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Neuer Kempinski-Chef Vom Schulabbrecher auf den Chefsessel von Kempinski

Martin R. Smura soll die Traditionsmarke wieder an die Weltspitze führen. Viele Häuser der Hotelgruppe zehren nur noch vom Glanz vergangener Tage.
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Der neue Kempinski-Chef ist bislang noch Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Kette. (Foto: Urbschat)
Martin R. Smura

Der neue Kempinski-Chef ist bislang noch Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Kette.

(Foto: Urbschat)

DüsseldorfDie Luxushotelgruppe Kempinksi bekommt eine neue Führung. Nach Handelsblatt-Informationen wird Martin R. Smura das traditionsreiche Unternehmen ab dem 1. Juli als CEO führen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hotelkette Dorint löst Markus Semer ab, der das Unternehmen drei Jahre lang führte.

Kempinski hat die Personalie noch nicht offiziell bestätigt, an der entsprechenden Mitteilung werde noch gefeilt. Den Informationen zufolge müssen aber nur noch letzte Details der Sprachregelung geklärt werden.

Mit Martin R. Smura tritt bei Kempinski damit zum ersten Mal seit 1995 ein CEO an, der nicht aus den eigenen Reihen kommt. Er scheint bestens gerüstet, der 50-Jährige hat 15 Jahre lang exzellente Erfahrung im operativen Geschäft und danach zehn Jahre auf Eigentümerseite gesammelt.

Unter anderem in seiner aktuellen Position als Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Gruppe, wie auch früher als Vorsitzender der Adlon Holding. Sein Auftrag: die Marke Kempinski wieder an die Weltspitze der Luxushotellerie zu führen und auf Wachstumskurs zu bringen.

Der designierte CEO hat eine ungewöhnliche Karriere gemacht. Der Aufstieg vom Kochlehrling ohne Schulabschluss an die Spitze eines der renommiertesten Traditionsunternehmens der Hotellerie zeugt von Willensstärke und Zielstrebigkeit. Smura schloss neben seiner beruflichen Laufbahn erfolgreich ein Executive MBA-Studium an der California State University ab. Der 50-Jährige bringt Führungserfahrung und Expertise aus der Top-Hotellerie auf fünf Kontinenten mit.

Das große Haus hat einiges vom Glanz vergangener Tage verloren. Quelle: Reuters
Adlon Berlin

Das große Haus hat einiges vom Glanz vergangener Tage verloren.

(Foto: Reuters)

Außergewöhnlich sind allerdings auch die Herausforderungen, denen sich Smura künftig für seinen neuen Arbeitgeber stellen muss. Gegründet 1897, galt Kempinski seinerzeit als eines der traditionsreichsten Unternehmen der Welt, auf Augenhöhe mit den Ritz‘ und den Adlons. Heute umfasst das Kempinski-Portfolio aktuell 76 Luxushotels in mehr als 30 Ländern, darunter so renommierte Häuser wie das Ciragan Palace in Istanbul, das Emerald Palace in Dubai, das Grand Kempinski Shanghai sowie das Adlon Berlin.

Es sind klangvolle Namen, die heute zum Teil aber nur noch vom Glanz vergangener Jahre zehren. Dieser Glanz wäre aber aktuell dringend nötig. Controlling statt Grandezza, so beschreiben Brancheninsider die aktuelle Situation bei Kempinski.

Vor einiger Zeit verkaufte die thailändische Königsfamilie das Unternehmen mehrheitlich an die Königsfamilie Bahrains. Immer wieder kamen Gerüchte auf, dass die Bahrainis Kempinski nur als strategisches Investment sehen und zukünftig an einen der großen Player wie Marriott, Hilton oder Intercontinental verkaufen wollen.

Nach dem Abgang von Reto Wittwer 2014, der Kempinski in seinen fast 20 Jahren als CEO von einer mittelständischen Hotelgruppe zu einer Weltmarke in der Luxus-Hotellerie geführt hat, wurde es unruhig bei Kempinski. Wittwers wechselnden glücklosen Nachfolgern gelang es nicht, die Geschicke des Unternehmens in ruhiges Fahrwasser zu bringen. In den vergangenen drei Jahren verlor die Gruppe mehr Hotels als sie dazu gewinnen konnte.

Flaggschiff Adlon in der Kritik

Dabei galt Kempinski lange Jahre als Vorbild für solides Wachstum. Der schnelle Abgang des derzeitigen CEO Markus Semer und des CFO Colin Lubbe nach gerade einmal drei Jahren sorgte bei Mitarbeitern und Partnern für zusätzliche Irritationen. Zuletzt stand das Flaggschiff der Gruppe, das Adlon in Berlin, in der Kritik. Unter anderem attestierte Hotelexperte Carsten K. Rath dem Haus im „Handelsblatt“ große operative Schwierigkeiten.

Von Martin R. Smura wird jetzt umsichtiges Handeln erwartet. Es gilt, die Mitarbeiter, die schwindende Anzahl der Eigentümer und natürlich auch das Königshaus hinter sich zu versammeln, um gemeinsam an das traditionsreiche Erbe anzuschließen. Wer den neuen CEO kennt, der weiß, dass seine Politik der ruhigen Hand nicht zu verwechseln ist mit Nachgiebigkeit. Smura ist respektvoll im Ton, aber ganz klar in der Sache.

Sein Erfolgsrezept liegt im Engagement der Mitarbeiter. Denn es hat sich gezeigt: Motivierte, engagierte und loyale Mitarbeiter sorgen automatisch für hohe Zufriedenheit und Treue bei den Gästen.

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