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"Nazi-Affäre" Designer John Galliano droht Gefängnis

Erst gefeiert, dann gefeuert, jetzt vielleicht verurteilt. Die „Nazi-Affäre“ um John Galliano steht vor ihrem Höhepunkt. Der britische Designer steht vor Gericht, seinen Job ist der einstige Star bereits los.
22.06.2011 - 09:54 Uhr Kommentieren
Einst gefeiert, dann nach der

Einst gefeiert, dann nach der "Nazi-Affäre" gefeuert: der ehemalige Dior-Chefdesigner John Galliano.

(Foto: dpa)

„I love Hitler“: Mit drei von einer Handykamera aufgenommenen Worten ruinierte der britische Modeschöpfer John Galliano im vergangenen Winter seine Karriere. An diesem Mittwoch muss sich der 50-Jährige wegen angeblicher ähnlicher Äußerungen vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Ein Paar und eine Frau haben den ehemaligen Dior-Designer angezeigt. Er soll sie in einer Brasserie übelst beschimpft haben. „Dreckiges Judengesicht“, ist einer der Ausdrücke, die Galliano vorgeworfen werden. Auf öffentliche rassistische Beleidigungen stehen in Frankreich bis zu sechs Monate Haft und 22.500 Euro Geldstrafe.

Wird der Prozess der traurige Schlussstrich unter einer großen Karriere sein? Oder steht am Ende vielleicht doch noch die Chance für einen Neuanfang? Das ist die große Frage, die sich die Modewelt in diesen Tagen stellt. Kaum einer glaubt nämlich, dass der Exzentriker Galliano wirklich ein Hitler-Verehrer und Judenhasser ist.

„Alles, was er bislang geleistet hat, zeigt, dass er kein Rassist ist. Im Gegenteil“, kommentierte Designerkollege Jean-Paul Gaultier.

„Es ist traurig, denn er hat viel Talent“, fügte er hinzu. „Wir haben beobachtet, wie er Schritt für Schritt seit dem Tod seines engsten Mitarbeiters abbaute und sich in den Alkohol flüchtete“, sagte jüngst Modeschöpfer Christian Lacroix. Er lebt nur ein paar hundert Meter entfernt von Gallianos Wohnsitz im Pariser Schwulen- und traditionellen Judenviertel Marais.

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