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Bill Gates bei der Arbeit

Der US-Milliardär steht im Mittelpunkt einer Netflix-Dokumentation.

(Foto: Netflix)

Netflix-Dokumentation „Decoding Bill Gates“: Eine Reise durch das Gehirn des Microsoft-Genies

Bill Gates ist einer der weltweit großzügigsten Menschen. Das war nicht immer so. Eine dreiteilige Netflix-Doku zeigt, wie er zum Wohltäter wurde.
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Düsseldorf „Ich will nicht, dass mein Gehirn aufhört zu funktionieren“, antwortet antwortet Bill Gates auf die Frage, wovor er am meisten Angst hat. Um dieses Gehirn dreht sich die Dokumentation „Inside Bill's Brain – Decoding Bill Gates“ (Deutscher Titel: „Der Mensch Bill Gates“), die seit dem 20. September auf der Streaming-Plattform Netflix verfügbar ist.

Regisseur David Guggenheim zeigt in der dreiteiligen Doku, wie das Genie hinter dem Microsoft-Imperium denkt und agiert. Am Ende dieser Serie wird eines klar: Bill Gates ist ein Genie, das in die Geschichte eingehen wird. Aber vielleicht nicht für seine Leistungen bei Microsoft.

Am 27. Juni 2008 arbeitete Bill Gates zum letzten Mal einen ganzen Tag in seiner Firma. Wobei „ganztägig“ für den Firmengründer ein dehnbarer Begriff sein konnte. Tag und Nacht schuftete er für das Unternehmen, das er 1975 mit Paul Allen gründete. Heute hat es einen Börsenwert von rund einer Billion Dollar, davon gehören Bill Gates liegt noch bei 1,3 Prozent. Nach Jeff Bezos ist er mit einem Vermögen von geschätzten 105 Milliarden US-Dollar der zweitreichste Mann der Welt.

Ebenso eindrucksvoll an dieser Karriere ist aber nicht nur der unaufhaltsame Erfolg von Gates als Firmenlenker, sondern vor allem auch die Zeit danach. Als Philanthrop setzen er und seine Frau Melinda sich für die globale Entwicklung, Gesundheit und Bildung ein. Die Dokumentation zeigt Gates als Problemlöser der ganz eigenen Art – zunächst bei Microsoft, dann außerhalb des Unternehmens und weltweit.

Bill Gates ging einen Weg, der alles andere als vorbestimmt war. „Bei Microsoft habe ich Tag und Nacht gearbeitet“, sagt er über sich selbst. Dann erinnert er an den jüngeren Bill Gates, der versessen darauf war, Microsoft an die Spitze zu bringen – nicht selten auch mit extremen Mitteln.

Mit seiner Stiftung geht das Ehepaar die Probleme dieser Welt an. Quelle: AP
Melinda und Bill Gates

Mit seiner Stiftung geht das Ehepaar die Probleme dieser Welt an.

(Foto: AP)

Dabei scheint er keine klassische Manager-Persönlichkeit zu sein, wie man sie heute aus dem Silicon Valley kennt. Gates ist kein Sport-Fanatiker, kein Veganer, kein gesundheitlich superoptimierter Fünf-Stunden-Schläfer. Seine Mutter soll es gewesen sein, die stets an die Verantwortung des Unternehmers appellierte. Gates solle sich mehr für die Gemeinschaft einsetzen, für seine Familie sorgen, sein Vermögen und seinen Verstand größeren Dingen zuwenden als nur dem Computer.

Doch Gates dachte gar nicht daran, dem Wunsch seiner Mutter zu folgen. Obwohl er bereits mit 30 Jahren Milliardär war, wollte er sich nicht von seiner Arbeit bei Microsoft ablenken lassen. „Ich habe es meiner Mutter nicht leicht gemacht“, sagt er. 1994 starb sie an Brustkrebs. Etwa ein Jahrzehnt später kam für Gates die Wende. „Im Leben müssen wir uns entscheiden, was im Leben wichtig ist,“ sagt er in der Dokumentation.

Für Gates waren es wohl die Probleme in der Welt, die von da an wichtiger waren. Die Stiftung, die er seit 1999 mit seiner Frau betreibt, verfügt über ein Vermögen von 50,7 Milliarden Dollar. 28 Milliarden davon stammen direkt aus Gates Tasche, was ihn zu einem der großzügigsten Wohltäter weltweit macht.

Dabei ist es nicht nur das Geld, das Bill Gates zu dem Problemlöser macht, der er ist. Es seine besondere Art zu Denken, die Netflix in dieser Serie auf besondere Weise demonstriert. Klimawandel, Seuchen und Krankheiten, Armut und technischer Fortschritt – der Mann mit einem Gehirn wie ein Supercomputer sucht die Lösungen für die bestimmenden Themen der Menschheit: die Kanalisation in Entwicklungsländern neuerfinden, zum Beispiel. Oder Polio ausrotten.

In dieser Dokumentation erfährt man durch Gespräche mit Familienmitgliedern, Geschäftspartnern, Animationen, Archivaufnahmen aus alten Microsoft-Zeiten und durch Bill Gates höchstpersönlich, wie das geht.

Inspirierend und unterhaltsam

Vielleicht ist es nur ein Zufall, dass Netflix diese Dokumentation genau an dem Tag veröffentlicht hat, an dem Hunderttausende Menschen weltweit für mehr Klimaschutz demonstrieren, vielleicht im Höhepunkt der Klimadebatte. Diese Dokumentation trifft den Nagel der Zeit, ohne ein langweiliger Abklatsch der aktuellen Debatte zu sein.

Im Kern geht es in „Inside Bill‘s Brain“ weniger um Bill Gates, sondern viel mehr um die Themen, die ihn umtreiben. Dieselben Themen, die auch die Menschen auf der Straße beschäftigen. Gates bringt dabei allerdings Frische und einen vernünftigen Enthusiasmus in ein Thema, das viele schon aus den Nachrichten Leid sein mögen.

Netflix schafft es geschickt, ein Programm zu liefern, dass die aktuelle Debatte wiederspiegelt, aber gleichzeitig im höchsten Maße unterhaltsam ist. Und vor allem: inspirierend. Denn „Inside Bills Brain“ ist schlussendlich nicht nur eine Nacherzählung von Erfolgen, sondern liefert auch eine Lösung. Die vielleicht wichtigste Essenz von Bill Gates Gehirn: Optimismus.

Mehr: Das Angebot von Netflix wächst stetig weiter. Fast kein Thema bleibt unbedient – auch Wirtschaft nicht. Diese Dokumentationen gehören auf jede Liste.

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