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Leader, Leidenschaft und Luxus Fünf Jahre „New Economy“: Das Handelsblatt Magazin feiert Jubiläum

Vor genau fünf Jahren ist unser Ableger Handelsblatt Magazin gestartet. Seither wird das Thema Wirtschaft achtmal im Jahr ein bisschen anders definiert.
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In der aktuellen Ausgabe: der große Report über Dior und die Haute-Couture-Chefin des Hauses, Maria Grazia Chiuri. Quelle: Stephanie Füssenich für Handelsblatt Magazin
Dior-Kleider

In der aktuellen Ausgabe: der große Report über Dior und die Haute-Couture-Chefin des Hauses, Maria Grazia Chiuri.

(Foto: Stephanie Füssenich für Handelsblatt Magazin)

Düsseldorf Wirtschaft ist das blanke Grauen – könnte zumindest meinen, wer sich nur auf seine Newsfeeds, Timelines oder die gute alte „Tagesschau“ verlässt: Dieselaffäre, Thyssen-Krupp-Elend, Razzien bei der Deutschen Bank, dazu Jobabbau bei Conti und Rezessionsgejammer allerorten. Man wird ja selbst als Wirtschaftsjournalist gelegentlich trübsinnig angesichts der vielen schlechten Nachrichten. Wo ist das Gute, die positive Überraschung, vielleicht sogar der Glamour?

So starteten wir vor genau fünf Jahren das Handelsblatt Magazin. Ein bisschen jünger, frecher und vor allem neugieriger, optimistischer wollten wir sein als vieles auf dem Markt – im Bereich der Lifestyle-, aber auch der Wirtschaftsmedien.

Und weil wir von Anfang an auch ein bisschen anders sein wollten als unser großes Mutterblatt, sprachen wir damals mit Ex-Deutsche-Bank-Chef Joe Ackermann hoch oben über dem Zürichsee nicht wie üblich nur über seine alte Bank. Stattdessen baten wir ihn und seine Tochter Catherine, auch einmal über Familienkonflikte zu sprechen und über Werte, Ängste und Niederlagen. Und auf einmal hatten wir eine neue Facette eines eigentlich alten Bekannten entdeckt.

Substanz entscheidet – auch beim Magazin. Aber seit wir Wirtschaft derart persönlich nehmen, macht sie uns noch mehr Spaß: Mit der Leichtathletik-Legende Usain Bolt und Puma-Chef Björn Gulden diskutierten wir über die Grenzen des Leistungssports, mit den Klitschko-Brüdern über ihre unterschiedlichen Karrieren, mit Victoria Beckham in ihrem Londoner Atelier über ihre Ziele als Modeunternehmerin und die gar nicht so einfache Jugend des Ex-Spice-Girls.

So ging das weiter: Bill Gates trafen wir auf einer seiner Afrikareisen, um mit ihm zu diskutieren, ob Geld glücklicher macht, wenn man es – wie er – im großen Stil für die Rettung der Ärmsten spendet. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager begleiteten wir einen halben Tag lang durch ihre dänische Heimat, um mit ihr nicht nur über die männerdominierte Politik in Brüssel zu sprechen. Dem Künstler Ai Weiwei entlockten wir das Geständnis: „China tut mir leid.“ Und der einst als Haifisch im – nun ja – Planschbecken der deutschen Wirtschaft berüchtigte Investmentbanker Alexander Dibelius verriet uns nach schmerzhaft teurer Scheidung unter anderem, dass er im Grunde seines Herzens ein Romantiker sei.

Die Highlights aus fünf Jahren Handelsblatt Magazin in Bildern
Großes Kino
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Wir begleiteten den deutschen Modemacher Philipp Plein einen Tag lang an der Côte d‘Azur zwischen Party und Karriereplan.

(Foto: Rebecca Marshall für Handelsblatt Magazin)
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
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Die Berliner Künstlerin Sarah Illenberger gestaltete fürs Handelsblatt Magazin eine große Strecke mit Uhren-Innovationen.

(Foto: Sarah Illenberger für Handelsblatt Magazin)
Edler Zwirn
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Monatelang verfolgten wir, wie aus einem Entwurf von Karl Lagerfeld eine sündteure Robe wurde.

(Foto: Stephanie Füssenich für Handelsblatt Magazin)
Top-Manager und Athlet
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Puma-Chef Gulden und Weltrekordler Usain Bolt.

Wirtschafts-Boulevard
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Star-Werber Jean-Remy von Matt sprach mit uns über die Zukunft seiner Branche und die Einrichtung seines neuen Hauses.

(Foto: Heiko Richard für Handelsblatt Magazin )
Ex-Spice-Girl und Mode-Unternehmerin
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Victoria Beckham sprach mit uns übers Geschäft.

Kunst-Figur
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Ai Weiwei sprach in seinem Berliner Keller-Atelier mit Susanne Schreiber und Thomas Tuma über die Zukunft seiner Heimat China.

