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Partnerschaft mit Fernsehproduzentin Oprah Winfrey wirbt für Apples neuen Streamingdienst

Die beliebte Showmasterin und Unternehmerin gilt als Erfolgsgarant. Sie soll nun für den neuen Streamingdienst von Apple Kunden anlocken.
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Die Fernsehproduzentin ist die erste afroamerikanische Milliardärin aller Zeiten. Quelle: action press
Oprah Winfrey

Die Fernsehproduzentin ist die erste afroamerikanische Milliardärin aller Zeiten.

(Foto: action press)

New YorkIhre Talkshow war die erfolgreichste der USA. Ihr Buchklub bewegte Bestsellerlisten und Millionen Fans. Zuletzt war sie sogar als Präsidentschaftskandidaten der Demokraten im Gespräch. Als Unternehmerin brachte es Oprah Winfrey zur ersten schwarzen Milliardärin. Jetzt soll die 65-Jährige der Netflix-Alternative von Apple zum Durchbruch verhelfen.

Oprah Winfrey ist Charisma pur. Wo sie auftritt, bewegt sie die Menschen. Als sie bei den Golden Globes im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde, stahl sie allen anderen die Schau. Ihre flammende Rede „Die Zeit ist um“ gegen Gewalt gegen Frauen war so mitreißend, dass die Medien Winfrey schon als Alternative zu Donald Trump in die Diskussion brachten.

Jetzt will erst einmal Apple von ihrer Strahlkraft profitieren. Der iPhone-Hersteller hat sie für mehrere Jahre unter Vertrag genommen, um Inhalte für das neue Streamingangebot zu entwickeln, das Apple am Montag vorstellen will. Genaues ist noch nicht bekannt. Aber auf der Bühne in Cupertino werden wohl außer Winfrey auch andere Stars wie die Schauspielerin Jennifer Aniston und der Regisseur Steven Spielberg auftreten.

Was Oprah Winfrey anfasst, bringt Geld

Den Golden Globe Award hatte Winfrey, die auch schon selbst als Schauspielerin in „Die Farbe Lila“ und anderen Filmen auf der Leinwand zu sehen war, für ihr außergewöhnliches Leben bekommen. Außergewöhnlich ist es tatsächlich, wie das Südstaatenmädchen aus armen Verhältnissen es zu einer erfolgreichen Moderatorin und Unternehmerin geschafft hat.

Als außereheliches Kind minderjähriger schwarzer Eltern in Mississippi geboren, war sie im Alter von neun Jahren sexuell missbraucht worden, wie sie später mit ihrem Publikum teilte. Heute ist die Film- und Fernsehproduzentin und Besitzerin eines eigenen TV-Kanals laut „Forbes“-Ranking mit 2,5 Milliarden Dollar eine der reichsten Unternehmerinnen der Welt. Und die erste afroamerikanische Milliardärin aller Zeiten.

Das Medienunternehmen Bloomberg schätzt ihr Vermögen sogar auf mehr als vier Milliarden Dollar. Damit hat sie es als erste schwarze Unternehmerin unter die 500 reichsten Menschen der Welt in den Bloomberg-Billionaires-Index geschafft.

Seit sie 2011 ihre Talkshow „The Oprah Winfrey Show“ nach 25 Jahren beendet hat, tritt sie nicht mehr so oft selbst vor die Kamera. Stattdessen produziert sie als Eigentümerin des Produktionsunternehmens Harpo Productions US-amerikanische TV-Formate. Ohne ihr Gesicht waren die Fernsehshows nicht ganz so erfolgreich.

Nancy Koehn von der Harvard Business School beschreibt den Aufstieg der Geschäftsfrau Winfrey eher als den einer Schildkröte, nicht so sehr als den eines rasenden Hasen. „Aber es geht stetig bergauf“, sagt Koehn.
Ein gutes Gespür fürs Geschäft hat sie auch bei ihren externen Investitionen bewiesen: Unter anderem hat Winfrey in die Diätkette Weight Watchers investiert, als das Unternehmen 2015 kriselte.

Sie gab nicht nur Geld, sondern verlieh dem Anbieter von Fertiggerichten und Punktezähl-Apps auch ihr Gesicht. Winfreys eigene Geschichte über ihren Kampf mit der Waage verkaufte sich bestens. Auch als die Aktie zuletzt wieder an Wert verlor, wurden sofort die Rufe laut, Winfrey sollte wieder stärker in den Vordergrund treten. Ihr Gesicht gilt als Erfolgsgarant.

Ob ihre Fernsehshow, ihr Magazin, ihr Buchklub – was die Frau, die seit 1986 mit dem Unternehmer Stedman Graham liiert ist, anfasst, bringt Geld. Ihr Geheimnis ist ihre persönliche verbindliche Art. Mit ihrer rauchigen und dennoch warmen Stimme interviewt sie Berühmtheiten ebenso wie Opfer von Unrecht oder sexueller Gewalt wie zuletzt die vermeintlichen Opfer von Michael Jackson. Dabei versucht sie gar nicht, unparteiisch zu sein.

Gegen den US-Präsidenten Donald Trump und seine Politik hat sie zuletzt klar Stellung bezogen. Dabei gehörte der lange zu ihren Bewunderern und hatte vor 20 Jahren einmal gesagt, dass er sie gerne als Vizepräsidentin aufstellen würde, falls er als Präsident kandidieren sollte.

Nun hofft Apple auf Oprah Winfreys magischen Touch. Sie soll auch die iPhone- und Mac-Nutzer an den Bildschirm binden.

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