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Nach Rausschmiss bei Dior Galliano entschuldigt sich - halbwegs

Einen Tag nach seinem Rausschmiss bei dem Modehaus entschuldigt sich Stardesigner Galliano - allerdings mit Einschränkung. Derweil hält Dior an der Präsentation seiner Herbst-Winter-Kollektion bei der Modewoche fest.
02.03.2011 - 20:42 Uhr Kommentieren
John Galliano: Der Modedesigner wurde von der Pariser Staatsanwaltschaft vorgeladen. Quelle: dapd

John Galliano: Der Modedesigner wurde von der Pariser Staatsanwaltschaft vorgeladen.

(Foto: dapd)

Paris Modeschöpfer John Galliano (50), der wegen angeblich antisemitischer Äußerungen von Dior gefeuert wurde, hat sich am Mittwoch entschuldigt. Allerdings nicht für die rassistischen Beschimpfungen, die ihm vorgeworfen werden, sondern für den Ärger, den sein Verhalten ausgelöst hat. Alle anderen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wies er zurück. Während er sich über seine Anwälte mit der Entschuldigung an die Öffentlichkeit wandte, schickte ihm die Pariser Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Vorladung ins Haus. Er muss im zweiten Quartal des Jahres vor einem Strafgericht Rede und Antwort stehen.

Wörtlich heißt es in der gewundenen Erklärung Gallianos: „Antisemitismus und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft: Ich entschuldige mich ohne Vorbehalte für mein Verhalten.“ Allerdings betonte der Modeschöpfer mit Blick auf die Anzeige eines Paares, das ihn wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen angezeigt hatte: „Ich weise die gegen mich erhobenen Behauptungen zurück“. Es gebe Zeugen, die seine Version stützten, wonach er es war, der attackiert worden sei. Deshalb habe er auch selber Anzeige erstattet gegen das Paar.

Der Brite betonte: „Ich muss jedoch akzeptieren, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe die Menschen zutiefst schockiert und verärgert haben.“ Dafür entschuldige er sich uneingeschränkt. „Verantwortung“ müsse er übernehmen für die Umstände, durch die er in schlechtes Licht geraten sei. Galliano: „Um damit zu beginnen, werde ich Hilfe suchen.“ Auf Anraten seines französischen Anwalts habe er sich bisher nicht öffentlich geäußert, sehe sich aber nun wegen „fortgesetzter Verzögerungen“ der Staatsanwaltschaft in Paris dazu genötigt.

Die reagierte umgehend und schickte ihm eine Vorladung. Sie erinnerte daran, dass für rassistische Verunglimpfungen eine Haftstrafe von sechs Monaten sowie eine Geldstrafe von 22.500 Euro drohen. Gallianos Arbeitgeber, das französische Modehaus Dior, hatte am Vortag dessen Entlassung nach 15-jähriger Tätigkeit als Kreativdirektor angekündigt.

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