(Foto: Heiko Richard für Handelsblatt Magazin )

Jetzt werden Sie vielleicht fragen: Soll das jetzt Wirtschafts-Boulevard sein? Und tatsächlich waren wir selbst überrascht, als uns der Topwerber Jean-Remy von Matt in Berlin stolz das Kuppeldach seines neuen Hauses präsentierte – angeblich der Brust seiner Frau nachempfunden. Aber daneben hat er eben auch noch sehr viel Weises über die heutige Verlogenheit der Werbebranche erzählt. Das war ähnlich erhellend wie die Ansichten der jungen Politaktivistin Josephine Witt, die nur wenige Wochen zuvor EZB-Präsident Mario Draghi attackiert hatte – wenn auch nur mit Konfetti (was der in dieser Schrecksekunde aber nicht wusste).

Darf man das überhaupt, mit so einer Gegnerin des Establishments sprechen? Ich denke, man muss es sogar in Zeiten, da immer mehr geschrien und immer weniger argumentiert wird. Und wo immer es geht, wechseln wir deshalb selbst die Perspektive, nehmen das vermeintlich Leichte ernst und das Schwere leicht. Nach dem Ausbruch der Dieselaffäre zum Beispiel fragten Handelsblatt-Korrespondenten überall auf der Welt inkognito ihre örtlichen VW-Händler und erhielten erfrischend ehrliche Antworten wie die eines VW-Verkäufers aus Südafrika: „Angeschissen sind wir Händler.“ Das Projekt verriet auch viel über das Verhältnis zwischen der Marke und dem Rest der Welt.

Bei uns wetterte der damalige Bahn-Chef und einstige Bauernbub Rüdiger Grube über die dramatisch abnehmende soziale Durchlässigkeit der Republik. Anke Domscheit-Berg schrieb über Shareconomy, Thea Dorn über die Folgen der Automatisierung aller Lebensbereiche. Richard David Precht rechnet jeden Monat in seiner Kolumne „Das letzte Wort“ mit den Absurditäten der Jetztzeit ab, die Kunstsammlerin und Unternehmenserbin Julia Stoschek gibt uns Ausstellungstipps und, und, und ...

Das soll jetzt gar nicht so reklamig klingen, wie es natürlich gemeint ist. Aber so entsteht – hoffentlich – immer mal wieder eine besondere Art von Wertigkeit, von Echtheit, von Bedeutung im Mahlstrom all der News, die man schon vergessen hat, wenn man sie liest. Unsere großen Interviews, Porträts oder Reports sind nicht in der Kurzatmigkeit des journalistischen Tagesgeschäfts zu stemmen. Meist bedürfen sie monatelanger Vorbereitung – wie etwa unser Chanel-Report oder unser Inside-Blick auf die deutsche Modeplattform Zalando.

Erst mussten wir die Verantwortlichen des milliardenschweren Start-ups überzeugen, überhaupt Journalisten in ihre Großraumlofts im Berliner Stadtteil Friedrichshain hineinzulassen. Dann folgten Wochen der Recherchen. Und schließlich musste das Ganze ja auch noch ordentlich aufgeschrieben werden. Am Ende gelang uns ein im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneter Report über die Erfolgsrezepte des jungen Unternehmens: Die „Formel Zalando“ erhielt im Frühjahr den renommierten „Herbert Quandt Medien-Preis“.

Zu unserem eigenen Erfolgsrezept als Magazinmacher gehörte von Anfang an, dass wir uns keine opulente Extraredaktion gönnten, sondern auf die Unterstützung und die Expertise zahlreicher Handelsblatt-Kolleginnen und -Kollegen bauten, die für viele Storys neben ihrem ohnehin schon anstrengenden Marathon des Tagesgeschäfts noch die eine oder andere Extrameile liefen. Aber auch da wird man ja als Journalist bisweilen mit neuen Ansichten beschenkt.

Die einen testeten fürs Handelsblatt Magazin Managerdrogen, schlichen sich in die HON-Circle-Welt der Vielflieger oder besuchten die Heimat der Gigajachten bei Lürssen in Bremen. Die anderen porträtierten die Kaste der neureichen Chinesen, fahndeten nach den wahren Geschäftsgeheimnissen des US-Unterwäscheriesen Victoria’s Secret oder verfolgten in London die neueste Produktion eines echten Klassikers: des Pirelli-Kalenders.

Lifestyle und Mode, das sind übrigens sehr oft Themen rund um Familienunternehmen, von denen man viel lernen kann: So besuchten wir die Minottis, Etros oder Zegnas in Norditalien und Thierry Stern, Chef und Eigentümer der Uhrenikone Patek Philippe in Genf. Paul Smith, Stella McCartney, Roche Bobois … alles Familienunternehmen.

Und steckt Wirtschaft nicht ohnehin in allem: der Mode, der Musik, dem Film, der Kunst? Das Handelsblatt Magazin ist also in vielerlei Hinsicht New Economy. Insofern ist unser Handlungsspielraum als Magazinmacher zugleich wunderbar grenzenlos. Und spätestens jetzt müssten Sie es eigentlich förmlich spüren: Wirtschaft ist schön.

Mehr: Das Handelsblatt Magazin beleuchtet die schönen und spannenden Seiten der Wirtschaft: Macher und Modestile, Firmen, Trends und Visionen. Sehen Sie hier alle bisherigen Ausgaben und Artikel im Überblick.

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