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Kreuzfahrttourismus Dieses Kreuzfahrtschiff verzichtet auf umweltschädliches Schweröl

Die „Aida Nova” ist seit Dezember ganz überwiegend mit Flüssigerdgas unterwegs. Die Versorgung des Schiffs ist aber noch eine große Herausforderung.
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Das neue Kreuzfahrtschiff von Aida Cruises wird ganz überwiegend mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben. Quelle: dpa
Aida Nova

Das neue Kreuzfahrtschiff von Aida Cruises wird ganz überwiegend mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben.

(Foto: dpa)

RostockAls im Dezember die „Aida Nova” in See stach, war das eine Sensation – oder ein längst überfälliger Schritt. Das neue Flaggschiff in der Flotte von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. Marinediesel kommt allenfalls unterstützend zum Einsatz. Der Urlauber soll das Gefühl haben, mit einem guten Gewissen an Bord zu kommen.

Seit der Indienststellung laufe die „Aida Nova” vollständig auf LNG, erklärt Aida Cruises. Die Versorgung geschieht über ein Tankschiff, das selbst auch mit Erdgas aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben wird. Es gibt eine Partnerschaft mit Shell Global. „Die Infrastruktur ist derzeit noch eine Herausforderung”, sagt Aida-Präsident Felix Eichhorn.

Der Treibstoff ist ein großer Schritt weg vom umweltschädlichen Schweröl. Der Ausstoß von Feinstaub und Schwefeloxiden wird beim LNG nahezu vollständig vermieden, die Stickoxidemissionen sind geringer. Das Klimagas CO2 lässt sich nicht vermeiden, wird aber ebenfalls zumindest reduziert. Aida Cruises ist in Deutschland Vorreiter. Die Reederei gehört zur US-amerikanischen Carnival Corporation, die nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren verstärkt auf LNG setzt.

Die „Aida Nova” machte Ende 2018 den Anfang. Im kommenden Herbst folgt die „Costa Smeralda” von Costa Crociere, die als erstes LNG-Kreuzfahrtschiff in Hamburg anlegen wird. Aida bekommt 2021 und 2023 zwei Schwesterschiffe der „Nova”. Dann werden nach den Plänen der Reederei mehr als die Hälfte aller Aida-Passagiere auf LNG-Schiffen unterwegs sein.

Bis Kreuzfahrt-Urlauber beim Mitbewerber Tui Cruises auf Flüssigerdgas-Schiffen unterwegs sein können, dauert es noch: Die Hamburger Reederei hat im vergangenen Jahr zwei LNG-Schiffe bestellt, die allerdings erst 2024 und 2026 fertig sein sollen. Die Reederei setzt bislang vor allem auf den Einbau von Abgasreinigungssystemen an Bord.

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. Doch Emissionen sind noch weitgehend unvermeidbar. Quelle: dpa
Emissionen eines Kreuzfahrtschiffs

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. Doch Emissionen sind noch weitgehend unvermeidbar.

(Foto: dpa)

Umweltschützer üben dennoch weiterhin Kritik an der Kreuzfahrt. „Die Vorzeigeschiffe sind an zwei Händen abzählbar”, sagt Sönke Diesener, Verkehrsexperte beim Nabu. „Das Gros der Kreuzfahrtschiffe, die heute unterwegs sind, fährt nach wie vor mit Schweröl.”

Beim jüngsten Kreuzfahrt-Ranking des Nabu 2018 landete die „Aida Nova” wegen des LNG-Antriebs zwar auf Platz eins. Doch insgesamt waren laut Nabu immer noch zu viele der 76 untersuchten Schiffe ohne emissionsarmen Treibstoff oder zumindest moderne Abgastechnik unterwegs.

In Nord- und Ostsee sind Schiffe, die den Schwefelanteil in den Abgasen durch entsprechende Filter nicht auf 0,1 Prozent reduzieren, schon längst verboten. Auch weltweit werden die Umweltauflagen strenger: Die internationale Schifffahrts-Organisation IMO hat beschlossen, dass ab 1. Januar 2020 weltweit nur noch ein Schwefelanteil von 0,5 Prozent erlaubt sein wird.

Mit dem Schiff der norwegischen Reederei Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. Quelle: dpa
Roald Amundsen

Mit dem Schiff der norwegischen Reederei Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.

