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Preisverleihung in China Die besten Kochbücher der Welt kommen aus dem Schwarzwald

Für ihre Trilogie rund um die „Schwarzwälder Tapas“ bekamen Verena Scheidel und Manuel Wassmer in Macau den begehrten „Gourmand World Cookbook Award“.
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Verena Scheidel und Manuel Wassmer setzten sich in der Kategorie „Beste Kochbuchserie des Jahres“ durch. (Foto: Manuel Wassmer)
Zwei Schwarzwälder in Macau

Verena Scheidel und Manuel Wassmer setzten sich in der Kategorie „Beste Kochbuchserie des Jahres“ durch.

(Foto: Manuel Wassmer)

DüsseldorfDie beste Kochbuchserie der Welt kommt aus dem Schwarzwald: Für die Trilogie rund um die „Schwarzwälder Tapas“ wurde das Autorenpaar Verena Scheidel und Manuel Wassmer am Donnerstag im chinesischen Macau mit dem „Gourmand World Cookbook Award“ ausgezeichnet. Schon im vergangenen Jahr sicherte sich der Band „Schwarzwälder Tapas 2“ in der bedeutendsten Kategorie „Bestes Kochbuch des Jahres“ den Titel.

„Mit diesem Sieg haben wir uns selbst übertroffen, und das in vielerlei Hinsicht“, freute sich das Paar nach der glanzvollen Preisverleihung im chinesischen Spielerparadies. Denn dass ihre Schwarzwälder Kreationen auf Basis der spanischen Leckerbissen in Buchform einmal solche Erfolge feiern würden, damit hatten die beiden Autodidakten aus Bühl nun wahrlich nicht gerechnet.

Bubenspitzle, Maultaschen, Wurstpralinen: Mit dem Kochbuch „Schwarzwald Tapas“ fing im Jahr 2014 alles an. Der Band war schnell ausverkauft, mehrere Auflagen wurden nachgedruckt, und Verena Scheidel und Manuel Wassmer rieben sich angesichts des ebenso großen wie überraschenden Erfolgs verwundert die Augen.

2015 folgten die „Schwarzwälder süße Minis“, eine Sammlung längst in Vergessenheit geratener Süßspeisen aus der Region. Und in 2017 machte „Schwarzwald Tapas 2“ das Trio dann komplett und bescherte dem Paar den ersten Gourmand. Schon Ende Juni waren Verena Scheidel und Manuel Wassmer in diesem Jahr nach China gereist, um am Ende in Macau ein weiteres Mal auf dem Siegertreppchen zu stehen.

Die Jury bewertete alle drei Bücher hinsichtlich ihrer Optik, der Originalität und ihres Konzepts. Drei Faktoren, die schon in der Vergangenheit überzeugten: Neben dem internationalen Gourmand-Preis für „Schwarzwald-Tapas 2“ wurde die Trilogie 2018 in Deutschland mit dem Preis für die „Beste Kochbuchserie des Jahres“ ausgezeichnet – die Voraussetzung für die Teilnahme in Macau. Dort traten in diesem Jahr 16 Autoren und Autorinnen aus der ganzen Welt an. Scheidel und Wassmer waren die ersten deutschen Teilnehmer, die in dieser Kategorie gewannen.

Überhaupt nehmen sie gern an Wettbewerben teil, waren schon auf Barbados, in Andalusien und Zypern. Drei Mal erreichten sie das Finale beim „Cooking Star“, dem wichtigsten Rezeptwettbewerb für Hobbyköche, zwei Mal gewannen sie die Auszeichnung „Beste Hobbyköche Deutschlands“.

Schwarzwald-Tapas
Merquezmaultaschen
1 von 6

Schwäbische Maultaschen, mit Merguezfüllung in einem Rotweinsud aus badischem Spätburgunder. Die Merguez-Bratwurstfüllung eignet sich auch gut für Fleischküchle oder Burger.

Brezelcupcakes
2 von 6

Aus alten Laugenbrezeln, Eiern und Butter werden diese kleinen Cupcakes geformt. Die Füllung besteht aus Ziegenfrischkäse und Bärlauch.

Wurstpraline
3 von 6

Aus einem selbstgemachten Kirschchutney, Blutwurst und Schwartenmarken entsteht diese Wurstpraline. Obenauf eine Haube aus Honig-Senfcreme, getragen wird das ganze von Bauernbrot.

Birnenragout
4 von 6

Bubenspitzle bestehen aus Kartoffeln, Mehl, Quark und Ei. In ihrer süßen Version sind sie mit Mohn gemacht und stehen in einem Birnenragout, mit Williams Christbirne, Weißwein und Birnenlikör.

Zwetschgenknödel
5 von 6

Die Knödel aus Kartoffeln und Weizengries sind gefüllt mit einer kleinen Zwetschge. Das ganze schwimmt in Vanillesoße.

Schwarzwaldbecher
6 von 6

Die Schwarzwälderkirschtorte als herzhafte Interpretation: Kirschtomaten, Kirschkonfitüre, Hackfleisch, Blutwurst, Mayonnaise und Frischkäse.

Das Paar aus Bühl bei Baden-Baden hat keine gastronomische Ausbildung, sondern schlicht das Kochen zu seinem Hobby gemacht. Im Alltag gehen die beiden anderen Berufen nach: er als selbstständiger Leuchtendesigner in Bühl, sie als Technische Zeichnerin bei einem Automobilzulieferer.

Auch in Sachen Kochbücher sind sie Autodidakten und machen alles selbst: Rezepte erstellen, testen, Food-Bilder machen, ein Buch zusammenstellen. Mit dem ersten Band „Schwarzwälder Tapas“ lösten sie einen regelrechten Hype aus.

Der Preis zeichnet seit 1995 die besten Koch- und Weinbücher in Print und Digital aus, sowie Beiträge aus dem Koch-Fernsehen. Der Award wird jedes Jahr in einer anderen Stadt verliehen, jeweils in einer für die Gastronomie wichtigen Region. Nach eigenen Angaben sei der Preis für die Kochbranche das, was der Oscar für die Filmbranche ist.

Zu den Preisträgern zählen unter anderem der vor eineinhalb Jahren gestorbene Sternekoch Paul Bocuse, der als Erfinder der Nouvelle Cuisine gilt. Der Franzose bekam den Preis für sein Kochbuch „Tout Bocuse“. Sein Restaurant, die L’Auberge du Pont de Collonges bei Lyon, wurde 45 Mal in Folge mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Auch der deutsche Fernsehkoch Steffen Henssler zählte bereits zu den Preisträgern. Henssler erhielt den Preis 2013 in Paris für sein Buch „Hauptsache Lecker“. Darin präsentiert Henssler mehr als 110 Rezepte und Extra-Doppelseiten zu Küchenklassikern.

Die drei Bände der Buchreihe rund um die Schwarzwälder Tapas. (Foto: Manuel Wassmer)
Ausgezeichnete Trilogie

Die drei Bände der Buchreihe rund um die Schwarzwälder Tapas.

(Foto: Manuel Wassmer)

Aus Deutschland stellten sich in diesem Jahr die Autoren von 39 Kochbüchern der Jury in den verschiedenen Kategorien. Unter anderem waren Stefanie Bräuer und Annette Sandner in der Kategorie „Köchinnen“ mit „Frauen an den Herd!“ dabei. Auch „Cyber Kitchen – Das ultimative Hacker-Kochbuch“ von Stefan Wiertz ging an den Start.

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