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Kolumne: Wein und Wahrheit Sechs Tipps für fünf Genuss-Trips nach dem Lockdown

Ob Sylt, Baden oder Mosel: Die Chef-Sommelière Stefanie Hehn aus dem Hamburger „The Fontenay“ liefert eine Liste von Sehnsuchtsorten wahrer Genussmenschen.
05.12.2020 - 09:59 Uhr Kommentieren
Unsere Kolumnistin schaut in die Zukunft, wenn der Weingenuss wieder ohne Einschränkungen möglich ist. Quelle: imago images/Imaginechina-Tuchong
Vorfreude

Unsere Kolumnistin schaut in die Zukunft, wenn der Weingenuss wieder ohne Einschränkungen möglich ist.

(Foto: imago images/Imaginechina-Tuchong)

Irgendwann muss das ja mal ein Ende haben mit dem Lockdown. Irgendwann müssen wir ja auch wieder rausdürfen. Mit Freunden essen und trinken gehen! Schmecken! Genießen! Dafür habe ich schon meine ganz persönliche To-do-Liste aufgestellt, die ich Ihnen zur Nachahmung oder einfach als Idee empfehlen kann.

Es geht ja nicht nur darum, selbst endlich mal wieder ein bisschen Spaß und Genuss erleben zu dürfen. Ebenso geht es darum, manche Geschäftsmodelle zu retten und Restaurants, die durchaus Heimat sein können angesichts ihrer tollen Weinkeller mit wirklich bodenständigen Preisen. Viele von denen, die wir längst ins Herz geschlossen haben, brauchen nach dem Lockdown mehr denn je unsere Hilfe.

Versuchen Sie das selbst mal – eine Liste zu erstellen von jenen Restaurant-Adressen, die Sie vielleicht an Ihre Vergangenheit erinnern, bis zu jenen, wo Sie immer schon mal hinwollten, aber noch nie waren. Eine wahre Zeitreise kann das werden.

Back to the Roots

In meinem Fall wird die Tour de Genuss mit Rückbesinnung beginnen und also natürlich mit meiner fränkischen Heimat Bad Kissingen und Laudensacks Parkhotel, wo ich meine Lehre gemacht habe. Vor Kurzem wurde das Haus an einen Bauunternehmer verkauft, der den Lockdown zu einer umfassenden Sanierung genutzt hat. Ich bin also gespannt, ob sich das Laudensack so schick präsentiert, wie ich es in Erinnerung habe.

Erfreulicherweise ist das Team weitgehend das alte geblieben. Und auch wenn ich es derzeit nicht besuchen kann, weiß ich doch nur zu gut, welche Schätze auch im Weinkeller lagern. Schätze, die übrigens zu absolut vernünftigen Preisen angeboten werden. In erster Linie finden sich dort sehr viele regionale Weine aus Franken, aber auch reifere Tropfen aus Burgund oder der Gegend um Bordeaux, was mich zum nächsten Stichwort auf meiner To-do-Liste führt:

Sylt und Burgund

Ich war verrückterweise noch nie auf der Ferieninsel im hohen Norden und hab’s auch diesen Sommer nicht geschafft. Entweder waren die Wettervorhersagen einfach zu schlecht oder die Hotels schon ausgebucht. Umso mehr wächst die Sehnsucht, denn Sylt ist auch für Gourmets und Weinfreunde in normalen Zeiten immer eine Reise wert.

Die Insel ist auch für Gourmets und Weinfreunde in normalen Zeiten immer eine Reise wert. Quelle: dpa
Sylt

Die Insel ist auch für Gourmets und Weinfreunde in normalen Zeiten immer eine Reise wert.

(Foto: dpa)

Ich zum Beispiel will unbedingt mal beim Söl’ring Hof und meiner dortigen Sommelière-Kollegin Bärbel Ring vorbeischauen. Sie ist mit großer Passion am Werk und verwaltet einen spannenden Weinkeller, der nicht nur aus dem Burgund einige Schätze zu bieten hat. Und die Flaschen scheinen auch zu sehr fairen Preisen angeboten zu werden. Auch die großen französischen Lagen wie etwa Romanée-Conti kann man dort in den Dünen vergleichsweise günstig verkosten.

