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Männerhüte Hut auf: Diese Modelle kleiden auch Hutmuffel

Viele Männer bleiben auch heute noch lieber oben ohne. Welche Modelle der Fachmann empfiehlt – und welche eher im Schrank bleiben sollten.
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Wer es noch nicht mit einem Hut versucht hat, der Sommer bietet sich für den Einstieg an. (Foto: Megan Markham on Unsplash)
Krempen spenden Schatten

Wer es noch nicht mit einem Hut versucht hat, der Sommer bietet sich für den Einstieg an.
(Foto: Megan Markham on Unsplash)

DüsseldorfDie Hitze ist da und mit ihr die erbarmungslose Sonne. Selbst kurze Haare fühlen sich wie Heizdecken an, gepflegte Glatzen nehmen eine leuchtendes Rot an. Um das zu verhindern, greift so mancher Mann zum Baseball-Cap und merkt spätestens nach einem langen Spaziergang, dass so zwar Haupt und Stirn geschützt werden, Nacken und Ohren aber feuerrot sind.

„Trag‘ doch mal einen Hut“, schlägt man der sonnenverbrannten Begleitung also vor. Eine Krempe spendet schließlich nicht nur rundum Schatten, ein Hut sieht auch noch schicker aus als die abgegriffene Kappe. Das fände er ja auch, so das Gegenüber, aber: „Ein Hut steht Männern wie Sean Connery. Ich sehe damit wahrscheinlich wie eine Mischung aus Ost-Ampelmännchen und meinem Großonkel aus.“

Unsicherheiten wie diese erlebt Matthias Lueb, einer der in Deutschland immer rarer werdenden Modisten, oft. Der 38-Jährige verkauft in seinem Geschäft „Der Hutmacher“ in Bielefeld seit 2013 klassische Hüte wie den von Udo Lindenberg so geschätzten Fedora, aber auch Schiebermützen; er repariert alte Modelle und fertigt auf Wunsch Unikate an.

Kamen vor sechs Jahren die meisten Kunden noch zu Beginn des Winters, mache er heute 60 Prozent des Geschäfts im Sommer: „Der Sonnenschutz wird immer wichtiger.“ Auch deshalb finden viele in der heißen Jahreszeit zum ersten Mal den Weg zu ihm. 

Die Entscheidung bei Einsteigern falle oft zögerlich. Über 50-Jährige befürchten, dass ein Hut sie älter mache. Seinen vermeintlichen Altherren-Nimbus verdankt der Hut auch einem Mann, der ihn bei einer wichtigen Veranstaltung nicht trug: John F. Kennedy ließ sich 1961 als erster US-Präsident barhäuptig vereidigen.

„Der Sonnenschutz wird immer wichtiger“, sagt der Bielefelder Hutmacher. (Foto: Katharina Pfannkuch)
Matthias Lueb

„Der Sonnenschutz wird immer wichtiger“, sagt der Bielefelder Hutmacher.

(Foto: Katharina Pfannkuch)

Mittdreißiger treibt bisweilen die Sorge um, mit Hut wie ein Fan von Justin Timberlake auszusehen, der sich in den 2000ern am liebsten mit Trilby zeigte. Und dann ist da noch die Etikette: Nimmt man heute den Hut bei der Begrüßung und in geschlossenen Räumen noch ab? So glasklar die Antwort in den 60ern war, so situationsabhängig ist sie heute.

Ähnlich unübersichtlich ist das Angebot. Vor allem die riesige Onlineauswahl verwirre oft eher, als sie helfe, so Lueb. Eine pauschale Empfehlung für Huteinsteiger habe er aber nicht, zu unterschiedlich seien Bedürfnisse und Geschmäcker. Eine kleine Vorauswahl der Tops und Flops für einen gut behüteten Sommer kann also nicht schaden:

1. Der Panama

Seinen Namen soll der Panama-Hut von einem ehemaligen US-Präsidenten haben. (Foto: Lars Horstmann)
Echter Klassiker

Seinen Namen soll der Panama-Hut von einem ehemaligen US-Präsidenten haben.

(Foto: Lars Horstmann)

Der Panama-Hut ist ein echter Klassiker. Aus feinem Toquilla-Stroh geflochten, soll er seinen Namen Theodore Roosevelt verdanken, der mit einem solchen Strohhut auf dem Kopf 1906 den Panama-Kanal besichtigte. „Seine breite Krempe und das leichte, heute oft mit UV-Schutz versehene Material eignen sich besonders gut als Sonnenschutz“, erklärt Lueb. Auch Frauen schätzen den Panama-Hut. Der Gentleman kann mit diesem Modell also auch noch als Schattenspender auftreten. 

2. Der Trilby

Die Darsteller aus dem Kultfilm sind ohne den Trilby unvorstellbar. (Foto: Lars Horstmann)
Blues Brother

Die Darsteller aus dem Kultfilm sind ohne den Trilby unvorstellbar.

(Foto: Lars Horstmann)

Modebewusste Einsteiger greifen oft zum Trilby, so Lueb. Das Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien entstandene Modell wirkt vor allem dank seiner schmalen Krempe zierlich. Anfangs noch aus Kaninchenfilz hergestellt, gab es den Trilby bald auch aus Tweed, Stroh oder Baumwolle. Frank Sinatra trug ihn in den 60ern oft, die Blues Brothers sind bis heute ohne Trilby unvorstellbar, Justin Timberlake und Brad Pitt sind ebenso Fans des Huts wie Gwen Stefani und Madonna.

