettbewerb gewinnt? Horst Sauer aus Escherndorf. Probieren Sie’s aus!
    Die Leistung der Winzer hat übrigens nichts mit der in Franken beheimateten Bocksbeutel-Flasche zu tun, die ja sonst nur noch in Baden genutzt werden darf. Früher hieß es, dass nur Qualitätswein in diese bauchigen Flaschen gefüllt werden darf, also nur die besten. Mittlerweile bekommt man im Supermarkt bedauerlicherweise schon Bocksbeutel für 2,50 Euro. Es ist eigentlich traurig, was aus so einem einstigen Markenzeichen werden kann.

    Man muss sich jedenfalls für deutschen Wein wahrlich nicht schämen. Das gilt auch für das Anbaugebiet rund um die Nahe, die bei Bad Kreuznach in den Rhein mündet: uralte Böden, karge Landschaften. Die Rieslinge von dort sind zwar kein echter Geheimtipp mehr, aber immer spannend. Sie sind wunderbar trocken und angenehm mineralisch. Die einzige Warnung: Trockene Nahe-Rieslinge sind wirklich schon was für Fortgeschrittene, weil sie meistens keinerlei Restsüße bieten. Aber Sie selbst sind ja mittlerweile auch keine Anfänger mehr.

    Sie haben auch eine Frage an und für Stefanie Hehn? Schreiben Sie uns: [email protected]

    Mehr: Wein und Wahrheit, Folge 1: In fünf Schritten zum Wein-Kenner.

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