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Parfümpreis Das sind die besten Düfte des Jahres

Erstmals vergibt die Parfümbranche ihre wichtigste Auszeichnung in Düsseldorf – und verwandelt die Innenstadt rund um die Kö in ein Kundenparadies.
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Auf der Bühne in Düsseldorf befragte die Moderatorin den Präsidenten der Fragrance Foundation Deutschland. Quelle: Andreas Rentz/Getty Images for Fragrance Foundation
Linda Zervakis und Thomas Rieder

Auf der Bühne in Düsseldorf befragte die Moderatorin den Präsidenten der Fragrance Foundation Deutschland.

(Foto: Andreas Rentz/Getty Images for Fragrance Foundation)

DüsseldorfDem jungen Mann – Ende 20, Vollbart, weiße Sneaker – überschlägt es fast die Stimme: „Ey, geil, ein Barber, und zwar geschenkt! Platz nehmen, Leute!“; ruft er seinen Kumpels – Ende 20, Vollbärte, weiße Sneaker – zu. Die Gruppe schlendert am Donnerstagnachmittag über die Düsseldorfer Königsallee, kurz Kö, war eigentlich „zum Shoppen“ und für einen netten Abend in den Kneipen der Altstadt angereist – dafür ist Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt ja bekannt.

Aber was da auf Deutschlands meistbesuchter Luxus-Einkaufsstraße los war, hat die Männer dann doch überrascht: Hier, wo eine bundesweit wohl einzigartige Dichte an Parfümerien, Luxus-Boutiquen und Warenhaus-Filialen vorzufinden ist, lädt seit Donnerstag und noch bis zum Samstag die Parfümbranche zu „La Journée du Parfum“ ein, zum Tag des Parfüms.

Filialen der Ketten Douglas und Pieper, weltberühmte Marken wie Dior und Chanel, aber auch kleine, neue Marken präsentieren sich dort – wie zum Beispiel die kleine Berliner Manufaktur Birkholz, die in einem Truck an ihrer „Parfümbar“ zum Plausch über Unternehmensgeschichte und Duftkreation bittet und Passanten auch mit Parfümeis verköstigt.

Bei Pieper wiederum erklärte in der bis zur Eingangstüre mit Zuhörern gefüllten Filiale ein Duftforscher die Wirkung von Düften auf unser Gehirn. Und am anderen Ende der Kö, im Steigenberger Hotel, hat Dior vier Räume angemietet und in eine Lebenswelt des Mode- und Duftschöpfers Christian Dior umgebaut. Noch bis Samstag lädt Dior zu einer Zeitreise durch die Blumenfelder der Dufthauptstadt Grasse und die Geschichte des Unternehmens ein. Ein Unternehmen, so viel sei verraten, das zu den einzigen fünf Häusern gehört, das einen eigenen Parfümeur beschäftigt.

Es ist das erste Mal, dass die Branche einen solchen Event veranstaltet – und die Verleihung des Deutschen Duftpreises, so etwas wie die Oscars der Branche, ins Parfüm- und Luxus-affine Düsseldorf verlegt. Während die Passanten dieser Tage in der Innenstadt über den 1,5 Kilometer langen violetten Teppich flanieren können, haben sie sie einen Kilometer weiter, an den Rheinterrassen, längst den Roten Teppich ausgelegt.

Auf der Gästeliste der Gala standen viele illustre Gäste aus Film und Fernsehen. Quelle: Andreas Rentz/Getty Images for Fragrance Foundation
Verona Pooth (l.) und Lisa Martinek bei den „Duftstars“

Auf der Gästeliste der Gala standen viele illustre Gäste aus Film und Fernsehen.

(Foto: Andreas Rentz/Getty Images for Fragrance Foundation)

Dort hatte die Fragrance Foundation, ein Zusammenschluss von großen Herstellern, Lieferanten und Händlern, zur Gala geladen, um am Abend mit viel Pomp und Champagner den wichtigsten Preis der Branche zu verleihen – „unser Oscar“, scherzen hier alle. Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis moderierte an diesem Abend, unter anderem trat H-Blockx-Gründer Henning Wehland als Preispate auf, und auf der Gästeliste standen Schauspielerinnen wie Natalie Wörner, Andrea Sawatzki, Instagram- und Blogger-Ikonen wie Riccardo Simonetti und Sophia Thiel.

An die 500 Gäste waren geladen, einige 100 weniger als in den Jahren zuvor, als die Branche ihr Duftfest in Berlin gefeiert hat. Aber es war eine bewusste Entscheidung, den Abend exklusiver zu gestalten – genau wie die Verlegung nach Düsseldorf, wo zum einen viele große Marken und Hersteller ihren (Deutschland-)Sitz haben. Und wo zum anderen die besonderen Gegebenheiten der Kö und ihr Luxus-affinen Publikums überhaupt erst ein solches Duftfest möglich machen.

Die Preise gingen dann an höchst unterschiedliche Marken und Kreateure – was auch die diverse Struktur der Branche mit ihren großen, weltbekannten Namen und so vielen neuen sogenannten Independent-Brands oder Herstellern, die in Nischen einen Markt finden, widerspiegelt.

In der Kategorie „Lifestyle“ für Damen gewann „Remix Cologne“ (4711), während bei den Herren „Bois de Yuzu“ (Karl Lagerfeld) siegte. Unter den „Prestige“-Damendüften hieß der Sieger „Eau de Citron Noir“ (Hermès), bei den Herrendüften war es „Terre d’Hermès Eau Intense Vétiver“ (Hermès).

In der Unisex-Kategorie „Exklusiv“ gewannen „Mint & Tonic“ (Atkinsons) und „Les Eaux de Chanel“ (Chanel). Bei den Klassikern lagen „Omnia Crystalline“ (Bvlgari) und „Égoïste“ (Chanel) vorn. Diese Entscheidungen fällte im Vorfeld eine knapp 250-köpfige Branchenjury unter notarieller Aufsicht per Briefwahl.

Die Fragrance Foundation Deutschland zeichnete überdies den Duft „Jeux Dangereux“ von Len mit dem Preis für „Artistic Independent Perfume“ aus, und für die Duftkerze „Leonith Odas“ (Engels Kerzen) gab es eine Trophäe in der Kategorie „Home Fragrance“.

Das Votum in den Publikumskategorien „Prestige“ und „Lifestyle“ fiel schließlich zugunsten von „Sunlight“ (Jil Sander), „Sauvage“ (Dior) und „Cloud“ (Ariana Grande).

Bei aller Champagnerlaue auf dem roten Teppich war ja allen hier klar: Die Branche, deren Umsatz im vorigen Jahr knapp oberhalb von zwei Milliarden Euro stagnierte, hat ein Problem. Gerade Parfüm-Flakons lassen sich einfach online ordern und verschicken. Und die Kunden kommen nicht mehr so oft in die Geschäfte, um sich Düfte vorführen und sich verzaubern zu lassen. In einer Branche, die Träume und Gefühle verkauft und jedes Jahr um die 200 Düfte neu lanciert, fatal.

Deshalb also die große Duftparty. Die jedenfalls wertet Martin Ruppmann, Geschäftsführer der Fragrance Foundation Deutschland, als großen Erfolg: Die Premiere der ‚Journée du Parfum‘ und der Andrang auf der Kö habe alle „beflügelt“. Tatsächlich nahmen die Passanten auf der Kö die Offerte zum Abtauchen in die Duftwelt bereitwillig an, sodass zumindest dieser Tage der Plan der Branche aufging.

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