(Foto: dpa)

Entweder fahren Kreuzfahrtschiffe also künftig mit LNG, reinigen ihre Abgase an Bord mit sogenannten Scrubbern oder wechseln zu Schiffsdiesel. Hapag-Lloyd Cruises wird ab Juli 2020 auf allen Expeditionskreuzfahrten weltweit nur noch das schwefelärmere Marine-Gasöl nutzen. Gerade auf Expeditionsschiffen fahren Urlauber in ökologisch sensible Gegenden wie die Antarktis.

Aida baut auf allen Schiffen, die nicht vollständig mit LNG betrieben werden können, spezielle Abgasreinigungssysteme ein. Acht von zwölf Schiffen seien schon damit ausgestattet, darunter „Aida Prima” und „Aida Perla”. Diese Filter reduzieren laut Reederei neben dem Schwefeloxid-Ausstoß auch Feinstaub- und Stickstoffoxid-Emissionen. Und auch der Ausbau der Landstromversorgung wird vorangetrieben. In Hamburg ist die Technologie vorhanden, Kiel und Rostock sollen folgen.

Schutz für die sensible Fjordlandschaft

Norwegen hat besonders strenge Umweltschutzgesetze beschlossen, die unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen sollen. Die norwegische Reederei Hurtigruten geht besonders weit, um ihre Schiffe sauberer zu machen. „Unsere Mitarbeiter sind in Gegenden unterwegs, wo wir die Folgen des Klimawandels ganz deutlich sehen”, sagt Hurtigruten-Chef Daniel Skjeldam.

Abgasfilter und Katalysatoren nachzurüsten, wie es einige Reedereien tun, um die Emissionen von Schwefel- und Stickoxiden zu senken, reicht Hurtigruten nicht aus. „Von Scrubber-Technologie sind wir nicht so überzeugt”, sagt Skjeldam. Mit der „Roald Amundsen” geht in diesem Jahr das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. Es wird sowohl mit Dieselkraftstoff als auch Strom aus Batterien an Bord angetrieben. Zwei Schwesterschiffe folgen.

In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. Quelle: dpa
Unterwegs im Fjord

In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.

(Foto: dpa)

Außerdem rüsten die Norweger von Ende 2019 bis 2021 sechs ihrer Schiffe auf der klassischen Postschiffroute entlang der norwegischen Küste auf Gas-Hybrid-Antrieb um. Hurtigruten setzt dabei nicht nur auf LNG, sondern geht neue Wege – über Flüssigbiogas (LBG).

Dieses soll aus organischen Abfällen aus der Fischindustrie gewonnen werden. Dafür arbeitet man mit dem Unternehmen Biokraft zusammen. Biogas sei der bislang einzige Kraftstoff, der als klimaneutral gelte, erklärt Skjeldam. Für den Anfang soll der Anteil im Energie-Mix bei mehr als zehn Prozent liegen, Hurtigruten plant eine schrittweise Erhöhung.

Auch LNG ist nach Ansicht des Nabu auf lange Sicht nicht die richtige Lösung. „LNG ist immer noch ein fossiler Kraftstoff”, sagt Diesener. „Wir glauben, dass man langfristig noch andere Antriebsformen finden kann und sind da auch an Forschungsprojekten beteiligt”, so Aida-Chef Eichhorn.

In Zukunft sind auch Brennstoffzellen für den Antrieb mit Wasserstoff möglich. Auf der „Aida Nova” ist dafür schon Platz. Wasserstoff hält auch Skjeldam für aussichtsreich. Man spreche hier aber von einem Zeithorizont von zehn Jahren.

Mehr: Nabu-Kreuzfahrtranking 2018 (PDF)

Cruisetricks-Übersicht zu Treibstoffen in der Kreuzfahrt

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  • Kreuzfahrtschiffe, Konsumgüter-Schiffe, Ferienflieger - das sind mit die grössten CO2-Verursacher und wir sollten unsere Konsumgewohnheit ändern. Vor allem aber sollten wir revolutionären Alternativen der Energienutzung den Weg in unseren Alltag ebnen. Holger Thorsten Schubart, CEO des deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen NEUTRINO ENERGY Group hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Hier werden wir noch viele Innovationen erwarten für eine dezentrale, mobile Haushaltsenergie und eine unbegrenzte Elektromobilität.
    https://www.berliner-zeitung.de/ratgeber/sote/sauberer-strom-holger-thorsten-schubart-und-neutrino-energy-group--32650742#

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