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Kommentar Warum ein häufiger Nachname schlecht für die Karriere ist

Tina Müller, Thomas Müller, Gerd Müller: Manche Namen müssen sich viele Menschen teilen. Das ist ein Problem. Warum es ärgerlich ist, Müller, Meyer, Schmitz zu heißen – oder eben Fischer.
21.02.2018 - 11:35 Uhr 2 Kommentare
Beruflich hervorzustechen ist mit einem Namen, den noch etliche andere haben, besonders schwer. Quelle: picture alliance/dpa
Nachnamen am Klingelschild

Beruflich hervorzustechen ist mit einem Namen, den noch etliche andere haben, besonders schwer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ich bin Ärztin, Anwältin, Geschäftsführerin. Ich bin Kuratorin, die Leiterin der Düsseldorfer Tafel, eine bekannte österreichische Food-Bloggerin. Ich wurde bereits als rheinland-pfälzische Milchkönigin nominiert, und einen Single-Ratgeber habe ich auch schon geschrieben.

Im Alter von zehn Jahren stand ich auf dem Schulhof – vor einem Abiturdenkmal, auf dem schon mein Name steht. Aber ich bin auch schon tot: Der „Tagesspiegel“ hat bereits einen Nachruf über die Journalistin Eva Fischer gedruckt.

Das bin ich natürlich alles nicht. Mein Nachname ist der vierthäufigste Nachname Deutschlands: Über 120.000 Menschen in Deutschland heißen so. Ebenfalls ist er einer der häufigsten Nachnamen Österreichs, in der Schweiz gehört er zur Top Ten, selbst in den USA zu den Top 100. Ich bin nur eine von vielen Eva Fischers. Damit bin ich quasi identitätslos. Damit bin ich niemand.

Es hätte anders kommen können: Der Geburtsname meiner Mutter ist polnisch, bestehend aus neun Buchstaben – viele Konsonanten inklusive Zeichen, die man schreibt, aber nicht ausspricht.

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    Doch als meine Eltern heirateten, weigerte sich mein Vater, diesen kryptischen Namen anzunehmen. Weil er keine Lust hatte, ihn ständig buchstabieren zu müssen. Das war in den 1970er Jahren, eine digitale Arbeitswelt gab es damals nicht.

    Es hat, zugegeben, Vorteile, dass ich in meinem ganzen Leben vielleicht fünfmal meinen Nachnamen buchstabieren musste: Einmal, als ich beim Chinesen bestellt habe, die übrigen Male im Ausland. Doch die gesparte Zeit muss ich anderswo doppelt und dreifach investieren.

    Ständig muss ich auf die Frage antworten, ob ich mit Hans oder Franz Fischer verwandt bin, ob ich nicht Joschka Fischer mal was ausrichten könnte. Das ist nervig, nicht witzig.

    Was noch viel mehr nervt: Immer wieder muss ich Mails beantworten und darauf hinweisen, dass ich wohl nicht der richtige Adressat war. Ich muss Rückrufe tätigen, um einem Auf-die-Mailbox-Sprecher zu erklären, dass ich nicht die Frau Fischer bin, mit der er gewisse Personalrekrutierungsmaßnahmen/Marketing-Strategien/Etat-Umschichtungen besprochen hat.

    Ich musste sogar schon einmal den Sachbearbeitern von meiner Krankenkasse klarmachen, dass ich nicht die Eva Fischer bin, die ihre Rechnungskopien über vorgenommene Behandlungen eigentlich hätten erreichen sollen, sondern einfach die Eva Fischer, die ihr System offenbar als erstes vorgeschlagen hat. Ständig muss ich erläutern, dass ich dieses und jenes nicht getan habe oder bin, dass sie wohl in der Zeile verrutscht sind, einen anderen im Sinn hatten.

    Klar ist es schöner, darüber zu sprechen, was man tut und ist, als was man nicht tut und ist. Und damit sind wir beim wirklichen Drama aller Hans Schmidts und Eva Fischers: Ein häufiger Nachname ist schlecht für die Karriere.

    Ein Gerd Müller muss mehr tun, um aufzufallen
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    2 Kommentare zu "Kommentar: Warum ein häufiger Nachname schlecht für die Karriere ist"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Liebe Frau Eva Fischer,
      der Artikel ist sehr angenehm geschrieben, schön verständlich, gut zu lesen. Manchmal muss man sich wegen seines Namens mehr anstrengen, aber dafür wird es dann auch besser! Und darauf kommt es an!

    • Naja....ich hätte gerne die Pension von unserem Fast Kanzler Schulz...war doch alles richtig mit dem Namen.

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