Durch die schmale Krempe ist der Sonnenschutz zwar nicht ganz so umfänglich. Dafür ist der Trilby so klein und handlich, dass er in jede Tasche passt, wenn sich Wolken vor die Sonne schieben.

3. Der Pork Pie

Der Protagonist „Heisenberg“ trägt diesen Hut in der weltbekannten Serie. (Foto: Lars Horstmann)
Breaking Bad Hat

Der Protagonist „Heisenberg“ trägt diesen Hut in der weltbekannten Serie.

(Foto: Lars Horstmann)

Auch den Pork Pie schätzen Anfänger. „Viele Kunden kennen ihn aus der Serie Breaking Bad, in der die Figur Heisenberg diesen Hut trägt“, erzählt Lueb. Auf Amazon etwa wird das im 19. Jahrhundert entwickelte Modell dann auch schlicht als „Breaking Bad Hat“ angeboten. Sein tatsächlicher Name ist der wohl kulinarischste unter den Hut-Bezeichnungen und bezieht sich auf die Ähnlichkeit zur Form von Schweinefleischpastete, englisch „pork pie“.

Buster Keaton machte den flachen, runden Hut in den 20ern bekannt, später war er in der Jazz- und Blues-Szene angesagt, heute sieht man ihn oft auf den (Hinter-)Köpfen weiblicher und männlicher Hipster in Großstädten.

4. Der Fedora

Humphrey Bogart trug den Fedora in „Casablanca“, Harrison Ford in „Indiana Jones“. (Foto: Lars Horstmann)
Filmstar

Humphrey Bogart trug den Fedora in „Casablanca“, Harrison Ford in „Indiana Jones“.

(Foto: Lars Horstmann)

Er ist nicht nur die üppigere Ur-Form des zierlichen Trilby, sondern auch eines der wenigen Modelle, das als Damenhut entstand und später auf vielen männlichen Köpfen landete. Humphrey Bogart schaute in „Casablanca“ ebenso entschlossen unter der breiten Krempe seines dunklen Filzhutes hervor wie Harrison Ford in „Indiana Jones“ unter dem khakifarbenen Modell.

Das wurde 1882 auf der Bühne bekannt: In Victorien Sardous Theaterstück „Fédora“ trug Sarah Bernhardt in der Titelrolle den später als Fedora vor allem in der Frauenbewegung beliebten Hut. 1924 machte der spätere König Edward VIII ihn auch für Herren populär. Das Modell ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern mit seiner breiten Krempe auch noch äußerst praktisch für den Sommer. 

Aber nicht jede Kopfbedeckung schmeichelt ihren Trägern. Bei manchen sollten Männer sich wirklich zweimal überlegen, ob sie ihn tragen sollten. Als da wären:

5. Der Cowboyhut

Wer nicht gerade als Cowboy auftritt, sollte auf diese Kopfbedeckung verzichten. Quelle: 360cities.net/Getty Images
Karnevals-Karriere

Wer nicht gerade als Cowboy auftritt, sollte auf diese Kopfbedeckung verzichten.

(Foto:𧉨cities.net/Getty Images)

Er erfüllt mit breiter Krempe und luftiger Form zwar alle Voraussetzungen für den idealen Sonnenschutz. Er hat aber eine zu lange Karriere auf Karnevalsfeiern, in Western und Stripbars hinter sich, als dass man erwachsene Männer mit Cowboyhut ernst nehmen könnte – wenn sie nicht gerade durch die Prärie oder Rodeo reiten. 

6. Der Beanie

Die Baumwollmützen wirken auf den Köpfen der meisten Menschen eher unästhetisch. Quelle: Imago/Westend61
Schlappig

Die Baumwollmützen wirken auf den Köpfen der meisten Menschen eher unästhetisch.

(Foto: Imago/Westend61)

Auch wenn es hier um Hüte geht, darf eine krempenlose Kopfbedeckung nicht fehlen. Schließlich kann man gar nicht oft genug betonen, dass Beanies, diese schlappigen, gerne auf dem Hinterkopf getragenen Baumwollmützen, weder auf Frauen- noch auf Männerköpfen gut aussehen, sondern höchstens Überlegungen entfachen, ob da jemand keine Zeit für die Haarpflege hatte. Gestandene Kerle muten mit Beanie bestenfalls an wie kleine Jungs, meist aber eher wie große Schlümpfe. Da ist selbst das Ost-Ampelmännchen cooler.

7. Der Tropenhelm

Der himalayataugliche Hut kann weder optisch noch historisch glänzen. Quelle: E+/Getty Images
Sinnbefreit

Der himalayataugliche Hut kann weder optisch noch historisch glänzen.

(Foto: E+/Getty Images)

Als Melania Trump sich 2018 in Kenia damit zeigte, hagelte es wütende Kommentare: Es sei ignorant, ausgerechnet in Afrika ein Accessoire zu tragen, das wie kaum ein anderes die Kolonialzeit symbolisiere. Auch jenseits historisch-ethischer Überlegungen ist ein Tropenhelm im Alltag bei Männern (und Frauen) ähnlich sinnbefreit wie eine himalayataugliche Funktionsjacke beim Stadtbummel. Er zeugt eher von unerfüllter Sehnsucht nach großen Abenteuern als von stilistischem Feinsinn.

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