Ebenso möchte ich – ebenfalls auf Sylt – unbedingt mal ins Restaurant von Jörg Müller, das für eine unglaublich tiefe Weinkarte bekannt ist. Das gilt unter der Ägide von Sommelier Benjamin Birkholz für internationale Weine, aber auch für deutsche. Und er verwaltet ja nicht nur den eigenen Keller. Vor geraumer Zeit wurde es auch noch der des „La Vie“, das einstige Osnabrücker Drei-Sterne-Haus des Industriellen Jürgen Großmann. Und wenn Sylt erledigt ist, muss ich unbedingt mal wieder nach Baden – zum DFB-Präsidenten.

Baden und Bordeaux

Sie haben schon richtig gelesen: Es ist zwar recht bekannt, dass der aktuelle DFB-Präsident Fritz Keller heißt. Aber dass er neben seiner Sport-Arbeit im badischen Oberbergen am Kaiserstuhl nicht nur das berühmte Restaurant „Schwarzer Adler“ mit seiner klassisch französischen Küche samt angeschlossenem Hotel betreibt, sondern seine Familie darüber hinaus auch noch ein tolles Weingut führt, ist wohl eher in meiner Branche bekannt.

Nicht weit vom Elsass entfernt entstehen dort wunderbare Tropfen. Fritz Kellers Weinhandel ist obendrein Direktimporteur vieler Weine aus dem Bordeaux. Das heißt zugleich, dass die dortige Sommelière Melanie Wagner fürs Restaurant auch einen direkten Zugriff zum familieneigenen Weinhandel hat, was sich wiederum positiv auf die Preise auswirkt.

Stefanie Hehn ist Chef-Sommelière im Hamburger Luxushotel The Fontenay. Quelle: The Fontenay
Die Kolumnistin

Stefanie Hehn ist Chef-Sommelière im Hamburger Luxushotel The Fontenay.

(Foto: The Fontenay)

Vielfalt in Frankfurt

Und wenn Sie mir einen sehr persönlichen Tipp erlauben: Einer der Sommeliers aus meinem früheren Team in der „Überfahrt“ am Tegernsee ist mittlerweile in Frankfurt im Restaurant Weinsinn. Florian Bechtel ist ein wahnsinnig umsichtiger Fachmann und bekannt für seine Weinbegleitungen, denen man sich voll und ganz anvertrauen kann: Seine Vorschläge bieten große Vielfalt, kombinieren auf magische Weise die unterschiedlichsten Aromen und liefern dabei schöne Kontraste.

Schauen Sie im Weinsinn (sobald es wieder geöffnet hat) gar nicht erst in die Karte! Überlassen Sie sich lieber gleich Florians Expertise und Geschick! Einfach zurücklehnen und genießen … so würde ich es auch mit dem sechsten und letzten Restaurant auf meiner ganz persönlichen To-do-Liste halten.

Eifel meets Mosel

Das Waldhotel Sonnora gehört zum ebenso kleinen wie feinen Klub der Drei-Sterne-Restaurants in Deutschland. Vor Kurzem wurde es an das Paar verkauft, das seit 2017 immer mehr Verantwortung für die Qualität des Restaurants übernommen hat: die Sommelière Magdalena Brandstätter und den Küchenchef Clemens Rambichler. So ein Übernahmeprojekt ist in Zeiten wie jetzt ebenso mutig wie Hoffnung spendend.

Und für mich ist besonders spannend, dass sich das Haus auch und vor allem mit den regionalen Weinen von der Mosel und deren Nebenflüssen beschäftigt. Da würde ich nach dem Lockdown wahnsinnig gern mal vorbeischauen und eben den ganzen Abend mal jenen Rieslingen widmen, die im Sonnora in ihrer ganzen Bandbreite zu finden sind – von süß bis trocken, von jung bis gereift. Auch sauer macht bekanntlich lustig. Und wenn wir schon bei den Volksweisheiten sind: Wer lacht, lebt länger. Das kann in Corona-Zeiten nicht der schlechteste Rat sein.

Mehr: Kolumne Wein und Wahrheit (20): Warum werden manche Weine teuer – und andere nur schlecht?

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